Veröffentlicht: 25. November 2025|Aktualisiert: 25. November 2025|Medizinisch geprüft von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla
Von Dr. med. Jens Westphal

Von Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Er dient ausschliesslich der allgemeinen medizinischen Information und wurde nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand erstellt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Tinnitus betrifft in der Schweiz etwa 10-15% der Bevölkerung und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die erfolgreiche Behandlung erfordert spezialisierte Kenntnisse und einen individuellen Therapieansatz. Dieser Artikel stellt evidenzbasierte Behandlungsmöglichkeiten vor und hilft Ihnen dabei, qualifizierte Tinnitus Spezialisten in der Schweiz zu finden.

Was ist Tinnitus und wann brauchen Sie einen Spezialisten?

Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen wie Pfeifen, Klingeln, Summen oder Rauschen, ohne dass eine entsprechende äussere Schallquelle vorhanden ist. Die Ohrgeräusche können einseitig oder beidseitig auftreten und unterschiedliche Charakteristika aufweisen. Während viele Menschen gelegentlich kurze Ohrgeräusche erleben, spricht man von behandlungsbedürftigem Tinnitus, wenn die Beschwerden länger als drei Monate bestehen oder die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Ein Tinnitus Spezialist wird empfohlen, wenn die Ohrgeräusche mit Hörminderung, Schwindel, einseitigem Auftreten oder plötzlichem Beginn einhergehen.[1] Auch bei starker psychischer Belastung, Schlafstörungen oder Konzentrationsproblemen durch den Tinnitus sollte professionelle Hilfe gesucht werden. Die Ursachen von Tinnitus sind vielfältig und reichen von Lärmschäden über Mittelohrentzündungen bis hin zu neurologischen Erkrankungen.

Die frühzeitige Behandlung bei akutem Tinnitus (weniger als drei Monate bestehend) bietet die besten Erfolgsaussichten. Bei chronischem Tinnitus stehen hingegen Bewältigungsstrategien und die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund. Stress spielt dabei oft eine verstärkende Rolle und sollte in die Therapieplanung miteinbezogen werden.

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Spezialisierte Tinnitus-Behandlung in der Schweiz

Die Schweiz verfügt über ein gut ausgebautes Netzwerk von Tinnitus-Spezialisten, die moderne, evidenzbasierte Behandlungsansätze anbieten. Diese reichen von klassischen HNO-medizinischen Therapien bis hin zu interdisziplinären Behandlungskonzepten, die psychologische und audiologische Aspekte miteinbeziehen.

Universitätskliniken und Spezialabteilungen

Die grossen Universitätsspitäler in Zürich, Bern, Basel und Genf verfügen über spezialisierte Tinnitus-Abteilungen mit interdisziplinären Teams. Diese Einrichtungen bieten nicht nur die neuesten Behandlungsmethoden, sondern auch die Teilnahme an klinischen Studien. Die Universitätsklinik Zürich beispielsweise führt regelmässig Forschungsprojekte zu neuen Tinnitus-Therapien durch und integriert innovative Ansätze wie die transkranielle Magnetstimulation in ihre Behandlungskonzepte.

Das Inselspital Bern hat sich auf die Kombination von medizinischen und psychotherapeutischen Ansätzen spezialisiert. Hier werden Patienten nicht nur audiologisch untersucht, sondern auch hinsichtlich psychischer Belastungen und Bewältigungsstrategien betreut. Die enge Zusammenarbeit zwischen HNO-Ärzten, Audiologen und Psychologen ermöglicht eine umfassende Betreuung, die alle Aspekte des Tinnitus berücksichtigt.

Das Universitätsspital Basel fokussiert sich besonders auf die neurophysiologischen Grundlagen des Tinnitus und bietet innovative Therapieansätze wie die Neurofeedback-Behandlung an. Diese Methode zielt darauf ab, die Gehirnaktivität zu modulieren und dadurch die Tinnitus-Wahrnehmung zu reduzieren.

