
Überblick
Eine Peroneus-Sehnenentzündung betrifft die Sehnen an der Aussenseite des Unterschenkels, die den Fuss stabilisieren und nach aussen ziehen. Der Artikel richtet sich an Betroffene und Angehörige, die konservative Therapie, einfache Übungen und Hinweise zu operativen Optionen suchen. Die Informationen basieren auf gängiger orthopädischer Praxis und systematischen Übersichten; bei Hinweisen zu Operationen werden relevante Reviews zitiert. Bei anhaltenden Schmerzen, Instabilität oder Verdacht auf Sehnenriss sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Die Peroneus-Sehnenentzündung gehört zu verschiedenen möglichen Unterschenkelbeschwerden, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich des Unterschenkels verursachen können.
Definition
Als Peroneus-Sehnenentzündung (Tendinitis/Tendinopathie der Peroneussehnen) bezeichnet man schmerzhafte Reizzustände oder degenerative Veränderungen der Peroneus longus- und brevis-Sehnen an der Aussenseite des Sprunggelenks. Häufig entsteht eine schmerzhafte Schwellung entlang der Sehnenlaufbahn mit eingeschränkter Kraft beim Auswärtsdrehen (Eversion) des Fusses.
Weiterlesen: Ursachen Fusschmerzen – Dieser Link erklärt allgemeine Ursachen von Fusschmerzen und hilft bei der Abgrenzung zu anderen Schmerzursachen.
Peroneus-Sehnenentzündung behandeln lassen
Chronische Fussbeschwerden oder Sehnenreizungen? Lassen Sie Ihre Peroneus-Sehnen ärztlich prüfen – gezielte Maßnahmen können Beschwerden lindern.

Ursachen
Typische Ursachen sind Überlastung (z. B. wiederholte Umknickbewegungen), Fussfehlstellungen, unpassendes Schuhwerk, direkte Traumata oder chronische Reibung im Sehnenkanal. Mikrorisse, degenerative Veränderungen und Sehnenscheidenentzündungen können die Symptomatik verstärken. Sportler und Personen mit Instabilität des Sprunggelenks sind besonders anfällig.
Weiterlesen: Ursachen Fusschmerzen – Hier finden Sie weiterführende Informationen zu Belastungsmechanismen und Fehlstellungen, die Peroneussehnen belasten.
Diagnose
Die Diagnose beruht auf Anamnese und klinischer Untersuchung (Palpation entlang der Sehnen, Provokationstests bei Eversion und Plantarflexion). Bildgebung wie Ultraschall oder MRT klärt Sehnendicke, Tendinose, Risse oder Luxationen. Bei klinischem Verdacht auf mechanische Instabilität oder Dislokation kann zusätzliche bildgebende Abklärung und fachorthopädische Beurteilung nötig sein.
Weiterlesen: Knieschmerzen Behandlung – Vergleichbare orthopädische Abklärungsprinzipien helfen beim Verständnis von Bildgebung und konservativer Therapie.
Da die Peroneus-Sehnen das Sprunggelenk stabilisieren, werden Beschwerden in diesem Bereich häufig den Fuß- und Sprunggelenkerkrankungen zugeordnet.
Konservative Therapie
Konservative Behandlung ist erste Wahl bei akuter oder chronischer Tendinopathie: Ruhigstellung/Belastungsreduktion, entzündungshemmende Salben oder kurze NSAR-Gabe zur Schmerzlinderung, orthopädische Einlagen bei Fehlstellung, Physiotherapie mit Kräftigungs- und Koordinationsübungen sowie manuelle Therapie. Bei persistierenden Symptomen sind Injektionen (z. B. mit lokalen Betäubungsmitteln oder gegebenenfalls PRP/other) und gezielte Rehabilitation Optionen.
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Operative Therapie
Operationen kommen in Frage bei strukturellen Läsionen (z. B. Riss, wiederkehrende Luxation oder ausgeprägter Tendinose) oder wenn konservative Maßnahmen versagen. Eingriffe umfassen Sehnenreinigung (Debridement), Naht/Refixation, Stabilisierung des superior peroneal retinaculum (SPR) oder Vertiefung der Retromalleolaren Rinne (groove deepening). Expertenkonsensus unterstützt solche Eingriffe zur Behandlung mechanischer Instabilität und schwerer Tendinopathien1.
Bei Peronealsehnen-Dislokation erzielt die Kombination von SPR-Repair und Groove-Deepening bessere Ergebnisse hinsichtlich Rückkehr zum Sport und Stabilität als alleinige Reparaturen2. Insgesamt zeigen systematische Übersichten, dass operative Reparaturen bei Peroneussehnenrissen in der Regel zu günstigen funktionellen Resultaten führen, wobei die Wahl des Verfahrens abhängig von Läsionstyp und Patient ist3.
Weiterlesen: Metamizol Wirkung – Erläuterung zu einem starken Analgetikum, das bei starken postoperativen Schmerzen relevant sein kann.
