Veröffentlicht: 23. April 2026|Aktualisiert: 23. April 2026|Medizinisch geprüft von Dr. med. Jens Westphal
Von Dr. Britta Massmann

Von Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Er dient ausschliesslich der allgemeinen medizinischen Information und wurde nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand erstellt.

Inhaltsverzeichnis

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Top 10 Hausmittel bei Angst – Was wirklich hilft

Bewertung nach Wirksamkeit, Aufwand und Evidenz

HausmittelWirksamkeitAufwandEvidenz
  • 1
    BaldrianBeruhigend, entspannend
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 2
    LavendelölAngstlösend, entspannend
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 3
    KamillenteeEntzündungshemmend, beruhigend
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 4
    AtemübungenStressabbau, Beruhigung
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 5
    JohanniskrautStimmungsaufhellend, angstlösend
    WirksamkeitMittel
    AufwandMittel
    EvidenzModerat
  • 6
    PassionsblumeBeruhigend, angstlösend
    WirksamkeitMittel
    AufwandMittel
    EvidenzModerat
  • 7
    MagnesiumEntspannend, nervenstärkend
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 8
    AromatherapieStimmungsaufhellend, entspannend
    WirksamkeitMittel
    AufwandMittel
    EvidenzSchwach
  • 9
    MeditationStressreduktion, Achtsamkeit
    WirksamkeitHoch
    AufwandMittel
    EvidenzStark
  • 10
    WärmeanwendungenMuskelentspannung, beruhigend
    WirksamkeitNiedrig
    AufwandEinfach
    EvidenzSchwach

Angst ist eine natürliche Reaktion auf Stresssituationen, kann aber bei chronischer Ausprägung zu einer erheblichen Belastung werden. Viele Menschen in der Schweiz suchen nach natürlichen Methoden, um ihre Ängste zu lindern, ohne direkt auf Medikamente zurückgreifen zu müssen. Die Klinik Cannaviva.ch unterstützt Betroffene mit fundiertem Wissen und Beratung rund um alternative und ergänzende Therapieansätze. Neben medizinischem Cannabis, das individuell und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, gibt es eine Vielzahl bewährter Hausmittel, die Angstgefühle reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden steigern können.

Angststörungen können sich durch Symptome wie Nervosität, Unruhe, Herzrasen oder Schlafprobleme äussern. Für viele Patientinnen und Patienten sind natürliche Heilmittel eine wichtige Ergänzung zur Behandlung. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Top 10 Hausmittel vor, die wissenschaftlich fundiert oder traditionell bewährt sind und bei Angstzuständen helfen können. Sollten Sie auch an anderen Beschwerden interessiert sein, empfehlen wir Ihnen unsere Seite zu Hausmittel gegen Schlafstörungen, die häufig mit Angst einhergehen.

1. Baldrian

Baldrian (Valeriana officinalis) ist eines der bekanntesten pflanzlichen Mittel bei Angst und Unruhe. Die Wirkstoffe, vor allem Valerensäuren und ätherische Öle, wirken im zentralen Nervensystem beruhigend, indem sie die GABA-Rezeptoren modulieren. GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist ein hemmender Neurotransmitter, der die neuronale Übererregbarkeit senkt und so Ängste reduziert.

Zur Anwendung empfiehlt sich die Einnahme von Baldrianextrakt in Form von Kapseln oder Tropfen mit einer Dosierung von 300 bis 600 mg pro Tag, idealerweise über mehrere Wochen. Alternativ kann Baldriantee getrunken werden, wobei eine Tasse vor dem Schlafengehen entspannend wirkt. Die Wirkung setzt meist nach 2-4 Wochen ein.

Studien bestätigen die Wirksamkeit von Baldrian bei Angststörungen und Schlafproblemen[1]. Nebenwirkungen sind selten, können aber Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen umfassen. Baldrian sollte nicht zusammen mit anderen Beruhigungsmitteln ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.

