Top 10 Hausmittel gegen trockene Augen
Bewertung nach Wirksamkeit, Aufwand und Evidenz
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1Warme KompressenFördert die Funktion der Meibom-Drüsen und verbessert die Qualität des Tränenfilms.WirksamkeitHochAufwandEinfachEvidenzStark
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2LidhygieneRegelmässige Reinigung der Augenlider zur Entfernung von Blockaden und Reizstoffen.WirksamkeitHochAufwandEinfachEvidenzStark
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3LuftbefeuchterErhöht die Luftfeuchtigkeit in Räumen und reduziert die Verdunstung der Tränenflüssigkeit.WirksamkeitMittelAufwandEinfachEvidenzModerat
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4HydrationAusreichend Wasser trinken, um die Tränenproduktion von innen heraus zu unterstützen.WirksamkeitMittelAufwandEinfachEvidenzModerat
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5Omega-3-FettsäurenVerbessert die Zusammensetzung des Tränenfilms und wirkt entzündungshemmend.WirksamkeitHochAufwandMittelEvidenzStark
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6Bildschirm-PausenRegelmässige Pausen und bewusstes Blinzeln zur Entlastung der Augen bei Bildschirmarbeit.WirksamkeitMittelAufwandEinfachEvidenzModerat
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7Kühle KompressenGurken- oder Schwarztee-Auflagen kühlen und befeuchten die Augenpartie zur schnellen Linderung.WirksamkeitNiedrigAufwandEinfachEvidenzSchwach
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8Antioxidantienreiche ErnährungSchützt die Augen durch Vitamine und Antioxidantien vor oxidativem Stress.WirksamkeitMittelAufwandMittelEvidenzModerat
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9TränenersatzmittelKonservierungsmittelfreie Tropfen zur sofortigen Befeuchtung und Linderung der Symptome.WirksamkeitNiedrigAufwandEinfachEvidenzModerat
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10SchutzbrilleSchützt die Augen vor austrocknenden Umweltreizen wie Wind, Rauch und Staub.WirksamkeitMittelAufwandEinfachEvidenzModerat
Hinweis: Diese Bewertungen basieren auf verfügbarer Evidenz und traditioneller Anwendung. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt.
1. Warme Kompressen zur Anregung der Meibom-Drüsen
Warme Kompressen sind eine der effektivsten und am häufigsten empfohlenen Methoden zur Linderung der Symptome trockener Augen, insbesondere wenn diese durch eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD) verursacht werden. [1] Die Meibom-Drüsen, die sich in den Rändern der oberen und unteren Augenlider befinden, produzieren eine ölige Substanz namens Meibum. Dieses Öl bildet die äusserste Schicht des Tränenfilms und verhindert dessen schnelle Verdunstung. Bei einer MDD ist dieses Sekret verdickt und kann die Drüsen verstopfen, was zu einem instabilen Tränenfilm und den typischen Symptomen wie Brennen, Jucken und einem Fremdkörpergefühl führt. Die Anwendung von Wärme hilft, das verhärtete Meibum zu verflüssigen, sodass es leichter aus den Drüsen austreten und sich über die Augenoberfläche verteilen kann. Dieser Mechanismus verbessert die Stabilität des Tränenfilms, schützt das Auge vor Austrocknung und lindert die Reizung unmittelbar.
Für die korrekte Anwendung sollte eine saubere Kompresse, beispielsweise ein Waschlappen oder ein spezielles Augen-Wärmepad, in warmem Wasser (ca. 40-45°C) getränkt werden. Das Wasser darf nicht zu heiss sein, um Verbrennungen der empfindlichen Haut um die Augen zu vermeiden. Die feucht-warme Kompresse wird für etwa 10 bis 15 Minuten auf die geschlossenen Augenlider gelegt. Während dieser Zeit sollte die Wärme konstant gehalten werden, indem die Kompresse bei Bedarf erneut in warmes Wasser getaucht wird. Um eine maximale Wirkung zu erzielen, wird empfohlen, diese Prozedur ein- bis zweimal täglich durchzuführen, idealerweise morgens und abends. Direkt nach der Wärmeanwendung kann eine sanfte Massage der Augenlider den Abfluss des verflüssigten Sekrets zusätzlich fördern. Hierzu streicht man mit sauberen Fingern sanft vom inneren zum äusseren Augenwinkel, um die Drüsen zu entleeren.