Private Tinnitus-Institute und Fachpraxen

Neben den Universitätskliniken gibt es in der Schweiz mehrere spezialisierte private Institute, die sich ausschliesslich der Tinnitus-Behandlung widmen. Diese Einrichtungen zeichnen sich durch kurze Wartezeiten und individuell angepasste Therapieprogramme aus. Das Tinnitus-Institut Zürich beispielsweise bietet ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das medizinische Therapie mit Entspannungstechniken und Lifestyle-Beratung kombiniert.

In der Region Bern hat sich das Zentrum für Hörmedizin auf die Behandlung komplexer Tinnitus-Fälle spezialisiert. Hier werden auch seltene Formen von Tinnitus behandelt, die durch neurologische Erkrankungen oder spezielle Medikamente verursacht werden. Die Praxis arbeitet eng mit anderen Fachrichtungen zusammen und kann bei Bedarf schnell Überweisungen an weitere Spezialisten veranlassen.

Das Tinnitus-Zentrum in Basel fokussiert sich auf die Entwicklung individueller Therapiepläne, die sowohl akustische als auch psychologische Komponenten enthalten. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, verschiedene Therapieansätze in kurzen Abständen zu testen und so die optimale Behandlungsstrategie für jeden Patienten zu finden.

Evidenzbasierte Behandlungsmethoden

Die moderne Tinnitus-Behandlung basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Während früher oft nur symptomatische Behandlungen verfügbar waren, stehen heute gezielteTherapieansätze zur Verfügung, die an den Ursachen und Verstärkungsmechanismen des Tinnitus ansetzen.

Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)

Die Tinnitus-Retraining-Therapie gilt als einer der am besten erforschten Behandlungsansätze für chronischen Tinnitus.[2] Diese Methode kombiniert Hörgeräte-Anpassung mit gezielter Beratung und Bewältigungsstrategien. Das Ziel besteht darin, die automatische Reaktion des Nervensystems auf das Tinnitus-Signal zu verändern und es als belanglos einzustufen.

Die TRT basiert auf dem neurophysiologischen Modell des Tinnitus, welches davon ausgeht, dass nicht das Tinnitus-Signal selbst, sondern die emotionale Bewertung und körperliche Reaktion darauf die Belastung verursacht. Durch spezielle Geräuschgeneratoren, sogenannte Noiser, und gleichzeitige psychologische Betreuung lernen Patienten, das Tinnitus-Signal zu habitulieren – es also nicht mehr bewusst wahrzunehmen.

Studien zeigen, dass etwa 80% der Patienten nach 18-24 Monaten TRT eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität erfahren. Die verwendeten Noiser-Geräte werden individuell angepasst und erzeugen ein angenehmes, gleichmässiges Rauschen, das das Tinnitus-Signal teilweise überdeckt, ohne es vollständig zu maskieren.

Wirksamkeit

  • Erfolgsrate von 70-80% bei konsequenter Anwendung
  • Nachgewiesene Verbesserung der Lebensqualität in kontrollierten Studien
  • Besonders effektiv bei Patienten mit ausgeprägter emotionaler Belastung

Die Wirksamkeit der TRT hängt stark von der Motivation des Patienten und der konsequenten Anwendung ab. Die meisten Spezialisten empfehlen eine tägliche Tragedauer der Noiser von mindestens 8 Stunden über einen Zeitraum von 12-18 Monaten.

Therapiedauer

  • Behandlungsdauer: 12-24 Monate
  • Regelmässige Kontrolltermine alle 3-6 Monate
  • Erste Verbesserungen meist nach 3-6 Monaten spürbar

Die lange Therapiedauer erklärt sich durch die notwendige Neuroplastizität – das Gehirn benötigt Zeit, um neue neuronale Verbindungen zu bilden und alte, belastende Reaktionsmuster zu überschreiben.[3] Geduld und kontinuierliche Anwendung sind daher essentiell für den Therapieerfolg.

Kostenübernahme

  • Grundversicherung übernimmt oft audiologische Abklärung
  • Hörgeräte/Noiser: teilweise durch Zusatzversicherung abgedeckt
  • Psychologische Betreuung: meist über Grundversicherung

Die Kostenübernahme variiert je nach Krankenkasse und individuellem Versicherungsschutz. Es empfiehlt sich, vor Therapiebeginn eine Kostengutsprache einzuholen und die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen.

Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)

Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als hochwirksame Behandlungsmethode für Tinnitus-Patienten erwiesen.[4] Dieser Ansatz fokussiert sich auf die Veränderung dysfunktionaler Gedanken und Verhaltensweisen, die mit dem Tinnitus in Verbindung stehen. Viele Patienten entwickeln im Laufe der Zeit negative Gedankenmuster und Vermeidungsverhalten, die die Belastung durch den Tinnitus verstärken.

In der CBT lernen Patienten, katastrophisierende Gedanken zu erkennen und durch realistischere Bewertungen zu ersetzen. Gleichzeitig werden Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen vermittelt, die helfen, die körperliche Anspannung zu reduzieren und die Aufmerksamkeit vom Tinnitus weg zu lenken.

Behandlungsansätze

  • Gedankenstopp-Techniken zur Unterbrechung negativer Gedankenspiralen
  • Exposition mit Reaktionsverhinderung bei ausgeprägtem Vermeidungsverhalten
  • Achtsamkeits- und Akzeptanzbasierte Interventionen

Die verschiedenen CBT-Techniken werden individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Besonders bewährt hat sich die Kombination aus kognitiver Umstrukturierung und Verhaltensexperimenten, bei denen Patienten lernen, ihre Befürchtungen bezüglich des Tinnitus zu überprüfen und zu korrigieren.

Wirksamkeit

  • Signifikante Reduktion der Tinnitus-bedingten Belastung in 60-70% der Fälle
  • Verbesserung der Schlafqualität und Konzentrationsfähigkeit
  • Nachhaltige Effekte auch nach Therapieende

Studien zeigen, dass die Kombination aus CBT und audiologischen Interventionen oft bessere Ergebnisse erzielt als eine Behandlungsmodalität allein. Die Nachhaltigkeit der CBT-Effekte ist besonders bemerkenswert, da Patienten die erlernten Techniken auch nach Therapieende selbstständig anwenden können.[5]

Therapieformat

  • Einzeltherapie: 10-20 Sitzungen über 3-6 Monate
  • Gruppentherapie: kostengünstiger, fördert Erfahrungsaustausch
  • Online-Therapie: zunehmend verfügbar und wirksam

Die Wahl des Therapieformats hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschliesslich der Schwere der Symptome, persönlichen Präferenzen und praktischen Überlegungen wie Anfahrtszeiten. Gruppentherapien bieten zusätzlich den Vorteil des Austauschs mit anderen Betroffenen.

Medikamentöse Therapieansätze

Obwohl es kein spezifisches Medikament gegen Tinnitus gibt, können verschiedene Arzneimittel zur Symptomlinderung eingesetzt werden. Die Auswahl der Medikamente richtet sich nach den individuellen Symptomen und Begleiterkrankungen des Patienten. Besonders bei akutem Tinnitus können Kortisonpräparate helfen, während bei chronischen Formen oft eine symptomatische Behandlung im Vordergrund steht.

Die medikamentöse Behandlung sollte immer in Kombination mit anderen Therapieansätzen erfolgen und regelmässig bezüglich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft werden. Viele Patienten profitieren von einer zeitlich begrenzten medikamentösen Unterstützung, während sie andere Bewältigungsstrategien erlernen.

Kortikosteroide bei akutem Tinnitus

  • Prednisolon: Standard-Dosierung 1mg/kg Körpergewicht über 7-10 Tage
  • Wirkungsmechanismus: Entzündungshemmung und Abschwellung im Innenohr
  • Behandlungszenster: optimal innerhalb der ersten 72 Stunden

Die Kortisontherapie bei Tinnitus ist besonders bei Verdacht auf eine entzündliche Ursache oder einen Hörsturz indiziert.[6] Die Erfolgsrate ist höher, je früher die Behandlung eingeleitet wird, wobei eine Therapie nach mehr als vier Wochen meist keine signifikanten Verbesserungen mehr bringt.

