Veröffentlicht: 29. Oktober 2025|Aktualisiert: 29. Oktober 2025|Medizinisch geprüft von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla
Von Dr. med. Jens Westphal

Von Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Er dient ausschliesslich der allgemeinen medizinischen Information und wurde nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand erstellt.

Inhaltsverzeichnis

Top 10 Hausmittel gegen Fieber

Bewertung nach Wirksamkeit, Aufwand und Evidenz

HausmittelWirksamkeitAufwandEvidenz
  • 1
    WadenwickelKlassische Kühlung
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 2
    LindenblütenteeSchweisstreibend
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 3
    HolunderblütenteeImmunstärkend
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 4
    EssigsockenSanfte Alternative
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 5
    Viel trinkenFlüssigkeitszufuhr
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 6
    IngwerteeWärmend & entzündungshemmend
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 7
    Ruhe und SchlafRegeneration
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 8
    Lauwarmes BadSanfte Kühlung
    WirksamkeitMittel
    AufwandMittel
    EvidenzModerat
  • 9
    PfefferminzölKühlend & schmerzlindernd
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 10
    Leichte KostSchonende Ernährung
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat

Fieber ist keine Krankheit an sich, sondern eine natürliche und wichtige Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen. Wenn die Körpertemperatur steigt, arbeiten das Immunsystem und die weissen Blutkörperchen auf Hochtouren, um Viren und Bakterien zu bekämpfen. Dennoch kann Fieber sehr unangenehm sein und mit Symptomen wie Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Erschöpfung einhergehen. Glücklicherweise gibt es bewährte Hausmittel gegen Stress, die nicht nur bei Anspannung, sondern auch bei der allgemeinen Regeneration helfen können. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Top 10 Hausmittel gegen Fieber in der Schweiz vor, die Linderung verschaffen und den Heilungsprozess unterstützen können. Wir beleuchten detailliert, wie diese Methoden wirken, wie sie korrekt angewendet werden und worauf Sie besonders achten sollten, um Ihre Genesung optimal zu fördern.

Die Körpertemperatur eines gesunden Menschen liegt in der Regel zwischen 36,5 und 37,4 Grad Celsius. Ab 38 Grad Celsius spricht man von Fieber, ab 39 Grad Celsius von hohem Fieber. Bei diesen erhöhten Temperaturen laufen viele Stoffwechselprozesse schneller ab, was die Vermehrung von Krankheitserregern hemmt. Daher ist es oft sinnvoll, das Fieber nicht sofort zu unterdrücken, sondern den Körper durch geeignete Massnahmen zu unterstützen. Die folgenden Hausmittel haben sich über Generationen bewährt und bieten eine sanfte Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern, ohne den natürlichen Heilungsprozess zu stören.

1. Wadenwickel

Wadenwickel gehören zu den bekanntesten und effektivsten Hausmitteln, um hohes Fieber sanft zu senken. Sie entziehen dem Körper durch Verdunstungskälte überschüssige Wärme. Wichtig ist, dass Wadenwickel nur angewendet werden sollten, wenn die Beine und Füsse warm sind. Bei Schüttelfrost oder kalten Extremitäten sind sie kontraindiziert, da sie den Körper in diesem Zustand zusätzlich belasten würden. Für die Anwendung tauchen Sie Baumwolltücher in lauwarmes Wasser, das etwa 2 bis 5 Grad unter der aktuellen Körpertemperatur liegt. Verwenden Sie niemals eiskaltes Wasser, da dies zu einem Schock führen und den Kreislauf stark belasten kann. Wringen Sie die Tücher leicht aus und wickeln Sie sie straff, aber nicht zu fest, um die Waden. Darüber kommt ein trockenes Handtuch, um das Bett vor Nässe zu schützen. Nach etwa 10 bis 15 Minuten, wenn die Tücher körperwarm geworden sind, können Sie den Vorgang wiederholen. Diese Methode kann die Körpertemperatur schonend um etwa ein halbes bis ein Grad senken und bringt oft eine spürbare Erleichterung.[1]