2. Konsequente Lidrandhygiene zur Entfernung von Blockaden
Die tägliche Lidrandhygiene ist ein fundamentaler Baustein in der Behandlung und Prävention trockener Augen. Sie dient dazu, Verkrustungen, überschüssiges Fett, Bakterien und andere Ablagerungen zu entfernen, die die Ausgänge der Meibom-Drüsen blockieren können. [2] Eine solche Blockade führt nicht nur zu einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion, sondern kann auch Blepharitis (Lidrandentzündung) begünstigen, eine häufige Begleiterkrankung des trockenen Auges. Durch die regelmässige und sanfte Reinigung werden diese Reizstoffe eliminiert, die Drüsenöffnungen freigehalten und die natürliche Funktion des Tränenfilms unterstützt. Die Entfernung des bakteriellen Biofilms an den Wimpernwurzeln reduziert zudem das Entzündungsrisiko und verbessert das allgemeine Wohlbefinden der Augen. Eine saubere Augenpartie ist weniger anfällig für Infektionen und Reizungen, was die Symptome des trockenen Auges signifikant mildern kann.
Die Lidrandhygiene sollte idealerweise nach der Anwendung einer warmen Kompresse erfolgen, da das Sekret der Meibom-Drüsen dann verflüssigt und leichter zu entfernen ist. Zur Reinigung können spezielle, im Handel erhältliche Lidreinigungstücher oder -lösungen verwendet werden, die pH-neutral und augenverträglich sind. Alternativ kann eine stark verdünnte Lösung aus einem milden, nicht reizenden Babyshampoo und warmem Wasser hergestellt werden. Ein sauberes Wattepad oder ein Wattestäbchen wird in die Reinigungslösung getaucht und damit sanft über den Wimpernansatz und die Lidkante gestrichen – sowohl am oberen als auch am unteren Lid. Dabei ist es wichtig, die Augen geschlossen zu halten und vorsichtig vorzugehen, um keine Reizung der Hornhaut zu verursachen. Dieser Vorgang sollte täglich, vorzugsweise abends, durchgeführt werden, um die über den Tag angesammelten Ablagerungen zu entfernen und die Augen über Nacht zu entlasten.
3. Erhöhung der Luftfeuchtigkeit zur Reduzierung der Tränenverdunstung
Die Umgebungsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Augen. Trockene Raumluft, wie sie häufig in klimatisierten oder beheizten Räumen vorkommt, beschleunigt die Verdunstung des Tränenfilms erheblich und kann die Symptome trockener Augen massiv verstärken. [3] Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: einer inneren Muzinschicht, einer mittleren wässrigen Schicht und einer äusseren Lipidschicht. Die Lipidschicht, produziert von den Meibom-Drüsen, ist dafür verantwortlich, die Verdunstung der wässrigen Schicht zu verlangsamen. In einer Umgebung mit niedriger Luftfeuchtigkeit wird dieser Schutzmechanismus jedoch überfordert, was zu einer schnelleren Austrocknung der Augenoberfläche führt. Durch die Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit im Raum wird der Feuchtigkeitsgradient zwischen der Augenoberfläche und der Umgebungsluft verringert. Dies reduziert die Verdunstungsrate der Tränenflüssigkeit, stabilisiert den Tränenfilm und sorgt für eine länger anhaltende Befeuchtung und Linderung der Beschwerden.
Die einfachste Methode zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit ist der Einsatz eines elektrischen Luftbefeuchters. Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitsräumen zwischen 40 % und 60 % liegen. Ein Hygrometer kann helfen, diesen Wert zu überwachen und den Luftbefeuchter entsprechend einzustellen. Besonders im Winter, wenn die Heizungsluft die Räume austrocknet, oder in klimatisierten Büros ist dies eine wirksame Massnahme. Alternativ können auch einfache Hausmittel helfen: Schalen mit Wasser auf die Heizkörper zu stellen oder Zimmerpflanzen aufzustellen, die Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben, kann ebenfalls zu einem besseren Raumklima beitragen. Es ist zudem ratsam, direkte Luftzüge von Ventilatoren oder Klimaanlagen zu meiden und bei Aktivitäten im Freien, insbesondere bei Wind, eine gut sitzende Sonnenbrille zu tragen, um die Augen vor dem austrocknenden Effekt des Windes zu schützen.
