Veröffentlicht: 14. Oktober 2025|Aktualisiert: 14. Oktober 2025|Medizinisch geprüft von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla
Von Dr. med. Jens Westphal

Von Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschliesslich Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen immer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Mit der zunehmenden Verbreitung hochpotenter Cannabis-Produkte steigt auch das Risiko unerwünschter Wirkungen und Überdosierungen. Obwohl eine tödliche THC-Überdosis praktisch ausgeschlossen ist, können die Symptome einer Cannabisvergiftung – wie Panikattacken, Herzrasen oder Verwirrtheit – für Betroffene sehr belastend sein. Besonders unerfahrene Konsumenten oder Personen, die Edibles zu hoch dosieren, sind gefährdet. Dieser Artikel gibt einen Überblick darüber, wie sich eine Cannabis-Überdosierung erkennen lässt, welche Sofortmassnahmen empfohlen werden und wie man solchen Situationen vorbeugen kann.

Was ist eine Cannabis-Überdosierung?

Eine Cannabis-Überdosierung, auch Cannabisvergiftung genannt, entsteht durch eine akute Überbelastung des Endocannabinoid-Systems mit Tetrahydrocannabinol (THC). Anders als bei anderen Substanzen ist eine tödliche Cannabis-Überdosis praktisch ausgeschlossen – die letale Dosis liegt bei Menschen weit über dem, was durch normalen Konsum erreichbar wäre. Dennoch führt übermässiger THC-Konsum zu einer Vielzahl unangenehmer körperlicher und psychischer Symptome.

Das Endocannabinoid-System reguliert wichtige Körperfunktionen wie Stimmung, Appetit, Schmerzwahrnehmung und Gedächtnis. Bei einer Überdosierung werden die CB1-Rezeptoren im Gehirn überstimuliert, was zu den charakteristischen cannabisvergiftung symptomen führt.[1] Diese können von mildem Unwohlsein bis hin zu schweren Angstzuständen und Halluzinationen reichen.

Besonders gefährdet sind Personen ohne Toleranz, die versehentlich hochdosierte Produkte konsumieren. Auch das Green-Out-Phänomen gehört zu den Überdosierungserscheinungen und beschreibt den Zustand völliger Überforderung durch Cannabis.

Canna Viva Logo

Cannabis-Überdosierung sicher vermeiden

Lassen Sie sich individuell beraten, um Überdosierungen zu vermeiden und Cannabis sicher medizinisch zu nutzen – besonders bei unerfahrenen Konsumenten.

Beratung jetzt starten →

Häufige Ursachen einer Cannabisvergiftung

Die meisten Cannabis-Überdosierungen entstehen nicht durch bewussten exzessiven Konsum, sondern durch Unwissen über Dosierung und Wirkstärke. Edibles (essbare Cannabis-Produkte) sind besonders tückisch, da ihre Wirkung erst nach 30 Minuten bis zu zwei Stunden einsetzt.[2] Viele Konsumenten nehmen in dieser Zeit eine weitere Dosis ein, was zu einer ungewollten Überdosierung führt.

Hochpotente Cannabis-Konzentrate mit THC-Gehalten von 70-90% stellen ein erhöhtes Risiko dar. Während traditionelles Cannabis meist 10-25% THC enthält, können schon kleine Mengen dieser Konzentrate zu cannabisvergiftung symptomen führen. Unerfahrene Konsumenten unterschätzen oft die Potenz solcher Produkte.

Mischkonsum verstärkt die Überdosierungsrisiken erheblich. Alkohol kann die THC-Aufnahme ins Blut beschleunigen und die psychoaktive Wirkung verstärken. Auch gestrecktes Cannabis birgt unkalkulierbare Risiken, da synthetische Zusätze unvorhersehbare Reaktionen auslösen können.

Risikofaktoren für Cannabis-Überdosierung

  1. Geringe oder fehlende THC-Toleranz bei Erstkonsum
  2. Verzehrte Cannabis-Edibles mit unbekannter Dosierung
  3. Verwendung hochpotenter Konzentrate oder Extrakte
  4. Gleichzeitiger Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen
  5. Konsum synthetischer Cannabinoide oder gestreckter Produkte

Typische Cannabisvergiftung Symptome

Körperliche Anzeichen

Die körperlichen cannabisvergiftung symptome entwickeln sich meist binnen Minuten nach dem Konsum (beim Inhalieren) oder innerhalb von zwei Stunden (bei Edibles). Herzrasen ist eines der häufigsten und beunruhigendsten Symptome – die Herzfrequenz kann auf über 120 Schläge pro Minute ansteigen und wird von den Betroffenen als sehr bedrohlich empfunden.

