Veröffentlicht: 8. September 2025|Aktualisiert: 8. September 2025|Medizinisch geprüft von Dr. Britta Massmann
Von Dr. med. Jens Westphal

Von Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine medizinische Beratung. Bei unklaren oder starken Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Handgelenksarthrose (Osteoarthrose des Handgelenks) betrifft vor allem Personen nach Traumen, bei Fehlstellungen oder nach wiederholter Überlastung und kann Schmerzen, Kraftverlust und eingeschränkte Beweglichkeit verursachen. Ziel dieses Artikels ist, Betroffenen verständliche Informationen zu konservativen Therapieoptionen, sinnvollen Übungen und Hinweisen zur Abklärung zu geben. Die Evidenzlage ist bei konservativen Massnahmen besser für Physiotherapie und Belastungsmanagement als für viele alternative Verfahren; Bildgebung spielt bei unklarer Ursache oder bei Verdacht auf Instabilität eine wichtige Rolle. Bei roten Flaggen (starke nächtliche Schmerzen, neurologische Ausfälle, rasche Verschlechterung) ist eine rasche ärztliche Abklärung nötig.

Weiterlesen: Arthrose Therapie Zürich – Übersicht zu Behandlungsoptionen in Zürich und wann Fachstellen sinnvoll sind.

Definition

Arthrose ist ein degenerativer Gelenkprozess, bei dem der Knorpel verschleisst und sich sekundär Veränderungen an Knochen und Weichteilen entwickeln. Im Handgelenk können zusätzlich Bandinstabilitäten oder frühere Brüche den Verschleiss auslösen oder beschleunigen; solche dynamischen Instabilitäten sind nicht immer in Standard-Röntgenbildern sichtbar und erfordern spezielle Bildgebung zur Erkennung.

Weiterlesen: Cannabis bei Arthrose – Informationen zu ergänzenden Schmerzoptionen, die bei chronischen Arthroseschmerzen diskutiert werden.

Ursachen

Typische Ursachen der Handgelenksarthrose sind:

  • Posttraumatisch: frühere Frakturen (z. B. distaler Radius) oder Bandverletzungen mit anhaltender Fehlstellung.
  • Mechanische Überlastung: wiederholte Belastungen oder einseitige Tätigkeiten.
  • Grunderkrankungen: entzündliche Gelenkerkrankungen (z. B. Rheumatoide Arthritis) können sekundäre Arthrose fördern.
  • Idiopathisch: gelegentlich ohne klaren Auslöser, häufiger im höheren Alter.

Bei Verdacht auf Bandinstabilität oder wenn Röntgenbilder klinisch nicht erklären, wird ergänzende Bildgebung wie Stressaufnahmen, Fluoroskopie oder MRI empfohlen, da diese dynamische Instabilitäten besser darstellen können und so das Risiko für Arthrose frühzeitig sichtbar machen können1.

Weiterlesen: Rheuma Therapie Bern – Relevante Informationen, wenn entzündliche Erkrankungen als Ursache in Frage kommen.

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Evidenzbasierte Übungsprinzipien

Bewegung und gezielte Kräftigung erhalten die Mobilität, reduzieren Schmerzen und verbessern die Funktion. Wesentliche Prinzipien sind: schmerzadaptierte Belastung (keine starken Schmerzspitzen nach Übungen), regelmässige dosierte Übungen (mehrere kurze Einheiten täglich), progressives Krafttraining für Handgelenk und Unterarm sowie neuromuskuläres Training zur Stabilisierung. Passive Mobilisationen können in frühen Stadien helfen, bei hochgradigen strukturellen Schäden sind die Erwartungen an alleinige Übungen limitiert.

Übungsprinzipien bei Handgelenksarthrose

  1. Warm-up: 5–10 Minuten warme Hand/Unterarm und leichte Mobilisationen
  2. Dosierung: 1–3 Serien à 8–15 kontrollierte Wiederholungen, 3–5× pro Woche
  3. Progression: Widerstand oder Wiederholungen alle 1–2 Wochen leicht erhöhen
  4. Schmerzregel: Übungen abbrechen bei starken, anhaltenden oder nächtlichen Schmerzen
  5. Integration: funktionelle Übungen (Greifen, Drehen) in Alltag einbauen

Weiterlesen: Entzündungshemmende Schmerzmittel – Übersicht über medikamentöse Optionen zur kurzzeitigen Schmerzreduktion während Übungsaufbau.