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4. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Unterstützung der Tränenproduktion
Der menschliche Körper besteht zu einem Grossteil aus Wasser, und eine adäquate Hydratation ist für nahezu alle physiologischen Prozesse unerlässlich – einschliesslich der Produktion von Tränenflüssigkeit. [4] Die wässrige Schicht, die den Hauptanteil des Tränenfilms ausmacht, wird von den Tränendrüsen produziert. Bei unzureichender Flüssigkeitsaufnahme kann der Körper in einen Zustand der Dehydration geraten, was die Fähigkeit der Tränendrüsen, ausreichend wässrige Tränen zu produzieren, beeinträchtigt. Dies führt zu einem reduzierten Tränenvolumen und einer erhöhten Konzentration von Salzen und anderen Stoffen im Tränenfilm (Hyperosmolarität), was die Augenoberfläche reizt und Entzündungen fördert. Eine ausreichende Wasserzufuhr stellt sicher, dass die Tränendrüsen optimal funktionieren und einen gesunden, voluminösen Tränenfilm aufrechterhalten können, der das Auge effektiv befeuchtet, schützt und reinigt.
Die allgemeine Empfehlung für die tägliche Flüssigkeitsaufnahme liegt bei etwa 1,5 bis 2 Litern, vorzugsweise in Form von Wasser oder ungesüssten Kräutertees. Diese Menge kann je nach Alter, körperlicher Aktivität und klimatischen Bedingungen variieren. Bei starkem Schwitzen, beispielsweise beim Sport oder an heissen Tagen, sollte die Trinkmenge entsprechend erhöht werden. Es ist sinnvoll, die Flüssigkeitsaufnahme gleichmässig über den Tag zu verteilen, anstatt grosse Mengen auf einmal zu trinken. Eine wiederverwendbare Wasserflasche kann dabei helfen, den Überblick zu behalten und regelmässig zu trinken. Alkohol und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzer Tee sollten nur in Massen konsumiert werden, da sie eine diuretische (harntreibende) Wirkung haben und dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen können, was die Symptome trockener Augen potenziell verschlimmert.
5. Omega-3-Fettsäuren zur Verbesserung der Tränenfilmqualität
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind und eine wichtige Rolle für die Augengesundheit spielen. [5] Chronisch trockene Augen sind oft mit einer unterschwelligen Entzündungsreaktion auf der Augenoberfläche und in den Tränendrüsen verbunden. Omega-3-Fettsäuren können helfen, diese Entzündungen zu reduzieren, indem sie die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe hemmen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren die Funktion der Meibom-Drüsen verbessern können. Sie werden in das von den Drüsen produzierte Öl (Meibum) eingebaut und verändern dessen Zusammensetzung, was zu einem dünnflüssigeren, stabileren Lipidfilm führt. Ein qualitativ hochwertigerer Lipidfilm schützt die wässrige Schicht des Tränenfilms effektiver vor Verdunstung und trägt so massgeblich zur Linderung der Symptome bei.
Eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren kann sowohl über die Ernährung als auch über Nahrungsergänzungsmittel erreicht werden. Fettreiche Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen sind besonders reich an EPA und DHA. Es wird empfohlen, mindestens zweimal pro Woche Fisch zu essen. Pflanzliche Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und Hanföl. Diese enthalten jedoch hauptsächlich Alpha-Linolensäure (ALA), die vom Körper erst in die wirksameren Formen EPA und DHA umgewandelt werden muss, was nur in begrenztem Masse geschieht. Daher kann bei ausgeprägten Symptomen die Einnahme von hochwertigen Fischöl- oder Algenöl-Kapseln sinnvoll sein. Die Dosierung sollte in Absprache mit einem Arzt oder Augenarzt erfolgen, da hohe Dosen die Blutgerinnung beeinflussen können. Studien haben gezeigt, dass eine tägliche Einnahme von etwa 1.000 bis 2.000 mg EPA und DHA über mehrere Monate hinweg zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome führen kann.
6. Bewusstes Blinzeln und die 20-20-20-Regel bei Bildschirmarbeit
Die zunehmende Nutzung digitaler Bildschirme ist eine der Hauptursachen für das sogenannte “Office-Eye-Syndrom”, eine Form des trockenen Auges. Beim konzentrierten Schauen auf einen Monitor sinkt die Blinzelrate unbewusst um bis zu 60 %. [6] Normalerweise blinzeln wir etwa 15 bis 20 Mal pro Minute. Dieser Lidschlag ist entscheidend, um den Tränenfilm gleichmässig über die Augenoberfläche zu verteilen und sie so feucht und sauber zu halten. Eine reduzierte Blinzelfrequenz führt dazu, dass der Tränenfilm aufreisst und die Hornhaut ungeschützt der Luft ausgesetzt ist, was zu Trockenheit, Brennen und müden Augen führt. Bewusstes und vollständiges Blinzeln wirkt diesem Effekt entgegen, indem es die Meibom-Drüsen stimuliert, ihr schützendes Öl abzugeben, und den Tränenfilm erneuert. Es ist ein einfaches, aber extrem wirksames Training, um die Augen bei der Bildschirmarbeit gesund zu halten.
