Veröffentlicht: 18. März 2026|Aktualisiert: 18. März 2026|Medizinisch geprüft von Dr. Britta Massmann
Von Dr. med. Jens Westphal

Von Dr. med. Jens Westphal

Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt ersetzt keine medizinische Beratung. Bei unklaren oder starken Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Inhaltsverzeichnis

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Das stetig wachsende Interesse an natürlichen Therapieformen hat Cannabisöl in der Schweiz in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt, weshalb wir dir in diesem Ratgeber einen umfassenden Überblick zu diesem vielseitigen Naturprodukt verschaffen möchten. Wir klären, was genau Cannabisöl ist, welche wertvollen Inhaltsstoffe es enthält und bei welchen Beschwerden es hauptsächlich eingesetzt wird. Darüber hinaus beleuchten wir die genaue Wirkung sowie die gängigsten Anwendungsmethoden und geben dir wichtige Tipps zu einer sicheren, einsteigerfreundlichen Dosierung, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden. Zudem zeigen wir dir auf, welche verschiedenen Arten von Cannabisöl existieren, erklären den entscheidenden Unterschied zu herkömmlichen Hanfsamenöl (umgangssprachlich oft einfach als Hanföl bezeichnet) und ordnen die aktuelle rechtliche Lage rund um THC-Grenzwerte und Rezeptpflicht in der Schweiz für dich ein.

Produktübersicht · Schweiz

Cannabisöl – Arten im Vergleich

Wirkung, Anwendung & rechtliche Einstufung
THC-Grenzwert Schweiz: unter 1 % = frei verkäuflich · ab 1 % = rezeptpflichtig

CBD-Öl Nicht psychoaktiv

Stress, Schlafstörungen, leichte Schmerzen, Entzündungen, innere Unruhe

Sublingual · Kapseln · Nahrung Wirkeintritt 15–60 min

Bekannteste OTC-Variante · Kein Rausch · Auf Bio-Zertifikat und Analysebericht achten

Status

OTC · legal

CBG-Öl Nicht psychoaktiv

Entzündungshemmung, Stimmungsaufhellung, antibakteriell

Sublingual · Kapseln Weniger erforscht als CBD

Cannabigerol: «Mutter aller Cannabinoide» · Zunehmend im Fokus der Forschung

Status

OTC · legal

CBN-Öl Schwach psychoaktiv

Hartnäckige Schlafstörungen, Entspannung, sedierende Wirkung

Sublingual · Kapseln Abends anwenden

Cannabinol: Abbauprodukt von THC · Stark schlaffördernde Eigenschaften

Status

OTC · legal

Hanfsamenöl Kein Cannabinoid-Extrakt

Ernährung: Omega-3 / Omega-6, Herzgesundheit, Hautpflege

Kaltgepresst aus Samen Keine therapeutische CBD/THC-Wirkung

Enthält keine Cannabinoide · Lebensmittel, nicht Medizin · Oft verwechselt mit Cannabisöl

Status

Lebensmittel

THC-Öl (medizinisch) Psychoaktiv · Rx

Starke chronische Schmerzen, Spastiken (MS), chemotherapiebedingte Übelkeit, schwere Schlafstörungen

Sublingual · Kapseln Nur über Apotheke

Kein Rausch bei therapeutischer Dosierung · Seit 2022 ohne BAG-Sonderbewilligung · «Start low, go slow»

Status

Nur auf Rezept

Rick Simpson Öl (RSO) Hochkonzentriert · Rx

Begleittherapie bei Krebs, schwere Schmerzzustände – nur unter ärztlicher Kontrolle

Unverdünnter Vollextrakt Sehr hoher THC-Gehalt

Extrem potent · Ausschliesslich unter engmaschiger medizinischer Aufsicht · Kein Freizeitgebrauch

