Cannabis Überdosierung

Symptome einer Cannabisvergiftung oder THC-Überdosis: Was tun?

Von Dr. med. Jens Westphal – Aktualisiert am 19. Juli 2025

Kann man wirklich zu viel Cannabis konsumieren? Die Vorstellung einer Überdosis klingt für viele absurd – doch gerade in der Schweiz, wo Cannabis zunehmend medizinisch genutzt wird, ist Aufklärung über mögliche Risiken essenziell. Eine THC-Überdosis ist zwar selten lebensgefährlich, kann jedoch mit beängstigenden Symptomen wie Herzrasen, Panik oder Halluzinationen einhergehen. Dieser Artikel erklärt, wie es dazu kommt, was Betroffene tun können und wie sich Überdosierungen effektiv vermeiden lassen.

Was ist eine THC-Überdosis?

Eine THC-Überdosis (auch Cannabisvergiftung) beschreibt eine akute Überreizung des Endocannabinoid-Systems durch eine zu hohe Dosis Tetrahydrocannabinol. Im Unterschied zu vielen anderen Substanzen ist eine letale Dosis THC kaum erreichbar. Trotzdem kann übermässiger Konsum – etwa durch Edibles oder hochpotente Konzentrate – zu starken körperlichen und psychischen Symptomen führen.

Fachlicher Hintergrund: Laut NCBI erhöht regelmässiger THC-Konsum, insbesondere bei genetischer Disposition, das Risiko für psychotische Episoden.

Wenn Sie mehr über sichere Konsumpraktiken erfahren möchten, lesen Sie unseren Artikel über Green-Out oder informieren Sie sich, wie Sie ein verantwortungsvoller Cannabis-Patient in der Schweiz werden können.

Wie kommt es zur Überdosis? Häufige Ursachen

UrsacheBeschreibung
Edibles (Esswaren)Verzögerte Wirkung, was zu Nachdosierung führt
Konzentrate & ÖleHoher THC-Gehalt, schwer kontrollierbar für Unerfahrene
Unerfahrene KonsumentenGeringe Toleranz → starke Reaktion selbst auf kleine Dosen
Mischkonsum (z. B. Alkohol)Verstärkte Wirkung durch Interaktion verschiedener Substanzen
Synthetische CannabinoideLaut PubMed toxischer als natürliches THC
Infografik zeigt das Risiko- und Symptommuster bei Cannabis-Konsum in der Schweiz: von gelegentlichem Konsum mit milden Symptomen bis hin zu hochpotenten Konzentraten mit erhöhtem Überdosisrisiko. Darstellung in vier Feldern mit Farbe und Icons.

Ich dachte, ich sterbe – meine Erfahrung mit einer THC-Überdosis durch Edibles

Ich habe einmal zu viele THC-Gummibärchen gegessen, weil ich die Wirkung unterschätzt habe. Nach etwa zwei Stunden bekam ich Panik, mein Herz raste und ich fühlte mich wie in einer Endlosschleife. Erst durch frische Luft, Wasser und später CBD-Tropfen beruhigte sich mein Zustand wieder.

Zwei Hände halten sich unterstützend – eine Patientin im Gespräch mit einer vertrauten Person. Symbolbild für einfühlsame Therapie in der Schweiz.

Symptome einer THC-Überdosis

Körperliche Anzeichen

  • Herzrasen, Druckgefühl in der Brust

  • Übelkeit, Erbrechen, Schwindel

  • Zittern, Kreislaufprobleme, Ohnmacht

  • Mundtrockenheit, rote Augen

Psychische Anzeichen

  • Angstzustände, Panikattacken

  • Verwirrtheit, Halluzinationen

  • Gefühl des Kontrollverlusts („Green-Out“)

Hinweis: Eine detaillierte Erklärung des Green-Outs finden Sie im Artikel Was ist ein Green-Out?

Langfristige Risiken bei wiederholter Überdosis

  • Psychische Gesundheit: erhöhtes Risiko für Angststörungen, Depressionen, Psychosen (Quelle: NCBI)

  • Körperliche Belastung: Herz-Kreislauf-Stress, Lungenschäden bei Inhalation

  • Toleranzentwicklung: führt zu höheren Dosen → Teufelskreis

Erste Hilfe bei Cannabisvergiftung

  1. Ruhe bewahren – Panik verstärkt die Symptome.

  2. Frische Luft – gut belüfteter Raum oder Spaziergang (vorsichtig!)

  3. Flüssigkeit zuführen – stilles Wasser oder Kräutertee

  4. CBD als Gegenspieler – kann die THC-Wirkung abmildern

  5. Medizinische Hilfe holen, wenn:

    • Halluzinationen auftreten

    • Kreislauf kollabiert

    • Herzprobleme bestehen

Grafische Anleitung zur Reaktion bei THC-Überdosis: Symptome erkennen, beruhigen und hydrieren, bei Bedarf medizinische Hilfe suchen. Wichtige Sofortmassnahmen für Betroffene in der Schweiz nach übermässigem Cannabis-Konsum.