Übelkeit und Erbrechen treten besonders bei hohen Dosen auf. Diese Symptome können mehrere Stunden anhalten und werden oft von starkem Schwindel begleitet. Die Betroffenen wirken blass, schwitzen stark und klagen über Mundtrockenheit.

Weitere körperliche Symptome umfassen Zittern, Koordinationsprobleme und extreme Müdigkeit. In schweren Fällen kann es zu vorübergehenden Bewusstseinseintrübungen kommen, die jedoch meist binnen weniger Stunden vollständig abklingen.

Psychische Symptome

Die psychischen cannabisvergiftung symptome sind oft belastender als die körperlichen. Intensive Angst- und Panikzustände stehen im Vordergrund – Betroffene berichten von überwältigenden Todesängsten und dem Gefühl, die Kontrolle vollständig zu verlieren.

Halluzinationen und Wahrnehmungsverzerrungen können auftreten, besonders bei sehr hohen Dosen. Die Betroffenen nehmen Geräusche übermässig laut wahr, sehen Bewegungen in ihrem peripheren Sichtfeld oder erleben Zeitverzerrungen. Besonders bei jungen Erstkonsumenten können solche Erfahrungen traumatische Erinnerungen hinterlassen.

Paranoide Gedanken und Verwirrung erschweren den Umgang mit der Situation zusätzlich. Manche Betroffene entwickeln obsessive Gedankenschleifen oder erleben dissoziative Symptome.

Langfristige Auswirkungen und Risiken

Während die akuten cannabisvergiftung symptome meist binnen 6-12 Stunden abklingen, können bei vulnerablen Personen längerfristige Probleme entstehen. Studien zeigen, dass intensive Cannabis-Überdosierungen bei prädisponierten Jugendlichen das Risiko für die Entwicklung von Angststörungen erhöhen können.[3]

Besonders problematisch sind Überdosierungen mit hochdosierten Edibles (200-250mg THC) bei Erstkonsum. Betroffene berichten teilweise von wochenlang anhaltenden Angstsymptomen und Panikattacken, die eine psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung erforderlich machen.

Das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom kann bei chronischen Überdosierungen auftreten und führt zu wiederkehrenden schweren Übelkeits- und Brechanfällen. Diese Komplikation tritt hauptsächlich bei langjährigem, hochdosiertem Konsum auf.

Sofortmassnahmen bei Cannabis-Überdosierung

Die richtige Reaktion bei cannabisvergiftung symptomen kann den Verlauf erheblich mildern und Komplikationen vermeiden. Ruhe und eine sichere Umgebung stehen im Vordergrund – Panik verstärkt die Symptome erheblich.

Frische Luft und eine bequeme Sitzposition helfen bei Kreislaufproblemen. Betroffene sollten sich an einen ruhigen, gut belüfteten Ort begeben. Wichtig ist, nicht allein zu bleiben – eine vertraute Person sollte die Überwachung übernehmen.

CBD kann als natürlicher Gegenspieler zu THC wirken und die psychoaktiven Effekte abmildern.[4] Falls verfügbar, können 10-20mg CBD-Öl die Symptome deutlich reduzieren. Auch Terpene wie Limonen (aus Zitronenschalen) werden als hilfreich beschrieben.

ℹ️Notfall-Checkliste bei Cannabis-Überdosierung:

Bei schweren cannabisvergiftung symptomen sollten Sie sofort medizinische Hilfe anfordern. Rufen Sie den Notarzt (144), wenn anhaltende Herzprobleme, Bewusstseinsstörungen oder schwere psychotische Symptome auftreten. Seien Sie ehrlich über den Cannabiskonsum – Ärzte unterliegen der Schweigepflicht.
Canna Viva Logo

Sichere Anwendung bei Cannabis-Überdosierung erlernen

Lassen Sie sich von erfahrenen Cannabis-Ärztinnen und -Ärzten beraten, um Risiken einer Überdosierung zu vermeiden und individuell passende Produkte sicher zu nutzen.

Kostenlose Bewertung
24h Rückmeldung
Krankenkassen-Abrechnung
Jetzt beraten lassen →
★★★★★ 4,6/5
Vertrauen von 1000+ Patienten

Wann ist medizinische Hilfe erforderlich?