Status

Nur auf Rezept

Das Wichtigste zu Cannabisöl in der Schweiz in Kürze

  • Vielseitiger Pflanzenextrakt: Cannabisöl ist ein konzentrierter Extrakt aus Hanfblüten und -blättern, der wertvolle Wirkstoffe wie CBD oder THC enthält und vor allem zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen sowie Schlaf- und psychischen Problemen eingesetzt wird.
  • Individuelle Wirkung: Die Tropfen wirken direkt über das körpereigene Endocannabinoid-System. Ob der Effekt eher entspannend (CBD) oder stark schmerzlindernd und berauschend (THC) ausfällt, hängt von der genauen Zusammensetzung und deinem individuellen Stoffwechsel ab.
  • Flexible Anwendung: Am schnellsten und effektivsten wirkt das Öl, wenn es sublingual (direkt unter die Zunge) getropft wird, es kann aber auch über die Nahrung, als geschmacksneutrale Kapsel oder topisch auf der Haut angewendet werden.
  • Vorsichtige Dosierung: Da es keine pauschale Standarddosis gibt, gilt das Prinzip “Start low, go slow”. Beginne mit nur wenigen Tropfen und steigere die Menge langsam, da die Effekte oft erst zeitverzögert eintreten.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Cannabisöl ist in der Regel sehr gut verträglich, kann aber (vor allem dosisabhängig) zu Müdigkeit, einem trockenen Mund oder leichten Verdauungsproblemen sowie zu unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen.
  • Verschiedene Öl-Arten: Der Markt bietet für jedes Bedürfnis das passende Profil, von frei verkäuflichen CBD-Ölen über beruhigende CBN-Extrakte bis hin zu rezeptpflichtigen, hochkonzentrierten THC-Ölen für die medizinische Therapie.
  • Klare gesetzliche Vorgaben: In der Schweiz gilt ein grosszügiger THC-Grenzwert von 1 Prozent; Öle darunter sind legal und frei verkäuflich, Präparate mit 1 Prozent THC oder mehr gelten hingegen als medizinisches Cannabis und sind streng rezeptpflichtig.

Was ist Cannabisöl?

Cannabisöl ist ein konzentrierter Pflanzenextrakt, der aus den Blüten und Blättern der weiblichen Hanfpflanze (Cannabis sativa oder indica, für CBD-Produkte oft aus legalem Nutzhanf) gewonnen wird. Um die wertvollen Inhaltsstoffe für den Körper optimal aufnehmbar zu machen und eine präzise Dosierung zu ermöglichen, wird dieser Hanfextrakt in der Regel mit einem hochwertigen Trägeröl wie Hanfsamen-, Oliven- oder MCT-Öl vermischt.

Die wichtigsten Wirkstoffe und Komponenten im Überblick:

  • Cannabidiol (CBD): CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das für seine beruhigenden, entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften geschätzt wird. Es verursacht keinen Rauschzustand und ist in der Schweiz in Form von legalen CBD-Ölen frei verkäuflich.
  • Tetrahydrocannabinol (THC/Dronabinol): THC ist der Hauptwirkstoff, der für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist, besitzt jedoch auch sehr starke schmerzlindernde und muskelentspannende Effekte. Medizinische Öle mit höheren THC-Konzentrationen sind in der Schweiz streng reguliert und ausschliesslich auf ärztliches Rezept in der Apotheke erhältlich.
  • Terpene: Diese ätherischen Öle verleihen der Pflanze nicht nur ihren charakteristischen Geruch und Geschmack, sondern unterstützen auch die medizinische Wirkung der Cannabinoide massgeblich (bekannt als Entourage-Effekt).
  • Flavonoide: Als sekundäre Pflanzenstoffe tragen Flavonoide zur natürlichen Farbgebung der Pflanze bei und besitzen zudem starke antioxidative sowie zellschützende Eigenschaften.
  • Ungesättigte Fettsäuren: Das Trägeröl liefert wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die wichtig für ein gesundes Herz-Kreislauf-System sind und gleichzeitig als ideales Transportmittel für die fettlöslichen Cannabinoide dienen.

