ADHS-Medikamente in der Schweiz: Der grosse Ratgeber 2025 zu Behandlungsmöglichkeiten
Die 10 besten Medikamente bei ADHS, ihre Wirkung und Nebenwirkungen
ADHS – Du bist nicht allein
Von Dr. med. Jens Westphal – Aktualisiert am 05. August 2025
Ob frisch diagnostiziert oder seit Jahren betroffen – ADHS kann im Alltag stark belasten. Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, impulsives Verhalten: Unbehandelt beeinträchtigen diese Symptome Beziehungen, Arbeit und das psychische Wohlbefinden.
Zum Glück gibt es in der Schweiz gut untersuchte Behandlungsmöglichkeiten – auch, wenn Du gezielt nach ADHS-Medikamenten ohne Stimulanzien suchst. In diesem Artikel geben wir Dir einen Überblick über die häufigsten Wirkstoffe, ihre Anwendung, Wirkungsweise, Nebenwirkungen und die rechtliche Lage.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bitte wende Dich an eine ärztliche Fachperson, bevor Du eine Behandlung beginnst oder änderst.
Was ist ADHS – und wie erkenne ich es?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die oft in der Kindheit beginnt und bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Sie zeigt sich typischerweise in drei Bereichen:
Unaufmerksamkeit: Vergesslichkeit, Organisationsprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten
Hyperaktivität: Ruhelosigkeit, übermässige Bewegung, innere Anspannung
Impulsivität: Handeln ohne nachzudenken, Schwierigkeiten beim Warten, soziale Konflikte
Bei Erwachsenen überwiegt oft die Unaufmerksamkeit (ehemals als „ADS“ bezeichnet). In solchen Fällen können ADHS-Medikamente ohne Stimulanzien geeigneter sein.

Welche Wirkstoffe werden in der ADHS-Behandlung eingesetzt?
ADHS-Medikamente greifen gezielt in bestimmte Hirnfunktionen ein, um Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und emotionale Regulation zu verbessern. In der Schweiz unterscheidet man zwei Hauptgruppen:
Stimulanzien
Nicht-stimulierende ADHS-Medikamente
Die wichtigsten Wirkstoffe im Überblick:
Methylphenidat
(enthalten in Ritalin, Concerta, Medikinet)
Ein schnell wirkendes Stimulans, das Dopamin- und Noradrenalin-Aktivität erhöht.
Lisdexamfetamin
(enthalten in Elvanse)
Ein langwirksames Prodrug-Stimulans – setzt den Wirkstoff verzögert frei und sorgt so für gleichmässige Wirkung.
Atomoxetin
(enthalten in Strattera)
Nicht-stimulierend. Wirkt über Noradrenalin-Spiegel, oft bei Unverträglichkeit von Stimulanzien eingesetzt.
Guanfacin
(enthalten in Intuniv)
Ursprünglich ein Blutdruckmedikament – unterstützt emotionale Stabilität und Impulskontrolle bei ADHS.
Alle Präparate wirken unterschiedlich schnell und lang. Manche helfen nur stundenweise, andere den ganzen Tag. Eine individuelle ärztliche Beratung ist entscheidend.
ADHS-Medikamente in der Schweiz: Übersicht
Medikament | Wirkstoff | Typ | Wirkdauer | Häufige Nebenwirkungen |
---|---|---|---|---|
Ritalin | Methylphenidat | Stimulans | 4–6 Std. | Appetitmangel, Schlafprobleme |
Concerta | Methylphenidat (retardiert) | Stimulans (langwirkend) | bis 12 Std. | Nervosität, Kopfschmerzen |
Elvanse | Lisdexamfetamin | Stimulans (Prodrug) | 10–13 Std. | Reizbarkeit, Gewichtsverlust |
Strattera | Atomoxetin | Nicht-stimulierend | ca. 24 Std. | Übelkeit, Müdigkeit |
Intuniv | Guanfacin | Nicht-stimulierend | ca. 24 Std. | Sedierung, Blutdruckabfall |
Rechtlicher Hinweis: Alle ADHS-Medikamente in der Schweiz sind rezeptpflichtig. Stimulanzien wie Ritalin und Elvanse unterstehen dem Betäubungsmittelgesetz (BetmG).
Ritalin vs. Elvanse: Was ist der Unterschied?
Beide gehören zur Gruppe der Stimulanzien – doch es gibt Unterschiede:
Ritalin wirkt schnell und klingt nach wenigen Stunden ab – geeignet für flexible Tagesabläufe.
Elvanse wirkt verzögert und konstant – ideal für stabile Tagesstruktur.
Welche Variante besser zu Dir passt, hängt von Deinem Alltag, Deinen Symptomen und Deinem Stoffwechsel ab. Deine Ärztin oder Dein Arzt hilft Dir bei der Entscheidung.
Eine Patientin berichtet:
“Ritalin hat anfangs gut gewirkt, aber ich konnte abends oft nicht einschlafen. Nach Rücksprache mit meiner Psychiaterin haben wir auf Elvanse gewechselt. Seither bin ich klarer im Kopf und emotional ausgeglichener. Der Appetit ist weiterhin reduziert – aber insgesamt funktioniert es im Berufsalltag viel besser.”
– ADHS-Patient, 32 Jahre

Natürliche Alternativen zu Ritalin?
Diese Präparate sind nicht offiziell zur ADHS-Therapie zugelassen, werden aber ergänzend genutzt:
Omega-3-Fettsäuren – unterstützen Signalübertragung im Gehirn
Ginseng & Rhodiola – können mentale Ermüdung reduzieren
Bacopa Monnieri (Brahmi) – fördert Konzentration und Gedächtnisleistung
Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine medizinische Therapie und können mit ADHS-Medikamenten wechselwirken. Rücksprache mit ärztlicher Fachperson ist Pflicht.