2. Lindenblütentee

Lindenblütentee ist ein traditionelles schweisstreibendes Mittel, das bei fieberhaften Erkältungen oft empfohlen wird. Die in den Blüten enthaltenen ätherischen Öle, Flavonoide und Schleimstoffe fördern die Schweissproduktion und helfen so, den Körper auf natürliche Weise abzukühlen. Zudem wirkt der Tee reizlindernd auf die Atemwege, was besonders bei begleitendem Husten oder Halsschmerzen wohltuend ist. Übergiessen Sie ein bis zwei Teelöffel getrocknete Lindenblüten mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee etwa 10 Minuten zugedeckt ziehen, damit die wertvollen ätherischen Öle nicht verdampfen. Trinken Sie davon mehrmals täglich eine heisse Tasse. Um die schweisstreibende Wirkung zu verstärken, können Sie sich nach dem Trinken des Tees gut zugedeckt ins Bett legen. Das vermehrte Schwitzen hilft dem Körper, Wärme abzugeben und die Temperatur zu regulieren. Achten Sie jedoch darauf, die durch das Schwitzen verlorene Flüssigkeit durch ausreichendes Trinken wieder auszugleichen.[2]

3. Holunderblütentee

Ähnlich wie Lindenblüten besitzen auch Holunderblüten eine stark schweisstreibende und fiebersenkende Wirkung. Sie regen die Durchblutung an und unterstützen das Immunsystem bei der Abwehr von Krankheitserregern. Ein heisser Aufguss aus Holunderblüten ist besonders in der Anfangsphase eines fieberhaften Infekts sinnvoll, wenn der Körper versucht, die Temperatur zu erhöhen, um die Viren oder Bakterien zu bekämpfen. Für die Zubereitung verwenden Sie zwei Teelöffel getrocknete Blüten pro Tasse kochendem Wasser, lassen den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und trinken ihn möglichst heiss. Auch eine Kombination mit Hausmittel für die Lunge kann bei Atemwegsbeschwerden unterstützend wirken. Holunderblüten enthalten zudem wertvolle Antioxidantien, die den Körper vor freien Radikalen schützen und die allgemeine Abwehrkraft stärken. Wenn Ihnen der Geschmack von purem Holunderblütentee zu intensiv ist, können Sie ihn mit etwas Honig süssen, was zusätzlich beruhigend auf einen gereizten Hals wirkt.[3]

4. Essigsocken

Eine bewährte Alternative zu Wadenwickeln sind Essigsocken. Die Säure des Essigs soll die Wärmeableitung zusätzlich unterstützen und erfrischend wirken. Diese Methode ist besonders praktisch, wenn Wadenwickel als zu aufwendig empfunden werden oder wenn Kinder behandelt werden, die Wadenwickel oft nicht tolerieren. Mischen Sie lauwarmes Wasser mit einem Schuss Apfelessig oder normalem Haushaltsessig im Verhältnis von etwa fünf zu eins. Tauchen Sie ein Paar lange Baumwollsocken in die Mischung, wringen Sie sie gut aus und ziehen Sie sie an. Darüber ziehen Sie ein Paar trockene, dicke Wollsocken, um die Füsse warm zu halten und das Bettlaken zu schützen. Lassen Sie die Socken für etwa 20 bis 30 Minuten an oder bis sie sich erwärmt haben. Auch hier gilt die eiserne Regel, die Anwendung nur bei warmen Füssen durchzuführen. Wenn die Füsse kalt sind oder der Patient friert, sind Essigsocken nicht geeignet. Die leichte Verdunstungskälte in Kombination mit der anregenden Wirkung des Essigs kann helfen, das Fieber sanft zu senken und das Wohlbefinden zu verbessern.[4]