Haupteinsatzgebiete von Cannabisöl:

  • Schmerztherapie: Durch die Interaktion mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System wird das Öl häufig zur Linderung von chronischen Schmerzen, Migräne oder Gelenkbeschwerden eingesetzt.
  • Psychische Beschwerden: Dank der entspannenden und angstlösenden Eigenschaften kann vor allem CBD-reiches Öl unterstützend bei innerer Unruhe, chronischem Stress oder leichten depressiven Verstimmungen wirken.
  • Schlafstörungen: Viele Anwender nutzen Cannabisöl am Abend, um das Gedankenkreisen zu stoppen, rascher einzuschlafen und die allgemeine Durchschlafqualität zu verbessern.
  • Neurologische Erkrankungen: Bei schweren Krankheitsbildern wie Multipler Sklerose, Epilepsie oder Tourette-Syndrom wird medizinisches Cannabis oft verschrieben, um Spastiken zu lösen und neurologische Symptome zu mildern.
  • Entzündungen: Die entzündungshemmende Wirkung der Cannabinoide wird bei verschiedensten Leiden erfolgreich genutzt, was beispielsweise den Einsatz von Cannabis bei Reizdarm oder auch die Linderung von hartnäckigen Hauterkrankungen wie Neurodermitis so vielversprechend macht.

Krebsbegleittherapie: In der Onkologie hilft medizinisches Cannabis bei Krebs dabei, chemotherapiebedingte Übelkeit zu lindern, den Appetit wieder anzuregen und tumorbedingte Schmerzen zu reduzieren.

Welche Wirkung hat Cannabisöl?

Die Wirkung von Cannabisöl entfaltet sich primär über das körpereigene Endocannabinoid-System (ECS), welches massgeblich an der Regulierung von Schmerzempfinden, Schlaf, Appetit, Stimmung und dem Immunsystem beteiligt ist. Dabei aktivieren die Wirkstoffe im Cannabisöl THC-Rezeptoren (CB1) und CBD-relevante Rezeptoren (CB2), um ihre Effekte zu erzielen. Je nach Zusammensetzung des Öls kann die Wirkung stark variieren: Während reine CBD-Öle vor allem entspannend, angstlösend und entzündungshemmend wirken, erzielen THC-haltige medizinische Öle stärkere schmerzlindernde sowie muskelentspannende Effekte und können einen Rauschzustand auslösen. Wie schnell und intensiv diese Effekte spürbar werden, hängt jedoch von verschiedenen individuellen Einflussfaktoren ab. Zu den wichtigsten Parametern zählen die genaue Konzentration und das Verhältnis der Cannabinoide (THC zu CBD), dein persönlicher Stoffwechsel und dein Körpergewicht. Zudem spielen deine Genetik, eine eventuell bereits bestehende Toleranz gegenüber Cannabis, die gewählte Einnahmeform sowie das Vorhandensein pflanzlicher Terpene (welche den sogenannten Entourage-Effekt auslösen) eine entscheidende Rolle dabei, wie dein Körper auf die Tropfen reagiert. Cannabisöl wird bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, darunter auch Tinnitus – mehr dazu auf der Seite zur Tinnitus Behandlung in Lugano als spezialisierte Therapieoption.

Wie wird Cannabisöl angewendet?

Die Anwendung von Cannabisöl ist unkompliziert und lässt sich flexibel an deine persönlichen Vorlieben und therapeutischen Ziele anpassen. Die mit Abstand häufigste und effektivste Methode ist die sublinguale Einnahme. Dabei tröpfelst du das Öl mithilfe der Pipette direkt unter die Zunge und behältst es dort für etwa 60 Sekunden, bevor du den Rest herunterschluckst. Auf diese Weise können die Wirkstoffe direkt über die feine Mundschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen werden, was zu einem raschen und zuverlässigen Wirkungseintritt führt.
Darüber hinaus gibt es bewährte Alternativen, falls dir der pure, oft etwas herbe Eigengeschmack des Öls nicht zusagt oder du spezifische Beschwerden behandeln möchtest:

