Veröffentlicht: 9. September 2025|Aktualisiert: 9. September 2025|Medizinisch geprüft von Dr. Britta Massmann
Von Dr. med. Jens Westphal

Von Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine medizinische Beratung. Bei unklaren oder starken Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Hüftarthrose (Coxarthrose) ist eine häufige Ursache für Schmerzen und eingeschränkte Mobilität, vor allem bei älteren Erwachsenen. Ziel dieses Artikels ist, verständliche Informationen zu Ursachen, evidenzbasierten Übungsprinzipien und konkreten Übungen zu geben, die Schmerzen und Funktion verbessern können. Die Empfehlungen stützen sich auf Studien zur Wirkung von gezieltem Kraft- und Beweglichkeitstraining. Bei deutlicher Verschlechterung oder unsicherer Diagnose sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Weiterlesen: Cannabis bei Arthrose – Überblick zu ergänzenden Schmerzoptionen und Studien, wenn medikamentöse Alternativen erwogen werden.

Was ist Hüftarthrose?

Definition

Hüftarthrose ist ein fortschreitender Verschleiss des Gelenkknorpels im Hüftgelenk. Typische Folgen sind Knochensporne, Gelenksteifigkeit, Schmerzen bei Belastung und eingeschränkte Beweglichkeit.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursachen sind altersbedingter Knorpelverschleiss, frühere Verletzungen, Fehlstellungen, Übergewicht und genetische Faktoren. Auch wiederholte Überlastung oder entzündliche Vorgeschichten können die Entwicklung begünstigen.

Evidenzbasierte Übungsprinzipien

Gezieltes Widerstands- und isometrisches Training kann Schmerzen lindern und die Funktion verbessern; strukturierte Programme mit Progression zeigen Vorteile gegenüber keiner Behandlung1. Meta-Analysen bestätigen, dass Bewegungs‑ und Physiotherapie Schmerzen reduzieren und die Gelenkfunktion verbessern können2.

Praxisnahe Prinzipien:

  • Regelmässigkeit: 2–4 Einheiten pro Woche.
  • Progressive Belastung: zunächst moderate Wiederholungszahlen, dann Erhöhung von Gewicht/Wiederholungen.
  • Schmerzgefäss beachten: leichte bis mässige Belastung ist sinnvoll; bei stechendem Schmerz abbrechen.
  • Kombination aus Kräftigung, Mobilisation und Dehnung.

Weiterlesen: Arthrose Therapie Bern – Informationen zu lokalen Therapieoptionen und Angeboten in Bern.

Canna Viva Logo

Medizinisches Cannabis bei Hüftarthrose

Entdecken Sie, wie Cannabis-Therapie Beschwerden bei Hüftarthrose lindern und Ihre Lebensqualität verbessern kann

Therapieoptionen entdecken →

Konkrete Übungen (Schritt-für-Schritt)

Alle Übungen langsam und kontrolliert ausführen, im schmerzfreien oder nur leicht schmerzhaften Bereich. Vor Beginn 5–10 Minuten Aufwärmen (z. B. Gehen, Fahrrad-Ergometer leicht) empfehlen.

1. Hüftbrücke (Gluteus stärken)

Ausgangslage: Rückenlage, Knie gebeugt, Füsse hüftbreit. Hüfte langsam anheben, bis Körper eine gerade Linie Schulter–Knie bildet. 2–3 Sätze × 10–15 Wiederholungen, 3×/Woche. Progression: Beine gestreckt oder Gewicht auf Becken.

2. Seitliches Beinheben (Abduktion)

Ausgangslage: Seitenlage, unteres Bein angewinkelt, oberes Bein gestreckt. Bein kontrolliert anheben und senken. 2–3 Sätze × 10–15 Wiederholungen pro Seite, 3×/Woche. Bei Beschwerden im Leistenbereich Belastung reduzieren.