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5. Viel trinken

Bei Fieber verliert der Körper durch das vermehrte Schwitzen und die erhöhte Atemfrequenz viel Flüssigkeit. Es ist daher essenziell, ausreichend zu trinken, um einer Dehydration vorzubeugen und den Kreislauf stabil zu halten. Wasser, ungesüsste Kräutertees und stark verdünnte Fruchtsäfte sind ideal. Erwachsene sollten bei Fieber mindestens 2 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, bei starkem Schwitzen entsprechend mehr. Die Flüssigkeitszufuhr hilft auch dabei, die Schleimhäute feucht zu halten, was besonders wichtig ist, um das Eindringen weiterer Erreger zu erschweren und das Abhusten von festsitzendem Sekret zu erleichtern. Wenn es Ihnen schwerfällt, grosse Mengen auf einmal zu trinken, versuchen Sie, regelmässig kleine Schlucke zu nehmen. Stellen Sie sich am besten eine grosse Kanne Tee oder Wasser direkt ans Bett, damit Sie immer wieder daran erinnert werden, zu trinken. Bei Kindern kann es hilfreich sein, ihnen die Flüssigkeit spielerisch anzubieten, beispielsweise mit einem bunten Strohhalm oder in Form von leicht gesüsstem Tee. Achten Sie auf die Farbe des Urins: Ist er hell und klar, trinken Sie genug; ist er dunkelgelb oder konzentriert, sollten Sie die Flüssigkeitszufuhr erhöhen.[5]

6. Ingwertee

Ingwer ist für seine wärmenden, entzündungshemmenden und immunstärkenden Eigenschaften bekannt. Ein frischer Ingwertee kann bei leichtem Fieber und Schüttelfrost helfen, den Körper von innen zu wärmen und das Schwitzen anzuregen. Die in der Ingwerwurzel enthaltenen Scharfstoffe (Gingerole) regen die Durchblutung an und fördern die Schweissproduktion, was zur natürlichen Regulation der Körpertemperatur beiträgt. Schneiden Sie dafür ein daumengrosses Stück frischen Bio-Ingwer in dünne Scheiben. Sie müssen ihn nicht zwingend schälen, da sich viele wertvolle Inhaltsstoffe direkt unter der Schale befinden. Übergiessen Sie die Scheiben mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee etwa 10 bis 15 Minuten ziehen, je nachdem, wie intensiv und scharf Sie ihn mögen. Nach Belieben können Sie den Tee mit etwas Honig und einem Spritzer frischer Zitrone verfeinern. Honig wirkt antibakteriell und beruhigt den Hals, während Zitrone zusätzliches Vitamin C liefert, das das Immunsystem unterstützt. Trinken Sie den Ingwertee möglichst heiss und in kleinen Schlucken.[6]

7. Ruhe und Schlaf

Das vielleicht wichtigste Hausmittel bei Fieber ist absolute Bettruhe. Der Körper benötigt all seine Energie, um die Infektion zu bekämpfen. Körperliche Anstrengung sollte strikt vermieden werden, da sie den Kreislauf zusätzlich belastet und den Heilungsprozess verzögern kann. Sorgen Sie für eine ruhige, gut gelüftete Umgebung mit einer angenehmen Raumtemperatur (nicht zu warm, idealerweise um die 18 bis 20 Grad Celsius). Schlafen Sie so viel wie möglich, denn im Schlaf laufen die Regenerationsprozesse des Körpers auf Hochtouren. Das Immunsystem arbeitet während der Ruhephasen besonders effizient. Gönnen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um vollständig zu genesen, und versuchen Sie nicht, zu früh wieder in den Alltag einzusteigen. Lesen Sie ein entspannendes Buch, hören Sie ruhige Musik oder ein Hörbuch und vermeiden Sie Stress. Manchmal können auch Hausmittel gegen Angst helfen, wenn das Fieber mit Unruhe, Sorgen oder Schlafproblemen einhergeht. Entspannungsübungen oder leichte Atemtechniken können ebenfalls dazu beitragen, den Körper zur Ruhe kommen zu lassen.[7]

8. Lauwarmes Bad

Ein lauwarmes Bad kann helfen, die Körpertemperatur sanft zu senken und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn Wadenwickel nicht toleriert werden. Die Wassertemperatur sollte etwa ein bis zwei Grad unter der aktuellen Körpertemperatur liegen, jedoch nicht kälter als 32 Grad Celsius sein, um ein Auskühlen und Schüttelfrost zu vermeiden. Ein zu kaltes Bad würde dazu führen, dass sich die Blutgefässe in der Haut zusammenziehen, wodurch die Wärmeabgabe blockiert wird und das Fieber im Körperinneren sogar noch ansteigen könnte. Baden Sie für etwa 10 bis 15 Minuten und trocknen Sie sich danach gut ab, bevor Sie sich wieder ins warme Bett legen. Zusätze wie Kamille oder Lavendel können zusätzlich entspannend wirken und das Einschlafen erleichtern. Achten Sie darauf, dass jemand in der Nähe ist, falls Ihnen schwindelig wird oder der Kreislauf Probleme bereitet. Bei starker Schwäche oder Kreislaufinstabilität sollten Sie auf ein Vollbad verzichten und stattdessen eine sanfte Körperwaschung im Bett mit einem lauwarmen Schwamm bevorzugen.[8]