  • Mit Nahrung: Du kannst die Tropfen problemlos in dein Essen oder in Getränke (wie Smoothies oder Tee) mischen. Da die Wirkstoffe hierbei erst den Verdauungstrakt passieren und von der Leber verstoffwechselt werden müssen, tritt die Wirkung zwar zeitverzögert ein, hält dafür aber oft deutlich länger an. Idealerweise kombinierst du das Öl mit fetthaltigen Lebensmitteln, um die Bioverfügbarkeit und Aufnahme im Körper zu verbessern.
  • Kapseln: Für eine besonders unkomplizierte, absolut geschmacksneutrale und exakte Dosierung bieten sich fertige Cannabisöl-Kapseln an. Sie eignen sich hervorragend für unterwegs oder den Büroalltag und wirken, genau wie die Einnahme des Cannabisöls über die Nahrung, zeitverzögert über den Magen-Darm-Trakt.
  • Topisch (Haut): Bei lokalen Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen oder Hauterkrankungen kann das Öl (oder spezielle mit Cannabisöl angereicherte Cremes) auch direkt auf die Haut aufgetragen und leicht einmassiert werden. Hier entfalten die entzündungshemmenden Wirkstoffe ihre Effekte ganz gezielt an der betroffenen Stelle, ohne den gesamten Blutkreislauf zu fluten.

Was sollte man bei der Dosierung von Cannabisöl beachten?

Die richtige Dosierung von Cannabisöl erfordert anfangs etwas Geduld und ein gutes Körpergefühl, weshalb es wichtig ist, ein Grundverständnis für eine vorsichtige Herangehensweise zu entwickeln. Da jeder Stoffwechsel, jedes Körpergewicht und das individuelle Endocannabinoid-System völlig unterschiedlich auf Cannabinoide reagieren, gibt es keine pauschale Standarddosis. Die optimale Menge ist von Person zu Person absolut unterschiedlich. Daher gilt in der Therapie das eiserne Grundprinzip: “Start low, go slow”, also stets niedrig starten und die Dosis nur sehr langsam steigern. Wenn du noch keine Erfahrung hast, empfiehlt sich eine extrem vorsichtige, einsteigerorientierte Herangehensweise: Beginne mit nur ein bis zwei Tropfen und beobachte genau, wie dein Körper darauf reagiert. Eine gezielte Cannabis Mikrodosierung kann hierbei ein sehr hilfreicher Weg sein, um sich behutsam an den eigenen “Sweet Spot” heranzutasten. Beachte dabei unbedingt, dass die Wirkung je nach Einnahmeform zeitverzögert eintreten kann, besonders wenn du das Öl mit der Nahrung aufnimmst, kann es ein bis zwei Stunden dauern, bis du einen Effekt spürst. Wer hier aus Ungeduld zu früh nachdosiert oder die eigene Toleranz sowie die Konzentration und Produktqualität des Öls unterschätzt, riskiert unangenehme Nebeneffekte. Wie du eine solche Cannabis Überdosierung sicher vermeidest und was im Ernstfall zu tun ist, erfährst du detailliert in unserem weiterführenden Fachartikel.

Nebenwirkungen von Cannabisöl

Um ein realistisches Bild der Therapie zu vermitteln, ist es wichtig zu betonen, dass Cannabisöl von den allermeisten Anwendern als sehr gut verträglich eingestuft wird, Nebenwirkungen und gewisse Risiken jedoch grundsätzlich immer möglich sind. Diese Begleiterscheinungen sind oft stark dosisabhängig und fallen in der Regel eher mild aus. Zu den häufigsten Reaktionen zählen eine gesteigerte Müdigkeit, ein trockener Mund, leichte Kreislaufprobleme wie Schwindel sowie gelegentliche Auswirkungen auf die Verdauung, die sich beispielsweise durch Appetitveränderungen oder leichten Durchfall bemerkbar machen können.Besondere Vorsicht ist zudem bei der gleichzeitigen Einnahme von anderen Medikamenten geboten, da das Öl bestimmte Enzyme in der Leber beeinflussen und somit unerwünschte Wechselwirkungen hervorrufen kann. Dies ist insbesondere für Personengruppen mit schweren Vorerkrankungen oder für Frauen während der Schwangerschaft ein wichtiges Thema. Aus diesem Grund raten wir stets zu einer behutsamen Anwendung des Cannabisöls und empfehlen, vor Beginn der Einnahme immer ärztlichen Rat einzuholen, um individuelle Risiken sicher abzuklären. Darüber hinaus können sogar alltägliche Speisen die Aufnahme und Wirkung der Cannabinoide unerwartet verändern, ausführliche Informationen hierzu findest du in unserem Fachartikel zum Thema Cannabis und Lebensmittel – Wichtige Wechselwirkungen.