Obwohl die meisten cannabisvergiftung symptome ohne medizinische Intervention abklingen, gibt es Situationen, die eine professionelle Behandlung erfordern. Bei anhaltenden Herzrhythmusstörungen, Blutdruckproblemen oder Atembeschwerden sollte umgehend der Notarzt kontaktiert werden.[5]

Bewusstseinsstörungen, anhaltende Halluzinationen oder aggressive Verhaltensweisen sind weitere Warnsignale. Besonders bei Jugendlichen oder Personen mit psychiatrischen Vorerkrankungen können cannabis-induzierte Psychosen auftreten, die stationärer Behandlung bedürfen.

Schwangere Frauen sollten bei jeder Cannabis-Überdosierung ärztliche Hilfe suchen, da THC die Plazentaschranke überwinden und den Fötus schädigen kann. Auch bei Verdacht auf Mischkonsum mit anderen Substanzen ist medizinische Überwachung unerlässlich.

Wann sofort den Notarzt rufen

Diese Symptome erfordern umgehende medizinische Hilfe

  • Anhaltende Brustschmerzen oder Herzrhythmusstörungen
  • Bewusstlosigkeit oder starke Bewusstseinstrübung
  • Schwere Halluzinationen oder psychotisches Verhalten
  • Atemprobleme oder bläuliche Verfärbung der Lippen
  • Verdacht auf Mischkonsum mit anderen Drogen oder Medikamenten

Präventionsstrategien

Die beste Behandlung einer Cannabis-Überdosierung ist ihre Vermeidung. Dies beginnt mit einer angemessenen Dosierung, besonders bei Edibles. Die Regel „Start low, go slow” sollte strikt befolgt werden – beginnen Sie mit maximal 2,5-5mg THC und warten Sie mindestens zwei Stunden vor einer weiteren Dosis.[6]

Bei der Produktauswahl sollten Sie ausschliesslich auf laborgetestete Cannabis-Produkte setzen. Vermeiden Sie unbekannte Quellen oder selbstgemachte Edibles mit unklarer Dosierung. Informieren Sie sich über den THC-Gehalt und beginnen Sie immer mit der niedrigstmöglichen Dosis.

Mischkonsum sollte grundsätzlich vermieden werden – besonders die Kombination mit Alkohol potenziert die Überdosierungsrisiken erheblich. Auch Medikamente können unvorhersehbare Wechselwirkungen mit THC eingehen.

Ein erfahrener Cannabis-Arzt kann bei medizinischem Bedarf eine sichere Dosierung und geeignete Produkte empfehlen. Dies ist besonders wichtig für Patienten mit Vorerkrankungen oder bei gleichzeitiger Medikation.

Rechtliche Aspekte in der Schweiz

In der Schweiz ist medizinisches Cannabis mit einem THC-Gehalt über 1% verschreibungspflichtig und nur über spezialisierte Ärzte erhältlich. Der Besitz geringer Mengen für den Eigenkonsum wird zwar geduldet, bei einer Cannabis-Überdosierung im öffentlichen Raum können jedoch rechtliche Konsequenzen drohen.

Bei medizinischer Notwendigkeit können Ärzte THC-haltige Präparate verschreiben, wobei eine engmaschige Überwachung der Dosierung erfolgt. Dies minimiert das Risiko von Überdosierungen erheblich und gewährleistet eine sichere Anwendung.

CBD-Produkte mit weniger als 1% THC sind frei verkäuflich, bergen jedoch bei unsachgemässer Anwendung ebenfalls Risiken. Auch hier sollte auf Qualität und korrekte Deklaration geachtet werden.

Wie wir helfen können

Bei Fragen zu sicherem Cannabiskonsum oder nach einer Cannabis-Überdosierung bietet Cannaviva professionelle Unterstützung. Unsere erfahrenen Cannabis-Ärzte beraten Sie über sichere Dosierungen und geeignete Produkte für Ihre individuellen Bedürfnisse.

Falls Sie sich Sorgen über mögliche Auswirkungen auf berufliche Drogentests machen, informieren Sie sich über Möglichkeiten zur THC-Elimination und rechtliche Aspekte in der Schweiz.

Unser Behandlungsteam steht Ihnen für eine diskrete und professionelle Beratung zur Verfügung, um zukünftige Überdosierungen zu vermeiden und einen sicheren Umgang mit Cannabis zu gewährleisten.

Cannabis-Überdosierung

Beantworten Sie 3 kurze Fragen für eine personalisierte Empfehlung

Canna Viva Logo
Bestehen Ihre Symptome einer Cannabis-Überdosierung bereits seit mehr als 24 Stunden?
Ja
Nein

FAQs

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla ist als Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In ihrer Rolle erstellt sie medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

Medizinisch überprüft

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Geprüft: October 14, 2025

Weitere Gesundheitsartikel