9. Pfefferminzöl

Pfefferminzöl hat einen angenehm kühlenden Effekt und kann bei fieberbedingten Kopf- und Gliederschmerzen Linderung verschaffen. Das enthaltene Menthol stimuliert die Kälterezeptoren der Haut und täuscht dem Körper so eine angenehme Kühle vor, was besonders bei Hitzegefühl als sehr wohltuend empfunden wird. Sie können einige Tropfen hochwertiges, ätherisches Pfefferminzöl verdünnt anwenden. Mischen Sie es dazu mit einem Trägeröl wie Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl (etwa 2 bis 3 Tropfen Pfefferminzöl auf einen Esslöffel Trägeröl) und massieren Sie die Mischung sanft auf Schläfen, Nacken oder Brust ein. Die leichte Massage fördert zudem die Entspannung und kann helfen, Verspannungen zu lösen, die oft mit Fieber einhergehen. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Öl nicht in die Augen oder auf empfindliche Schleimhäute gelangt, da dies zu starken Reizungen führen kann. Wichtiger Hinweis: Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren sollte Pfefferminzöl auf keinen Fall im Gesichts- oder Brustbereich angewendet werden, da das Menthol bei ihnen zu gefährlichen Atemproblemen oder sogar Atemstillstand (Glottiskrampf) führen kann.[9]

10. Leichte Kost

Bei Fieber ist der Appetit oft stark vermindert, da der Körper seine Energie auf die Immunabwehr konzentriert und die Verdauungstätigkeit reduziert. Zwingen Sie sich nicht zum Essen, wenn Sie keinen Hunger verspüren. Der Körper kommt in der Regel einige Tage gut mit weniger Nahrung aus, solange die Flüssigkeitszufuhr stimmt. Versuchen Sie jedoch, leichte, gut verdauliche Kost zu sich zu nehmen, um den Körper mit wichtigen Nährstoffen und Energie zu versorgen, sobald der Appetit zurückkehrt. Hühnersuppe ist ein klassisches und hochgeschätztes Hausmittel, das nicht nur Flüssigkeit und Elektrolyte liefert, sondern auch entzündungshemmend wirken soll. Studien legen nahe, dass bestimmte Inhaltsstoffe in der Hühnersuppe die Aktivität der weissen Blutkörperchen beeinflussen und so zur Linderung von Erkältungssymptomen beitragen können. Auch Zwieback, Haferschleim, geriebener Apfel, gedünstetes Gemüse oder eine leichte Gemüsebrühe sind schonend für den Magen-Darm-Trakt und belasten den Körper nicht zusätzlich. Vermeiden Sie fettige, stark gewürzte oder schwer verdauliche Speisen sowie zuckerhaltige Lebensmittel, da diese die Verdauung fordern und den Organismus zusätzlich anstrengen können. Hören Sie auf Ihren Körper und essen Sie nur das, worauf Sie Appetit haben und was Ihnen guttut.[10]

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Wann zum Arzt

Obwohl Fieber oft harmlos ist und gut mit Hausmitteln behandelt werden kann, gibt es Situationen, in denen ein Arztbesuch unerlässlich ist, um ernsthafte Erkrankungen auszuschliessen oder gezielt zu behandeln. Suchen Sie medizinische Hilfe auf, wenn das Fieber über mehrere Tage (mehr als drei Tage bei Erwachsenen) anhält, ungewöhnlich hoch ist (über 39,5 Grad Celsius) oder trotz fiebersenkender Massnahmen nicht sinkt. Ebenso sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren, wenn begleitende Symptome auftreten, die auf eine schwerere Infektion hindeuten könnten. Dazu gehören Atemnot, starke Kopf- oder Nackenschmerzen (die auf eine Meningitis hinweisen könnten), ein ungewöhnlicher Hautausschlag, Verwirrtheit, Lethargie, Krampfanfälle, starkes Erbrechen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Bei Säuglingen unter drei Monaten sollte bereits bei einer Temperatur ab 38 Grad Celsius ein Arzt aufgesucht werden. Bei Kleinkindern, Schwangeren, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen sollte bei Fieber grundsätzlich frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden, da sie ein höheres Risiko für Komplikationen haben. Zögern Sie nicht, bei Unsicherheiten lieber einmal zu oft den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder Ihren Hausarzt zu kontaktieren.[11]