Welche Arten von Cannabisöl gibt es?

Auf dem Markt gibt es nicht das eine universelle Cannabisöl, sondern verschiedene Arten, die sich je nach verwendetem Pflanzenextrakt und dem dominierenden Cannabinoid-Profil erheblich in ihrer Wirkung, ihrem Anwendungszweck und ihrer rechtlichen Einstufung unterscheiden.

Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Hauptarten:

  • CBD-Öl (Cannabidiol): Dies ist die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Variante, da sie nicht psychoaktiv wirkt, keinen Rausch auslöst und in der Schweiz frei verkäuflich ist. Es wird vor allem im Alltag wegen seiner beruhigenden, entzündungshemmenden und milden schmerzlindernden Eigenschaften geschätzt.
  • THC-Öl (Tetrahydrocannabinol): Im Gegensatz zum CBD-Öl enthält diese Variante einen hohen Anteil des psychoaktiven Wirkstoffs THC und kann dementsprechend berauschend wirken. Wegen seiner potenten schmerzstillenden, appetitanregenden und muskelentspannenden Effekte wird es ausschliesslich für medizinische Zwecke eingesetzt und ist streng rezeptpflichtig.
  • CBG-Öl (Cannabigerol) & CBN-Öl (Cannabinol): Diese Öle rücken zunehmend in den Fokus, da sie weniger bekannte Cannabinoide enthalten, die für ganz gezielte therapeutische Zwecke genutzt werden. Während CBG oft zur Entzündungshemmung und Stimmungsaufhellung eingesetzt wird, gilt CBN aufgrund seiner stark sedierenden Eigenschaften als beliebtes natürliches Mittel bei hartnäckigen Schlafstörungen.
  • Rick Simpson Öl (RSO): Hierbei handelt es sich um ein extrem hochkonzentriertes, zähflüssiges und unverdünntes Pflanzenextrakt mit einem massiven THC-Gehalt, das ursprünglich von dem Aktivisten Rick Simpson zur alternativen Krebsbehandlung entwickelt wurde. Aufgrund seiner enormen Potenz und der starken psychoaktiven Wirkung ist es für den Freizeitgebrauch strengstens verboten und findet medizinisch nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle Anwendung.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabisöl & Hanfsamenöl?

Der Hauptunterschied liegt in der Herkunft und den Inhaltsstoffen: Cannabisöl wird aus den Blüten und Blättern der weiblichen Pflanze extrahiert und enthält hochwirksame Cannabinoide wie THC oder CBD. Hanfsamenöl hingegen wird schonend aus den reinen Samen gepresst, ist völlig frei von Cannabinoiden, dafür aber reich an wertvollen Omega-Fettsäuren.

Rechtliche Lage von Cannabisöl in der Schweiz

Die rechtliche Einordnung von Cannabisöl in der Schweiz mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch grundsätzlich gilt eine einfache Faustregel: Die Legalität hängt massgeblich vom THC-Gehalt des jeweiligen Produkts ab. Hierbei wird streng zwischen CBD-Produkten und THC-haltigen Cannabisölen unterschieden

Liegt der THC-Gehalt unter dem grosszügigen gesetzlichen Grenzwert von 1 Prozent, fällt das Öl nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Diese CBD-Öle sind völlig legal und im Handel frei verkäuflich, wobei der Erwerb in den meisten Fällen an eine strikte Altersbeschränkung ab 18 Jahren gebunden ist. Eine spannende Besonderheit auf dem Schweizer Markt betrifft die rechtliche Einordnung und Deklaration dieser frei verkäuflichen Öle: Da sie rechtlich oft nicht als klassische Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind, werden sie von den Herstellern häufig als Kosmetika (z.B. Aroma- oder Mundpflegeöle) oder sogar als Chemikalien mit entsprechenden Warnhinweisen deklariert, was oft für Verwirrung sorgt, die Qualität aber nicht mindert.