Antidepressiva

  • Trizyklische Antidepressiva: bei gleichzeitiger Depression und Schlafstörungen
  • SSRI: zur Behandlung begleitender Angststörungen
  • Dosierung meist niedriger als bei klassischer Depressionsbehandlung

Antidepressiva werden nicht primär wegen ihrer antidepressiven Wirkung eingesetzt, sondern können auch die zentrale Verarbeitung von Tinnitus-Signalen modulieren. Besonders bei Patienten mit ausgeprägter emotionaler Belastung oder Schlafstörungen können diese Medikamente hilfreich sein.

Weitere medikamentöse Optionen

  • Antikonvulsiva: bei neuropathischen Komponenten
  • Betahistin: bei begleitendem Schwindel
  • Melatonin: zur Verbesserung der Schlafqualität

Die Auswahl der Medikation erfolgt individuell und berücksichtigt das gesamte Symptomspektrum sowie mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Eine regelmässige Überprüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit ist essentiell.

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Innovative Therapieansätze

Die Tinnitus-Behandlung entwickelt sich kontinuierlich weiter, und verschiedene innovative Therapieansätze zeigen vielversprechende Ergebnisse in klinischen Studien. Diese neuen Methoden erweitern das therapeutische Spektrum und bieten Hoffnung für Patienten, die auf konventionelle Behandlungen nicht ansprechen.

Neuromodulation

Neuromodulationsverfahren zielen darauf ab, die abnormale neuronale Aktivität zu normalisieren, die mit der Tinnitus-Wahrnehmung in Verbindung steht.[7] Diese Ansätze nutzen verschiedene Stimulationstechniken, um die Plastizität des Gehirns zu fördern und pathologische neuronale Netzwerke zu reorganisieren.

Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) verwendet schwache elektrische Ströme, um die Aktivität spezifischer Gehirnregionen zu modulieren. Studien zeigen, dass eine mehrwöchige Behandlung mit tDCS zu einer signifikanten Reduktion der Tinnitus-Intensität führen kann. Die Behandlung ist non-invasiv und wird gut vertragen.

Die transkranielle Magnetstimulation (rTMS) verwendet starke Magnetfelder, um die Aktivität in auditorischen und limbischen Gehirnregionen zu beeinflussen. Diese Methode zeigt besonders bei Patienten mit hochfrequentem Tinnitus gute Erfolgsraten und wird bereits in einigen Schweizer Zentren angeboten.

Musiktherapie und akustische Stimulation

Musikbasierte Therapieansätze nutzen die natürliche Fähigkeit des Gehirns zur auditorischen Verarbeitung und Neuroplastizität. Die Neuromusik-Therapie verwendet speziell komponierte Musik, die auf die individuelle Tinnitus-Frequenz abgestimmt ist. Patienten hören täglich mehrere Stunden diese personalisierte Musik, wodurch die kortikale Reorganisation gefördert wird.

Die fraktierte Musik-Therapie filtert gezielt die Tinnitus-Frequenz aus der Lieblingsmusik des Patienten heraus. Durch regelmässiges Hören dieser bearbeiteten Musik soll die Überaktivität der entsprechenden Frequenzbereiche im auditorischen Kortex reduziert werden. Erste Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei etwa 50% der behandelten Patienten.

Virtual Reality und Biofeedback

Virtual Reality-Anwendungen bieten neue Möglichkeiten für Entspannungstherapien und kognitive Umstrukturierung. Patienten können in virtuelle Umgebungen eintauchen, die speziell zur Tinnitus-Bewältigung entwickelt wurden. Diese immersiven Erfahrungen helfen dabei, die Aufmerksamkeit vom Tinnitus weg zu lenken und neue Bewältigungsstrategien zu erlernen.

Biofeedback-Verfahren machen physiologische Prozesse sichtbar, die normalerweise unbewusst ablaufen. Patienten lernen, ihre Muskelspannung, Herzfrequenz oder Gehirnaktivität bewusst zu beeinflussen. Besonders EEG-Biofeedback (Neurofeedback) zeigt bei Tinnitus-Patienten positive Effekte, da es direkt auf die abnormalen Gehirnaktivitätsmuster abzielt.[8]

Rechtliche Aspekte und Kostenübernahme in der Schweiz

Die Finanzierung der Tinnitus-Behandlung in der Schweiz ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zur Kostenübernahme ist für Patienten essentiell, um eine angemessene Behandlung zu erhalten, ohne übermässige finanzielle Belastungen zu tragen.