FAQ

Darf ich bei Fieber duschen?

Ja, eine lauwarme Dusche kann erfrischend wirken und helfen, die Körpertemperatur leicht zu senken. Vermeiden Sie jedoch heisses oder sehr kaltes Wasser, da dies den Kreislauf stark belasten kann. Ein heisses Bad oder eine heisse Dusche würde die Körpertemperatur weiter in die Höhe treiben, während eiskaltes Wasser zu einem Kälteschock führen könnte. Wenn Sie sich sehr schwach fühlen, unter Schwindel leiden oder Ihr Kreislauf instabil ist, sollten Sie auf das Duschen verzichten und stattdessen eine sanfte Körperwaschung im Bett vorziehen. Lassen Sie sich gegebenenfalls von einer vertrauten Person helfen, um Stürze im Badezimmer zu vermeiden.

Sollte ich Fieber immer senken?

Nein, Fieber ist eine sinnvolle und wichtige Abwehrreaktion des Körpers. Leichtes bis mässiges Fieber muss nicht zwingend gesenkt werden, solange Sie sich einigermassen wohlfühlen, ausreichend trinken und keine starken Schmerzen haben. Das Fieber hilft dem Körper, die Krankheitserreger effektiver zu bekämpfen. Eine medikamentöse Fiebersenkung wird meist erst ab Temperaturen über 39 Grad Celsius oder bei starker Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, wie starken Kopf- und Gliederschmerzen oder ausgeprägter Schwäche, empfohlen. Bei Kindern gelten oft andere Richtwerte, hier sollte im Zweifelsfall der Kinderarzt konsultiert werden.[12]

Welche Medikamente helfen bei Fieber?

Zu den gängigen rezeptfreien fiebersenkenden Medikamenten (Antipyretika) gehören Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS). Sie wirken gleichzeitig schmerzlindernd und entzündungshemmend (mit Ausnahme von Paracetamol, das kaum entzündungshemmend wirkt). Die Wahl des geeigneten Präparats hängt von individuellen Faktoren, eventuellen Vorerkrankungen (wie Magenproblemen oder Asthma) und dem Alter ab. ASS sollte beispielsweise auf keinen Fall bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Infekten angewendet werden, da es das seltene, aber lebensgefährliche Reye-Syndrom auslösen kann. Lassen Sie sich im Zweifelsfall immer in der Apotheke oder von Ihrem Arzt beraten, um das für Sie passende Medikament und die richtige Dosierung zu finden.

Quellen

1Hines, C. B. (2021). Herbal Medications Used to Treat Fever. PubMed.
2Kinmonth, A. L. (1992). Management of feverish children at home. PubMed.
3Holgersson, J. (2022). Fever therapy in febrile adults: systematic review with meta-analysis. PubMed Central.
4Phumthum, M. (2020). High-Value Plant Species Used for the Treatment of “Fever”. PubMed Central.
5Rosenthal, T. C. (1988). Fever. What to do and what not to do. PubMed.
6Franceschi, F. (2023). Treatment of fever and associated symptoms in the ED. PubMed.
7Mayo Clinic. (2025). Fever treatment: Quick guide to treating a fever.
8Mayo Clinic. (n.d.). Fever – Diagnosis & treatment.
9Mayo Clinic. (n.d.). Fever – Symptoms & causes.
10Mayo Clinic. (2024). Fever: First aid.
11NHS Inform. (2024). Fever in adults.
12NHS. (n.d.). High temperature (fever) in adults.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Hausmitteln gegen Fieber

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla ist als Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In ihrer Rolle erstellt sie medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

Medizinisch überprüft

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Geprüft: October 29, 2025

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