Schritt-für-Schritt-Übungen

Im Folgenden drei praxisnahe Übungen für Alltagstauglichkeit und Kraftaufbau. Jede Übung langsam, kontrolliert und schmerzadaptiv ausführen. Ziel: 3 Serien pro Übung, 8–15 Wiederholungen, 3–5× pro Woche; bei akuten Schmerzen reduzieren oder pausieren.

– Handgelenksbeugung/-streckung (aktiv): Sitzen, Unterarm abgestützt, Hand frei. Langsam Hand nach unten und oben bewegen, 3×10 Wiederholungen. Progression: leichter Hantel- oder Widerstandsband.

– Isometrische Stabilisation: Hand gegen unbeweglichen Widerstand drücken (z. B. Handfläche gegen Wand) 10–15 Sekunden halten, 3 Wiederholungen, dreimal täglich. Fördert Kraft ohne grosse Gelenkbewegung.

– Greifkraft mit Therapieknete oder weichem Ball: 3×15 Quetschungen, 4–5× pro Woche. Progression: härtere Knete oder längeres Halten.

Konkrete Übungsschritte

  1. Aufwärmen: 5 Minuten bewegte Finger/Handgelenk
  2. Übung 1: Beugung/Streckung, 3×10
  3. Übung 2: Isometrisch 3×10–15 s
  4. Übung 3: Greifkraft 3×15
  5. Steigerung: Widerstand langsam erhöhen, bei Schmerzreduktion

Weiterlesen: Arthrose Therapie Basel – Praktische Therapieangebote und Übungen in Basel.

Sicherheit & Kontraindikationen

Vor Beginn eines Übungsprogramms sollte bei unklarer Ursache, nach Frakturen oder bei neurologischen Symptomen eine ärztliche Abklärung erfolgen. Indikationen für zügige Vorstellung sind zunehmende Schwellung, Nachtschmerz, Gefühlsstörungen oder sichtbare Deformität. Bei akuten Entzündungen (z. B. Infektion, aktive rheumatoide Schübe) sind Belastungsübungen kontraindiziert, hier richtet sich die Therapie nach der Ursache.

Weiterlesen: Schmerztherapie Winterthur – Informationen zur interdisziplinären Schmerzbehandlung bei chronischen Handgelenkschmerzen.

Wann Sie ärztlich abklären lassen sollten

Suchen Sie ärztliche Abklärung bei diesen Warnzeichen:

  • starke, neu aufgetretene oder nachthafte Schmerzen
  • Gefühlsstörungen oder Lähmungszeichen in Hand/Fingern
  • sichtbare Fehlstellung oder akute Schwellung
  • Fieber und gerötetes, sehr warmes Handgelenk
  • keine Besserung trotz konservativer Therapie

Häufige Fehler & Mythen

Mythos: Schonung heilt Arthrose. Kurzfristige Entlastung kann Schmerz reduzieren, langfristig ist gelenkschonende Bewegung wichtig, um Funktion und Muskulatur zu erhalten. Fehler: zu schnelles Steigern der Belastung, fehlende Schmerzkontrolle nach Übungen oder Vernachlässigung der Unterarmmuskulatur. Operationen können sinnvoll sein, wenn konservative Maßnahmen versagen, sind aber keine Garantie für vollständige Schmerzfreiheit; die Entscheidung erfolgt individuell.

Weiterlesen: Rheuma Therapie Basel – Relevante Informationen zu entzündlichen Differenzialdiagnosen und Therapieoptionen.

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Dr. Britta Massmann

Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Dr. med. Britta Massmann ist als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In ihrer Rolle erstellt sie medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

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Dr. Britta Massmann

Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Geprüft: September 8, 2025

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