Grundversicherung

Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt grundsätzlich die Kosten für ärztliche Konsultationen und diagnostische Untersuchungen bei Tinnitus. Dazu gehören HNO-ärztliche Untersuchungen, audiometrische Tests und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT, wenn diese medizinisch indiziert sind. Auch die Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wird durch die Grundversicherung abgedeckt.

Psychotherapeutische Behandlungen sind ebenfalls über die Grundversicherung finanziert, sofern sie von einem anerkannten Psychotherapeuten oder Psychiater durchgeführt werden. Hierbei gelten die üblichen Bestimmungen bezüglich Kostenbeteiligung und Selbstbehalt. Eine ärztliche Anordnung ist für die psychotherapeutische Behandlung erforderlich.

Bei stationären Behandlungen, die bei schweren Tinnitus-Fällen manchmal notwendig sind, trägt die Grundversicherung die Kosten abzüglich der täglichen Kostenbeteiligung von 15 Franken. Spezialisierte Tinnitus-Kliniken, die stationäre Programme anbieten, müssen jedoch von der Krankenkasse als Leistungserbringer anerkannt sein.

Hörgeräte und technische Hilfsmittel

Die Kostenübernahme für Hörgeräte und Tinnitus-Noiser ist reglementiert und abhängig vom Grad der Hörminderung. Bei einem nachgewiesenen Hörverlust von mehr als 20% übernimmt die Grundversicherung einen Pauschalbetrag von 840 Franken pro Hörgerät alle sechs Jahre. Dieser Betrag deckt meist nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten ab.

Für reine Tinnitus-Noiser ohne Hörgerätefunktion ist die Kostenübernahme schwieriger und oft von einer zusätzlichen medizinischen Begründung abhängig. Einige Krankenkassen zeigen sich kulant, wenn die Geräte im Rahmen einer strukturierten Tinnitus-Therapie verschrieben werden. Eine vorgängige Kostengutsprache ist in jedem Fall empfehlenswert.

Innovative Therapiegeräte wie Neurofeedback-Systeme oder spezielle Musiktherapie-Geräte werden von der Grundversicherung normalerweise nicht übernommen. Hier können Zusatzversicherungen helfen, wobei die Konditionen stark variieren und eine individuelle Prüfung erforderlich ist.

Zusatzversicherungen und alternative Finanzierung

Zusatzversicherungen können wesentlich zur Finanzierung erweiterte Tinnitus-Behandlungen beitragen. Viele Versicherungen übernehmen Kosten für komplementärmedizinische Behandlungen wie Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie, sofern diese von anerkannten Therapeuten durchgeführt werden. Die jährlichen Leistungsobergrenzen variieren je nach Versicherung zwischen 500 und 5000 Franken.

Einige Zusatzversicherungen bieten spezielle Leistungen für Hörgeräte und audiologische Hilfsmittel an. Diese können die Zuzahlungen der Grundversicherung erheblich ergänzen und ermöglichen den Zugang zu hochwertigen Geräten. Auch private Behandlungen bei nicht kassenzugelassenen Spezialisten können über Zusatzversicherungen abgerechnet werden.

Für Patienten ohne ausreichende Versicherungsdeckung gibt es verschiedene Stiftungen und Hilfsfonds, die bei der Finanzierung von Tinnitus-Behandlungen unterstützen können. Die Schweizerische Tinnitus-Liga bietet Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten und kann in besonderen Härtefällen direkte Unterstützung vermitteln.

Wie Sie den richtigen Tinnitus Spezialisten finden

Die Auswahl des richtigen Spezialisten ist entscheidend für den Therapieerfolg. Ein guter Tinnitus-Spezialist zeichnet sich nicht nur durch fachliche Kompetenz aus, sondern auch durch Verständnis für die individuelle Situation des Patienten und die Bereitschaft, verschiedene Behandlungsansätze zu kombinieren.