Eine leicht zu merkende und umzusetzende Methode ist die 20-20-20-Regel. Sie besagt, dass man bei der Arbeit am Bildschirm alle 20 Minuten eine Pause von mindestens 20 Sekunden einlegen und dabei auf ein Objekt blicken sollte, das mindestens 20 Fuss (ca. 6 Meter) entfernt ist. Dieser Blick in die Ferne entspannt den Ziliarmuskel im Auge, der für die Nahfokussierung zuständig ist, und beugt einer Überanstrengung vor. Während dieser kurzen Pause sollte man mehrmals bewusst und kräftig blinzeln, um die Augenoberfläche vollständig zu benetzen. Es kann hilfreich sein, einen Timer zu stellen oder eine Notiz am Bildschirm anzubringen, um sich an die regelmässigen Pausen zu erinnern. Ergänzend dazu sollte der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet sein: Der Monitor sollte leicht unterhalb der Augenhöhe positioniert sein, sodass die Augenlider das Auge teilweise bedecken und die Verdunstungsfläche verringert wird. Ausserdem sollte auf eine gute Beleuchtung ohne Blendeffekte geachtet werden.
7. Kühlende Auflagen mit Gurken oder Schwarzteebeuteln
Kühlende Auflagen sind ein altbewährtes Hausmittel zur schnellen Linderung von akuten Symptomen wie Brennen, Juckreiz und Schwellungen, die oft mit trockenen Augen einhergehen. Die Kälte bewirkt eine Verengung der Blutgefässe (Vasokonstriktion) in der Haut um die Augen und auf der Bindehaut. [7] Dies reduziert die Durchblutung, hemmt die Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen wie Histamin und lindert so Rötungen und Schwellungen. Die angenehme Kühle wird zudem als wohltuend und beruhigend empfunden und kann den Juckreiz effektiv dämpfen. Gurkenscheiben sind hierfür besonders beliebt, da sie einen hohen Wassergehalt von über 95 % haben und somit nicht nur kühlen, sondern auch Feuchtigkeit an die empfindliche Haut abgeben. Sie enthalten zudem Antioxidantien wie Vitamin C und Kaffeesäure, die helfen können, Hautreizungen zu lindern.
Für die Anwendung werden gekühlte Gurkenscheiben für etwa 10 bis 15 Minuten auf die geschlossenen Augenlider gelegt. Eine Alternative sind gebrauchte, abgekühlte Schwarzteebeutel. Schwarzer Tee enthält Tannine (Gerbstoffe), die eine adstringierende (zusammenziehende) und leicht entzündungshemmende Wirkung haben. [8] Die Teebeutel sollten nach dem Aufbrühen im Kühlschrank gekühlt und dann ebenfalls für 10-15 Minuten auf die Augen gelegt werden. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Auflagen sauber sind, um keine Keime ins Auge zu bringen. Während warme Kompressen primär die Funktion der Meibom-Drüsen unterstützen, dienen kalte Auflagen vor allem der symptomatischen Linderung von Entzündungszeichen und Juckreiz. Sie können bei Bedarf mehrmals täglich angewendet werden, insbesondere wenn die Augen sich heiss und gereizt anfühlen.
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8. Ernährungsumstellung auf antioxidantien- und vitaminreiche Kost
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Augengesundheit und kann helfen, die Symptome trockener Augen zu lindern. Oxidativer Stress, verursacht durch freie Radikale, trägt zu den entzündlichen Prozessen bei, die dem chronisch trockenen Auge zugrunde liegen. Antioxidantien sind Moleküle, die diese freien Radikale neutralisieren und so die Zellen der Augenoberfläche schützen können. [9] Besonders wichtig für die Augen sind die Vitamine A, C und E sowie die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin. Vitamin A ist ein wesentlicher Bestandteil des Sehpigments Rhodopsin und ist entscheidend für die Gesundheit der Hornhaut und die Funktion der Becherzellen, die den schleimigen Anteil des Tränenfilms produzieren. Ein Mangel kann zu schwerer Augentrockenheit führen. Lutein und Zeaxanthin reichern sich in der Makula an und wirken wie ein innerer Blaulichtfilter, der die Netzhaut vor schädlichen UV-Strahlen und oxidativem Stress schützt.