Prävention: So vermeiden Sie eine Überdosis

  • Langsam dosieren, besonders bei Edibles

  • THC-Gehalt beachten (Konzentrate meiden)

  • Kein Mischkonsum mit Alkohol

  • Nur in sicherem Umfeld konsumieren

  • Pause einlegen bei häufiger Anwendung

Rechtliche Hinweise (CH)

In der Schweiz ist medizinischer Cannabis rezeptpflichtig. Der private Besitz und Konsum unterliegt strengen Vorschriften. Nur ärztlich begleiteter Konsum garantiert eine sichere Anwendung.

So vereinbarst Du einen Termin

Wenn Du in der Schweiz nach einer ganzheitlichen Behandlung mit medizinischem Cannabis suchst, stehen Dir qualifizierte Ärzte zur Verfügung, um bei der Entwicklung eines individuellen Behandlungsplans zu helfen. Buche noch heute Deinen Termin und starte den Weg zu einer besseren Lebensqualität!

Freundlich lächelnde Ärztin mit Stethoskop und Headset winkt in die Kamera während einer Videosprechstunde zur medizinischen Cannabistherapie. Sie sitzt an einem Schreibtisch, führt eine Online-Beratung durch und schreibt gleichzeitig Notizen. Im Hintergrund sind ein Regal und eine Lampe zu sehen, die eine professionelle und zugängliche Atmosphäre vermitteln.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur THC-Überdosis

  1. Was passiert bei einer Cannabis-Überdosierung? Eine Cannabis-Überdosis führt zu einer akuten Überreizung des Nervensystems. Der Körper reagiert mit Symptomen wie Herzrasen, starkem Schwindel, Übelkeit, Panik oder Desorientierung. In den meisten Fällen sind die Symptome unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich.
  2. Was passiert bei zu viel Cannabis? Zu viel THC kann körperlich wie psychisch stark belasten. Häufige Reaktionen sind Kreislaufprobleme, Angstzustände, Wahrnehmungsverzerrungen oder das Gefühl, die Kontrolle über den Körper zu verlieren. Vor allem bei Edibles oder Konzentraten tritt dies auf.
  3. Was ist eine übermässige Menge Cannabis? Bereits 10–20 mg THC können bei unerfahrenen Konsumenten intensive Wirkungen hervorrufen. Als übermässig gilt jede Dosis, die das individuelle Toleranzniveau deutlich überschreitet. Besonders riskant: Edibles mit unbekannter Dosierung oder synthetische Cannabinoide.
  4. Wie fühlt man sich, wenn man zu viel gekifft hat? Betroffene berichten von starker innerer Unruhe, Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Zittern oder dem Gefühl, „abzuheben“. Auch Denkstörungen, Angst und Kontrollverlust treten häufig auf – vorübergehend, aber belastend.

Über den Autor

Porträt von Dr. med. Jens Westphal, Facharzt und Praktischer Arzt FMH, mit hellem Hemd und dunklem Sakko, lächelnd vor cannaviva.ch Logo.

Dr. med. Jens Westphal
Facharzt, Praktischer Arzt FMH mit Spezialisierung auf medizinisches Cannabis und seltene Krankheiten. Dr. Westphal begleitet Patientinnen und Patienten seit vielen Jahren in der sicheren Anwendung von medizinischem Cannabis und engagiert sich für Aufklärung und Rechtsklarheit in der Schweiz.

Medizinisch geprüft am: 19. Juli 2025

Mehr zur ärztlichen Leitung: cannaviva.ch/ueber-uns

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Wissenswertes

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Quellenverzeichnis

Fachliche Quellen

National Center for Biotechnology Information (NCBI):

Cannabis Use and Mental Health Disorders
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK430823/

PubMed

Synthetic cannabinoid use: a case series of psychosis associated with high-potency cannabis alternatives
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30676820/

Erfahrungsberichte (Reddit)

satirische Darstellung einer Überdosis durch einen Jugendlichen

r/satire_de_en (satirische Darstellung einer Überdosis durch einen Jugendlichen):
https://www.reddit.com/r/satire_de_en/comments/1ea2dbq/jugendlicher_18_nach_%C3%BCberdosis_cannabis/

Diskussion über synthetische Cannabinoide und psychische Risiken

r/science (Diskussion über synthetische Cannabinoide und psychische Risiken):
https://www.reddit.com/r/science/comments/4rho1u/synthetic_cannabinoid_use_associated_with_higher/

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