Evidenzbasierte Übungsprinzipien
Übungen zielen auf Kräftigung der Peronealmuskulatur, neuromuskuläre Kontrolle und Verbesserung der Sprunggelenksstabilität. Prinzipien: langsam-progressive Belastungssteigerung, exzentrisches Training bei Tendinopathie, Integration von Propriozeptions- und Gleichgewichtsübungen sowie regelmässige Kontrolle des Schmerzverlaufs (Training mit geringem bis moderatem Schmerz ist oft tolerierbar, starke Schmerzen vermeiden).
Weiterlesen: Übungen bei Ischias – Praktische Übungsprinzipien und Progressionsideen, übertragbar auf Stabilitäts- und Kräftigungsprogramme für den Fuss/Knöchel.
Neben der Peroneus-Sehnenentzündung zählt auch die Achillessehnenentzündung – Ursachen und Behandlung zu den häufigen Überlastungsschäden im Bereich der unteren Extremität.
Peroneus-Sehnenentzündung gezielt behandeln lassen
Leiden Sie unter Schmerzen oder Instabilität im Sprunggelenk? Lassen Sie sich professionell beraten – wir prüfen, ob eine medizinische Cannabistherapie unterstützend geeignet ist.

Schritt-für-Schritt-Übungen
1. Aktivierung und Mobilität
Setzen Sie sich mit aufrechtem Rumpf. Ziehen Sie den Fuss langsam zur Nase (Dorsalflexion), dann rollen Sie langsam nach aussen (Eversion) und zurück. 3 Sätze à 10–15 Wiederholungen, täglich. Steigern Sie die Wiederholungszahl schrittweise, wenn die Übung schmerzarm bleibt.
2. Kräftigung (Theraband)
Fixieren Sie ein Theraband an einem stabilen Punkt, legen Sie das Band um den Vorfuss und führen Sie kontrollierte Eversionsbewegungen gegen Widerstand aus. 3 Sätze à 10–15 Wiederholungen, 3× pro Woche. Nach 2–4 Wochen Widerstand erhöhen.
3. Exzentrisches Training
Stellen Sie sich auf eine Treppenstufe mit Ferse frei hängend. Verlagern Sie das Gewicht auf den betroffenen Fuss und senken Sie die Ferse langsam ab (exzentrische Phase). 3 Sätze à 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Bei zunehmender Belastbarkeit Zusatzgewicht verwenden.
Übungsprogramm zur Rehabilitation
- Tägliche Mobilisation: 3×10–15 Wdh.
- Kräftigung mit Theraband: 3×10–15, 3× pro Woche
- Exzentrisches Training: 3×15, jeden 2. Tag
- Propriozeption: Einbeinstand mit Progression
- Steigerung: Intensität/Widerstand alle 2–4 Wochen
Weiterlesen: Übungen bei Ischias – Zusätzliche Anleitung zu Progression und Übungsauswahl, nützlich für geplante Trainingssteigerungen. Neben einer Peroneus-Sehnenentzündung kann auch eine Entzündung der Plantarfaszie vorliegen, die im Artikel zur Plantarfasziitis Behandlung und Schmerzlinderung näher beschrieben wird.
Sicherheit & Kontraindikationen
Abbrechen und ärztlich abklären bei: zunehmender Schwellung, nächtlichen Schmerzen, Gefühlsstörungen, Instabilitätsgefühlen oder plötzlicher Kraftlosigkeit. Bei Verdacht auf Sehnenriss oder Luxation sofort ärztliche/Emergenz-Vorstellung. Während der Rehabilitation Schmerzverlauf dokumentieren; leichte Schmerzen sind tolerierbar, starke oder zunehmende Schmerzen sind ein Stoppsignal.
Wichtige Warnhinweise
Kontraindikationen und Alarmzeichen
- Starke, plötzlich einsetzende Schmerzen
- Neurologische Ausfälle (Taubheit)
- Kraftverlust beim Auswärtsdrehen
- Deutliche Schwellung oder Rötung
- Verdacht auf Sehnenriss oder Luxation
Weiterlesen: Diclofenac Anwendung – Informationen zu NSAR wie Diclofenac, Nutzen und Risiken bei entzündlichen Beschwerden des Bewegungsapparats. Sollten die Beschwerden ungewöhnlich stark ausgeprägt sein oder sich rasch verschlimmern, sollte auch an differenzialdiagnostische Ursachen wie ein Kompartmentsyndrom – Ursachen und Behandlung gedacht werden.
Häufige Fehler & Mythen
Mythos: Ruhigstellen heilt immer schneller. Fakt: Kurzfristige Entlastung hilft, langfristig ist gezielte Belastungs- und Kräftigungsrehabilitation meist effektiver. Fehler: zu schnelle Progression, falsches Schuhwerk, fehlende Analyse von Ursachen wie Fussfehlstellung. Bei Unsicherheit professionelle physiotherapeutische Anleitung suchen.
Kompartmentsyndrom: Schmerzbewertung
Beantworten Sie 3 kurze Fragen für eine personalisierte Empfehlung zum Kompartmentsyndrom