Qualifikationen und Erfahrung

Suchen Sie nach Ärzten mit spezifischer Ausbildung in der Tinnitus-Behandlung. Viele HNO-Ärzte haben Zusatzqualifikationen in Audiologie oder speziellen Tinnitus-Therapien erworben. Fragen Sie gezielt nach der Erfahrung mit verschiedenen Behandlungsmethoden und der Anzahl behandelter Tinnitus-Patienten pro Jahr.

Mitgliedschaften in Fachgesellschaften wie der Schweizerischen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder internationalen Tinnitus-Organisationen können Hinweise auf die fachliche Qualifikation geben. Auch die Teilnahme an Fortbildungen und Kongressen zeigt das Engagement für aktuelle Behandlungsstandards.

Erkundigen Sie sich nach der interdisziplinären Zusammenarbeit der Praxis oder Klinik. Ein guter Tinnitus-Spezialist arbeitet eng mit Audiologen, Psychologen und gegebenenfalls anderen Fachrichtungen zusammen. Diese Vernetzung ist für eine umfassende Betreuung essentiell.

Persönliche Faktoren

Die Chemie zwischen Patient und Arzt spielt bei der langfristigen Tinnitus-Behandlung eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, ob sich der Spezialist ausreichend Zeit nimmt, Ihre Beschwerden zu verstehen und verschiedene Behandlungsoptionen zu erklären. Ein seriöser Tinnitus-Spezialist wird keine unrealistischen Heilungsversprechen machen, sondern ehrlich über Erfolgsaussichten und mögliche Grenzen der Behandlung sprechen.

Die geografische Erreichbarkeit ist besonders bei langfristigen Therapien wichtig. Regelmässige Termine sollten ohne übermässigen Aufwand wahrnehmbar sein. Viele moderne Praxen bieten auch Telemedizin-Optionen für Nachsorge und Beratung an, was die Behandlung flexibler gestalten kann.

Fragen Sie nach den verfügbaren Behandlungsmethoden und der Bereitschaft, verschiedene Ansätze auszuprobieren. Ein guter Spezialist wird einen individualisierten Behandlungsplan erstellen und diesen bei Bedarf anpassen. Auch die Möglichkeit einer Zweitmeinung sollte respektiert und unterstützt werden.

Wie wir helfen können

Bei Cannaviva verstehen wir die komplexen Herausforderungen, die Tinnitus mit sich bringt. Unser erfahrenes Team aus Ärzten und Therapeuten bietet individuell angepasste Behandlungskonzepte, die verschiedene evidenzbasierte Ansätze kombinieren. Wir arbeiten eng mit spezialisierten Tinnitus-Zentren zusammen und können Sie an die passenden Experten vermitteln.

Unsere telemedizinischen Beratungen ermöglichen es Ihnen, kompetente Unterstützung zu erhalten, ohne weite Anfahrtswege auf sich nehmen zu müssen. Informieren Sie sich über unsere umfassenden Behandlungsansätze und wie wir Ihnen bei der Bewältigung Ihres Tinnitus helfen können.

Für Patienten in der Region Bern bieten wir spezielle Programme an, die auf die lokalen Bedürfnisse und Gegebenheiten zugeschnitten sind. Erfahren Sie mehr über unsere Behandlungsoptionen in Bern und vereinbaren Sie einen Termin für eine individuelle Beratung.

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Fazit

Die Behandlung von Tinnitus in der Schweiz ist auf einem hohen medizinischen Niveau und bietet Betroffenen verschiedene evidenzbasierte Therapieoptionen. Ein früher Behandlungsbeginn und die Auswahl eines qualifizierten Tinnitus Spezialisten sind entscheidend für den Therapieerfolg. Die Kombination verschiedener Behandlungsansätze, von medizinischen Interventionen über psychologische Betreuung bis hin zu technischen Hilfsmitteln, ermöglicht individuell angepasste Therapiepläne. Mit der richtigen Behandlung können die meisten Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen und lernen, erfolgreich mit ihrem Tinnitus umzugehen.

FAQ

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla ist als Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In ihrer Rolle erstellt sie medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

Medizinisch überprüft

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Geprüft: November 25, 2025

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