2. Lavendelöl

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein ätherisches Öl, das traditionell zur Beruhigung und Angstlösung eingesetzt wird. Die Inhaltsstoffe Linalool und Linalylacetat beeinflussen das limbische System, das für Emotionen zuständig ist, und fördern eine entspannte Stimmung.

Zur Anwendung eignet sich die Aromatherapie mittels Diffuser oder das Auftragen von verdünntem Lavendelöl auf die Haut (z.B. Schläfen oder Handgelenke). Studien zeigen, dass die orale Einnahme von Lavendelextrakt (80-160 mg täglich) über 6-10 Wochen Angstzustände signifikant reduzieren kann[2].

Lavendelöl gilt als sicher, bei Hautkontakt kann es jedoch zu allergischen Reaktionen kommen. Es sollte nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden.

3. Kamillentee

Kamille (Matricaria chamomilla) ist bekannt für ihre entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften. Die enthaltenen Flavonoide und ätherischen Öle wirken mild anxiolytisch, indem sie neurochemische Prozesse im Gehirn modulieren.

Zur Anwendung wird täglich 2-3 Tassen Kamillentee empfohlen. Die Zubereitung erfolgt durch Übergießen von 2-3 g getrockneter Kamillenblüten mit heissem Wasser und 5-10 Minuten Ziehzeit. Kamille kann als Teil einer abendlichen Routine die Einschlafqualität verbessern und leichte Ängste mindern.

Wissenschaftliche Studien zeigen moderate Effekte auf Angstzustände, insbesondere in Kombination mit anderen Therapien[3]. Allergiker gegen Korbblütler sollten vorsichtig sein, da selten allergische Reaktionen auftreten können.

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4. Atemübungen

Tiefes und kontrolliertes Atmen ist ein effektives Mittel, um akute Angstzustände zu mildern. Techniken wie die Bauchatmung oder die 4-7-8-Methode aktivieren den Parasympathikus und reduzieren die Stressreaktion.

Die Anwendung ist einfach: Setzen oder legen Sie sich bequem hin, atmen Sie tief durch die Nase ein (4 Sekunden), halten Sie den Atem (7 Sekunden) und atmen Sie langsam durch den Mund aus (8 Sekunden). Wiederholen Sie dies 4-5 Mal täglich oder bei akuten Angstattacken.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Atemübungen die Herzfrequenz senken und das subjektive Angstgefühl reduzieren können[4]. Es handelt sich um eine nebenwirkungsfreie Methode, die jederzeit und überall anwendbar ist.

5. Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist vor allem für seine antidepressive Wirkung bekannt, kann aber auch Angstzustände lindern. Die Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin beeinflussen Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalin-Systeme im Gehirn, die für Stimmung und Angstregulation verantwortlich sind.

Die empfohlene Dosierung liegt bei 300 mg standardisiertem Extrakt, eingenommen 1-3 Mal täglich über mindestens 4-6 Wochen. Johanniskraut ist rezeptfrei erhältlich, sollte aber wegen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nur unter ärztlicher Anleitung verwendet werden.

Studien zeigen moderate Wirksamkeit bei leichten bis mässigen Angststörungen[5]. Vorsicht ist geboten bei Einnahme von Antidepressiva, Blutverdünnern oder der Pille, da die Wirkung beeinträchtigt werden kann.

6. Passionsblume

Passionsblume (Passiflora incarnata) wird traditionell bei nervöser Unruhe und Angst eingesetzt. Die enthaltenen Flavonoide und Alkaloide wirken beruhigend auf das zentrale Nervensystem, vermutlich über GABA-vermittelte Mechanismen.

Zur Anwendung eignen sich Tee oder standardisierte Extrakte. Eine typische Dosierung sind 200-400 mg Passionsblumenextrakt täglich, idealerweise vor dem Schlafengehen. Die Wirkung tritt meist nach einigen Tagen ein.

Studien weisen auf eine moderate angstlösende Wirkung hin[6]. Nebenwirkungen sind selten, können aber Schläfrigkeit oder Schwindel umfassen. Passionsblume sollte nicht mit anderen Beruhigungsmitteln kombiniert werden ohne Rücksprache.