Um die Aufnahme dieser schützenden Nährstoffe zu erhöhen, sollte der Speiseplan reich an buntem Obst und Gemüse sein. Gute Vitamin-A-Quellen sind Karotten, Süsskartoffeln, Grünkohl und Spinat. Vitamin C, ein starkes Antioxidans, findet sich reichlich in Zitrusfrüchten, Paprika, Brokkoli und Beeren. Vitamin E, das die Zellmembranen schützt, ist in Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen enthalten. Lutein und Zeaxanthin sind vor allem in dunkelgrünem Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl sowie in Mais und Eigelb zu finden. Eine Ernährung, die reich an diesen Lebensmitteln ist, unterstützt nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern liefert auch die Bausteine, die für einen stabilen Tränenfilm und eine gesunde Augenoberfläche notwendig sind, und hilft, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren.
9. Tränenersatzmittel ohne Konservierungsstoffe
Tränenersatzmittel, umgangssprachlich auch als “künstliche Tränen” bezeichnet, sind die Basistherapie bei trockenen Augen. Sie dienen dazu, die fehlende Tränenflüssigkeit zu ersetzen, die Augenoberfläche zu befeuchten und die Reibung zwischen Lid und Augapfel zu verringern. [10] Dies führt zu einer schnellen Linderung von Symptomen wie Brennen, Kratzen und Sandkorngefühl. Moderne Tränenersatzmittel enthalten oft feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Hyaluronsäure, die grosse Mengen Wasser binden und lange auf der Augenoberfläche verweilen kann, was eine langanhaltende Befeuchtung gewährleistet. Einige Produkte enthalten zudem lipidhaltige Komponenten, die gezielt die äusserste Schicht des Tränenfilms stabilisieren und so die Verdunstung reduzieren, was besonders bei einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion hilfreich ist.
Bei der Auswahl von Tränenersatzmitteln ist es entscheidend, auf Produkte ohne Konservierungsstoffe zu achten, insbesondere wenn die Tropfen häufiger als viermal täglich angewendet werden. Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid können die empfindlichen Zellen der Augenoberfläche schädigen, Allergien auslösen und die Symptome des trockenen Auges paradoxerweise sogar verschlimmern. Unkonservierte Augentropfen sind in Einzeldosis-Behältnissen oder in speziellen Flaschensystemen (z.B. COMOD®-System) erhältlich, die eine Kontamination der Flüssigkeit verhindern. Die Anwendungshäufigkeit richtet sich nach dem Schweregrad der Symptome und kann von wenigen Malen täglich bis hin zu einer stündlichen Anwendung reichen. Für die Nacht, wenn die Tränenproduktion natürlicherweise reduziert ist, können dickflüssigere Gele oder Salben eine langanhaltende Befeuchtung und Schutz bieten.
10. Schutz der Augen vor Umweltreizen
Die Augen sind ständig Umweltreizen ausgesetzt, die die Symptome des trockenen Auges erheblich verschlimmern können. Dazu gehören Wind, Rauch, Staub, Pollen und trockene Luft. [3] Diese Faktoren erhöhen die Verdunstung des Tränenfilms und können direkte Reizungen auf der empfindlichen Augenoberfläche verursachen. Wind beschleunigt die Luftbewegung über dem Auge und trocknet es schnell aus. Zigarettenrauch enthält zahlreiche toxische Substanzen, die die Augen direkt reizen und Entzündungen fördern. Staub und Pollen wirken als Fremdkörper und können allergische Reaktionen auslösen, die mit Juckreiz und Rötungen einhergehen. Ein bewusster Schutz vor diesen Reizen ist daher eine wichtige präventive Massnahme, um den Tränenfilm zu stabilisieren und die Augen zu entlasten. Indem man die Exposition gegenüber diesen schädlichen Einflüssen minimiert, kann man die Notwendigkeit für andere Behandlungen reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden der Augen verbessern.
Eine einfache und sehr effektive Schutzmassnahme im Freien ist das Tragen einer gut sitzenden, umlaufenden Sonnenbrille (Wrap-around-Brille). Diese schirmt die Augen nicht nur vor schädlicher UV-Strahlung ab, sondern schafft auch eine Art Feuchtigkeitskammer um das Auge, die es vor Wind und Staub schützt. In Innenräumen sollte das Rauchen konsequent vermieden werden, und man sollte sich auch nicht in verrauchten Umgebungen aufhalten. Bei der Hausarbeit oder bei handwerklichen Tätigkeiten, bei denen Staub aufgewirbelt wird, kann das Tragen einer Schutzbrille sinnvoll sein. Autofahrer sollten darauf achten, das Gebläse der Klimaanlage nicht direkt auf das Gesicht zu richten. Diese einfachen Verhaltensanpassungen können einen grossen Unterschied machen und dazu beitragen, die Augenoberfläche gesund und die Symptome des trockenen Auges unter Kontrolle zu halten.