Was tun, wenn Du die Einnahme vergisst?
Keine doppelte Dosis einnehmen
Nur nachholen, wenn es noch früh am Tag ist
Ärztlich beraten lassen
Tools nutzen wie:
Erinnerungs-Apps (z. B. Medisafe)
Wöchentliche Tablettenbox
Routineverknüpfung (z. B. Einnahme beim Morgenkaffee)
ADHS-Medikamente bei Erwachsenen – was ist anders?
ADHS bei Erwachsenen zeigt sich anders als bei Kindern. Typische Effekte von Medikamenten im Erwachsenenalter:
Besserer Fokus und mehr Produktivität
Emotionale Stabilität
Weniger impulsives Verhalten
Oft hilft eine Kombination aus Medikament, kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) und Veränderungen im Lebensstil (z. B. Schlaf, Ernährung, Bewegung). Die Behandlung sollte individuell angepasst werden – Erwachsene haben andere Anforderungen und Nebenwirkungsprofile als Kinder.
Pflanzliche Alternativen zu Ritalin
Einige Betroffene suchen nach natürlichen Optionen. Die wissenschaftliche Datenlage ist begrenzt, doch folgende Substanzen gelten als potenziell unterstützend:
Omega-3-Fettsäuren: Verbesserung der neuronalen Signalübertragung
Ginseng & Rhodiola Rosea: Unterstützung bei geistiger Erschöpfung
Bacopa Monnieri (Brahmi): Gedächtnis und Konzentration
Diese Präparate sollten nur in Absprache mit dem Arzt verwendet werden, da auch pflanzliche Mittel Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen können.
Was tun, wenn Du Deine Medikamente vergessen hast?
Vergisst Du eine Dosis, gilt:
Nicht doppelt einnehmen
Einnahme nachholen nur, wenn es nicht zu spät am Tag ist
Bei Fragen: Immer Rücksprache mit Deinem Arzt
Hilfreiche Tools:
Erinnerungs-Apps (z. B. Medisafe)
Dosierboxen für die Woche
Tägliche Routinen zur Einnahme
Die richtige Behandlung finden – Buche Deinen Termin
Wenn Du Dich über ADHS-Medikamente informiert hast und unsicher bist, welche Option die richtige für Dich ist, ist es wichtig, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Eine genaue Abstimmung Deiner Behandlung kann entscheidend sein, um die bestmögliche Unterstützung zu erhalten.
Rechtlicher Hinweis: Alle ADHS-Medikamente sind in der Schweiz rezeptpflichtig. Stimulanzien unterstehen dem Betäubungsmittelgesetz (BetmG).

Quellen & medizinische Prüfung
Dieser Artikel wurde medizinisch geprüft von Dr. med. Jens Westphal, Hausarzt (FMH) und Experte für medizinisches Cannabis bei ADHS. Er begleitet Patientinnen und Patienten in der Schweiz mit evidenzbasierten Therapien und rechtlicher Klarheit.
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Vertrauenswürdige Quellen:
National Center for Biotechnology Information (NCBI) – PubMed
Swissmedic
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Über den Autor

Dr. med. Jens Westphal
Facharzt, Praktischer Arzt FMH mit Spezialisierung auf medizinisches Cannabis und seltene Krankheiten. Dr. Westphal begleitet Patientinnen und Patienten seit vielen Jahren in der sicheren Anwendung von medizinischem Cannabis und engagiert sich für Aufklärung und Rechtsklarheit in der Schweiz.
Medizinisch geprüft am: 05. August 2025
Mehr zur ärztlichen Leitung: cannaviva.ch/ueber-uns
Häufige Fragen zu ADHS-Medikamenten
Welches Medikament ist das beste bei ADHS?
Kommt ganz auf Deine Bedürfnisse an. Ritalin, Elvanse oder Atomoxetin sind häufig – aber jedes hat eigene Nebenwirkungen. Unbedingt ärztlich abklären lassen.
Wie fühlt sich Ritalin an?
Viele berichten von mehr Klarheit und Ruhe – aber auch mögliche Schlafprobleme oder Appetitveränderungen.
Gibt es Adderall in der Schweiz?
Nein. Adderall ist nicht zugelassen. Stattdessen gibt es z. B. Ritalin oder Elvanse.
Machen ADHS-Medikamente süchtig?
Bei ärztlich korrekter Anwendung ist das Risiko gering. Stimulanzien können aber missbraucht werden.
Gibt es ADHS-Medikamente ohne Stimulanzien?
Ja – z. B. Atomoxetin oder Guanfacin. Oft in Kombination mit Therapie und Lebensstiländerung sinnvoll.
ADHS Therapie in der Schweiz
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Therapie und Kosten
Wie erfolgt die Therapie mit medizinischem Cannabis in der Schweiz? Wie wird richtig dosiert…
Quellenverzeichnis
Fachliche Quellen
Twenty years of research on attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): looking back, looking forwar
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30301823/
Clinical outcomes of a 12-week, first treatment with methylphenidate in an Italian representative sample of children and adolescents with ADHD
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40670510/
Erfahrungsberichte (Reddit)
r/science (Diskussion über synthetische Cannabinoide und psychische Risiken):
https://www.reddit.com/r/science/comments/4rho1u/synthetic_cannabinoid_use_associated_with_higher/
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