7. Magnesium

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der eine wichtige Rolle bei der Regulation von Nervenfunktionen und Muskelentspannung spielt. Ein Magnesiummangel kann Angstzustände verstärken, da Magnesium die Aktivität des NMDA-Rezeptors und die Freisetzung von Stresshormonen beeinflusst.

Um Angst zu reduzieren, empfiehlt sich eine tägliche Supplementierung von 300-400 mg Magnesiumcitrat oder -bisglycinat. Die Einnahme sollte über mehrere Wochen erfolgen. Magnesiumreiche Ernährung unterstützt zudem die Wirkung.

Studien zeigen, dass Magnesium bei leicht- bis mittelschweren Angstzuständen hilfreich sein kann[7]. Nebenwirkungen sind selten, bei Überdosierung können Durchfall und Magenbeschwerden auftreten.

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8. Aromatherapie

Aromatherapie nutzt ätherische Öle, um Stimmung und Emotionen positiv zu beeinflussen. Neben Lavendel eignen sich auch Bergamotte, Kamille und Ylang-Ylang, die über den Geruchssinn das limbische System ansprechen und so Angst reduzieren können.

Die Anwendung erfolgt durch Diffuser, Duftlampen oder Einreibungen mit verdünnten Ölen. Eine typische Anwendung sind 15-30 Minuten täglich in einem ruhigen Raum. Obwohl die Wirksamkeit von Aromatherapie bei Angststörungen wissenschaftlich schwach belegt ist, berichten viele Anwender von subjektiver Entspannung.

Kontraindikationen umfassen Allergien und Asthma. Die Öle sollten stets verdünnt und vorsichtig angewendet werden[8].

9. Meditation

Meditation und Achtsamkeitsübungen sind wissenschaftlich gut belegte Methoden zur Reduktion von Angst und Stress. Sie fördern die Selbstwahrnehmung, regulieren emotionale Reaktionen und aktivieren parasympathische Prozesse.

Übungen wie Achtsamkeitsmeditation oder geführte Meditation sollten idealerweise täglich 10-20 Minuten praktiziert werden. Bereits nach wenigen Wochen zeigen sich messbare Verbesserungen in der Symptomatik von Angststörungen.

Eine Vielzahl von Studien bestätigt die Wirksamkeit von Meditation bei Angst[9]. Die Methode ist nebenwirkungsfrei und kann gut mit anderen Therapien kombiniert werden.

10. Wärmeanwendungen

Wärmeanwendungen wie warme Bäder, Wärmflaschen oder Rotlichtlampen fördern die Muskelentspannung und können indirekt Ängste reduzieren, die mit Verspannungen und Stress einhergehen. Wärme wirkt beruhigend auf das Nervensystem und fördert die Durchblutung.

Eine Anwendung besteht z.B. im 20-minütigen Vollbad bei 37-39 Grad Celsius oder das Auflegen einer Wärmflasche auf Nacken und Schultern. Die Wirkung ist mild und unterstützend, eignet sich besonders als Ergänzung zu anderen Methoden.

Die wissenschaftliche Evidenz ist schwach, dennoch empfinden viele Betroffene Wärme als angenehm und beruhigend[10]. Vorsicht bei Kreislaufproblemen und offenen Wunden.

Wann zum Arzt

Obwohl viele Hausmittel bei Angstzuständen hilfreich sind, sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen, wenn die Angst Ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt, die Symptome sich verschlimmern oder Sie Suizidgedanken haben. Auch bei plötzlichen körperlichen Symptomen wie Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmachtsanfällen ist eine sofortige medizinische Abklärung notwendig. Chronische Angststörungen können eine komplexe Behandlung benötigen, die psychotherapeutische und gegebenenfalls medikamentöse Ansätze einschliesst. Fachärzte und spezialisierte Kliniken wie Cannaviva.ch bieten umfassende Betreuung an, um individuell passende Therapiemöglichkeiten zu finden.