Geht es jedoch um Cannabisöle mit einem THC-Gehalt von 1 Prozent oder mehr, sieht die Lage in der Schweiz anders aus. Der freie Verkauf zu Genusszwecken bleibt verboten. Für die medizinische Nutzung sind diese wirkstarken, verschreibungspflichtigen Produkte jedoch legal. Sie können nach einer entsprechenden Diagnose ganz regulär gegen ein ärztliches Rezept über die Apotheke bezogen werden, die früher notwendige und oft langwierige Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ist seit der Gesetzesänderung 2022 erfreulicherweise nicht mehr nötig. Wenn du medizinisches Cannabis kaufen möchtest, ist dieser offiziell regulierte Weg stets der sicherste.
Zuletzt solltest du zwingend die Unterschiede zu den Regelungen in anderen Ländern beachten, insbesondere wenn es um das Reisen oder mögliche Importprobleme geht. Die Schweizer 1-Prozent-Grenze für THC ist im internationalen Vergleich eine absolute Ausnahme. In der EU und den meisten Nachbarländern liegt der Grenzwert für legale Hanfprodukte und Cannabisprodukte bei lediglich 0,2 oder 0,3 Prozent. Wer also sein legales Schweizer CBD-Öl unbedacht mit über die Grenze nimmt oder online im Ausland bestellt, riskiert schnell erhebliche Konflikte mit dem Zoll und dem dortigen Betäubungsmittelgesetz.

Weitere Fragen & Antworten zu Cannabisöl in der Schweiz

Wie erkennt man hochwertiges Cannabisöl?

Hochwertiges Cannabisöl erkennst du vor allem an Transparenz. Seriöse Hersteller stellen unabhängige Laborzertifikate zur Verfügung, die den genauen Cannabinoid-Gehalt (CBD/THC) bestätigen und belegen, dass das Produkt frei von Pestiziden, Schwermetallen und Lösungsmittelrückständen ist. Achte zudem auf eine schonende Herstellungsmethode (wie die CO2-Extraktion), ein natürliches Bio-Trägeröl und den Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe.

Wo kann man Cannabisöl in der Schweiz kaufen?

Frei verkäufliches CBD-Öl mit weniger als 1 Prozent THC kannst du in der Schweiz legal in speziellen Hanf-Shops, online, in Drogerien oder in Apotheken erwerben. Verschreibungspflichtiges, medizinisches Cannabisöl mit einem höheren THC-Gehalt erhältst du hingegen ausschliesslich mit einem gültigen ärztlichen Rezept. Eine Übersicht der besten Anlaufstellen für rezeptpflichtige Präparate findest du in unserem Ratgeber über Apotheken für medizinisches Cannabis in der Schweiz.

Macht Cannabisöl high?

Das hängt voll und ganz von der Zusammensetzung ab. Legale CBD-Öle (mit weniger als 1 Prozent THC) wirken nicht psychoaktiv und lösen keinen Rauschzustand aus, sie machen dich also nicht “high”. Medizinisches Cannabisöl, das gezielt einen höheren THC-Gehalt aufweist, kann hingegen je nach individueller Dosierung und Toleranz eine berauschende Wirkung entfalten.

FAQs

Dr. Britta Massmann

Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Dr. med. Britta Massmann ist als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In ihrer Rolle erstellt sie medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

Medizinisch überprüft

Dr. Britta Massmann

Dr. Britta Massmann

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (FMH), Schweiz

Geprüft: March 18, 2026

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