3. Clamshell (äussere Hüftmuskulatur)

Ausgangslage: Seitenlage mit angewinkelten Hüften und Knien. Knie öffnen wie eine Muschel, ohne Becken zu drehen. 2 Sätze × 12–15 Wiederholungen, 3×/Woche. Progression: Widerstandsband oberhalb der Knie.

4. Hüftbeuger-Dehnung

Knieendposition im Ausfallschritt: hinteres Knie auf Matte, Becken nach vorne kippen, bis Dehnung vorne in der Hüfte spürbar ist. 2×30 Sekunden pro Seite täglich.

Dosierung und Programm

Ein sinnvolles Einsteigerprogramm: 2–3 Kräftigungsübungen pro Einheit, 2–3 Sätze, 10–15 Wiederholungen, 3× pro Woche. Krafttraining unterstützt die Gelenksfunktion und ist Bestandteil empfohlener Reha‑Konzepte1.

Basis-Trainingsplan Hüftarthrose

  1. Aufwärmen 5–10 Min (leichtes Gehen oder Fahrrad)
  2. Mobilisation 5 Min (Schwungübungen, Hüftkreisen)
  3. Kräftigung 15–20 Min (3 Übungen, 2–3 Sätze)
  4. Dehnen 5–10 Min (Hüftbeuger, Gluteus)
  5. Frequenz: 3×/Woche
  6. Progression: alle 2–3 Wochen Last oder Wiederholungen leicht erhöhen
  7. Bei Unsicherheit: Physio oder Arzt konsultieren
  8. Dokumentation: Trainingsnotizen führen zur Kontrolle

Weiterlesen: Arthrose Therapie St. Gallen – Praxisnahe Übungsanleitungen und Therapieangebote in St. Gallen.

Sicherheit & Kontraindikationen

Übungen sollten schmerzfrei oder mit nur leichtem, nachlassendem Muskelkater-ähnlichem Schmerz möglich sein. Sofort abbrechen bei akutem, stechendem Schmerz, hörbarem Gelenkgeräusch mit Schmerz, Schwellung oder Fieber. Bei ausgeprägter Instabilität, akuter Entzündung oder ungeklärter Leistungsminderung ärztliche Abklärung notwendig.

Weiterlesen: Rheuma Therapie Genf – Hinweise zur spezialärztlichen Abklärung und Schmerztherapie in Genf.

Wann ärztlich abklären

Bei akuten oder stark zunehmenden Symptomen ärztliche Untersuchung empfohlen.

  • Plötzliche starke Schmerzen oder Unfähigkeit zu belasten
  • Deutliche Schwellung oder Rötung des Gelenks
  • Fieber oder systemische Symptome
  • Neu auftretende Instabilität oder Sturz
  • Keine Besserung trotz adäquatem Training über 4–6 Wochen

Häufige Fehler & Mythen

Fehler: zu schnelle Progression, Ignorieren von Technik, Training nur an einem Tag pro Woche. Mythos: Schonung heilt Arthrose — tatsächlich verbessert Bewegung oft Schmerz und Funktion. Ein realistisches Ziel ist Schmerzreduktion und Erhalt/Verbesserung der Alltagsfunktion, nicht das «Heilen» des Gelenkverschleisses.

Weiterlesen: Cannabis bei Rheuma – ergänzt die Diskussion über alternative Schmerzbehandlungen und Mythen.

Canna Viva Logo

Medizinisches Cannabis bei Hüftarthrose

Entdecken Sie, wie Cannabis-Therapie Beschwerden bei Hüftarthrose lindern und Ihre Lebensqualität verbessern kann

Kostenlose Bewertung
24h Rückmeldung
Krankenkassen-Abrechnung
Therapieoptionen entdecken →
★★★★★ 4,6/5
Vertrauen von 1000+ Patienten

FAQs

Dr. Britta Massmann

Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Dr. med. Britta Massmann ist als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In ihrer Rolle erstellt sie medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

Medizinisch überprüft

Dr. Britta Massmann

Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Geprüft: September 9, 2025

Weitere Gesundheitsartikel