FAQ

Wie schnell wirken Hausmittel gegen Angst?

Die Wirkung von Hausmitteln variiert je nach Mittel und Person. Pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Johanniskraut benötigen oft mehrere Wochen, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Atemübungen oder Aromatherapie können hingegen sofort Entspannung bringen. Eine regelmässige Anwendung verbessert in der Regel den Behandlungserfolg.

Kann ich Hausmittel mit anderen Medikamenten kombinieren?

Viele Hausmittel sind sicher, doch insbesondere pflanzliche Präparate können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln eingehen, z.B. Johanniskraut beeinflusst viele Medikamente. Es ist wichtig, vor der Kombination mit anderen Medikamenten oder Therapien mit dem Arzt oder Apotheker Rücksprache zu halten.

Sind Hausmittel auch bei schweren Angststörungen geeignet?

Bei schweren Angststörungen sind Hausmittel meist nur unterstützend sinnvoll. Eine professionelle Behandlung durch Fachärzte und Psychotherapeuten ist dann unbedingt notwendig. Hausmittel können jedoch begleitend eingesetzt werden, um die Symptomatik zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern.

Quellen

1Bent, S., Padula, A., & Neuhaus, J. (2006). Valerian for sleep: a systematic review and meta-analysis. The American Journal of Medicine, 119(12), 1005-1012. https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2006.02.026
2Kasper, S., Gastpar, M., Müller, W. E., Volz, H. P., Möller, H. J., & Dienel, A. (2010). The efficacy of Silexan, a lavender oil preparation, in generalized anxiety disorder—a randomized, double-blind comparison to placebo and paroxetine. International Journal of Neuropsychopharmacology, 13(1), 1-14. https://doi.org/10.1017/S1461145709000163
3Amsterdam, J. D., & Shults, J. (2010). A randomized, double-blind, placebo-controlled trial of oral chamomile extract therapy for generalized anxiety disorder. Journal of Clinical Psychopharmacology, 30(4), 378-382. https://doi.org/10.1097/JCP.0b013e3181e22c0a
4Jerath, R., Edry, J. W., Barnes, V. A., & Jerath, V. (2006). Physiology of long pranayamic breathing: Neural respiratory elements may provide a mechanism that explains how slow deep breathing shifts the autonomic nervous system. Medical Hypotheses, 67(3), 566-571. https://doi.org/10.1016/j.mehy.2006.02.042
5Linde, K., Berner, M. M., & Kriston, L. (2008). St John’s wort for major depression. Cochrane Database of Systematic Reviews, (4), CD000448. https://doi.org/10.1002/14651858.CD000448.pub3
6Miyasaka, L. S., Atallah, Á. N., & Soares, B. G. (2007). Passiflora for anxiety disorder. Cochrane Database of Systematic Reviews, (1), CD004518. https://doi.org/10.1002/14651858.CD004518.pub2
7Boyle, N. B., Lawton, C., & Dye, L. (2017). The effects of magnesium supplementation on subjective anxiety and stress—a systematic review. Nutrients, 9(5), 429. https://doi.org/10.3390/nu9050429
8Herz, R. S. (2009). Aromatherapy facts and fictions: a scientific analysis of olfactory effects on mood, physiology and behaviour. International Journal of Neuroscience, 119(2), 263-290. https://doi.org/10.1080/00207450802333953
9Hofmann, S. G., Sawyer, A. T., Witt, A. A., & Oh, D. (2010). The effect of mindfulness-based therapy on anxiety and depression: A meta-analytic review. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 78(2), 169-183. https://doi.org/10.1037/a0018555
10Kämpfer, S., & Willems, P. (2018). Wärmebehandlungen in der medizinischen Praxis: Wirkung und Einsatzgebiete. Zeitschrift für Physikalische Medizin, 38(2), 108-114. https://doi.org/10.1055/s-0043-122231
Dr. med. Jens Westphal

Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Dr. med. Jens Westphal ist als Praktischer Arzt (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In seiner Rolle erstellt er medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

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Geprüft: April 23, 2026

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