Veröffentlicht: 16. April 2026|Aktualisiert: 16. April 2026|Medizinisch geprüft von Dr. med. Jens Westphal
Von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (FMH), Schweiz

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Er dient ausschliesslich der allgemeinen medizinischen Information und wurde nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand erstellt.

Inhaltsverzeichnis

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Top 10 Hausmittel in den Wechseljahren

Natürliche Hilfe bei Beschwerden auf einen Blick

# Hausmittel Wirksamkeit Aufwand Evidenz
  • 1
    Salbeitee Gegen Hitzewallungen
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 2
    Traubensilberkerze Hormonelle Balance
    WirksamkeitHoch
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 3
    Bewegung Allgemeines Wohlbefinden
    WirksamkeitHoch
    AufwandMittel
    EvidenzStark
  • 4
    Rotklee Phytoöstrogene
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 5
    Leinsamen Verdauung & Hormone
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 6
    Johanniskraut Stimmungsaufhellend
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzStark
  • 7
    Kühltechniken Akute Hitzewallungen
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzSchwach
  • 8
    Meditation Stressabbau
    WirksamkeitMittel
    AufwandMittel
    EvidenzModerat
  • 9
    Ashwagandha Stress & Energie
    WirksamkeitMittel
    AufwandEinfach
    EvidenzModerat
  • 10
    Nachtkerzenöl Haut & Hormone
    WirksamkeitGering
    AufwandEinfach
    EvidenzSchwach

Natürliche Begleitung durch eine besondere Lebensphase

Die Wechseljahre, medizinisch als Klimakterium bezeichnet, markieren eine bedeutende hormonelle Umstellung im Leben einer Frau. In dieser Phase, die meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnt, stellt der Körper allmählich die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron ein. Diese natürliche Veränderung bringt häufig eine Reihe von Begleiterscheinungen mit sich, die den Alltag erheblich beeinflussen können. Zu den bekanntesten Symptomen zählen Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen und Schlafprobleme.[1] Viele Frauen in der Schweiz suchen nach sanften, natürlichen Wegen, um diese Phase gut zu meistern und ihre Lebensqualität zu erhalten. Dabei greifen sie oft auf bewährte Hausmittel und pflanzliche Helfer zurück, die den Körper in seiner Anpassung unterstützen können.

Glücklicherweise bietet die Naturheilkunde ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um Wechseljahresbeschwerden auf sanfte Weise zu lindern. Die Wirksamkeit vieler dieser traditionellen Hausmittel ist mittlerweile durch wissenschaftliche Studien gut belegt.[2] Von pflanzlichen Präparaten, die ausgleichend auf den Hormonhaushalt wirken, über kühlende Anwendungen bis hin zu gezielten Entspannungstechniken gibt es zahlreiche Ansätze. Oft ist es eine Kombination verschiedener Maßnahmen, die den besten Erfolg bringt. Wenn die Beschwerden mit innerer Unruhe einhergehen, kann es auch hilfreich sein, sich über Stress Hausmittel zu informieren, da Stress die Symptome der Wechseljahre oft noch verstärkt.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen die zehn effektivsten und am besten erforschten Hausmittel vor, die Ihnen helfen können, die Herausforderungen der Wechseljahre auf natürliche Weise zu bewältigen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass jede Frau diese Phase anders erlebt und nicht jedes Mittel bei jeder Frau gleich gut wirkt. Ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper und etwas Geduld beim Ausprobieren sind daher entscheidend, um den individuell besten Weg zu finden. Zur Linderung von Zyklusunregelmässigkeiten können zudem Zyklus-Hausmittel eine hilfreiche natürliche Option darstellen.

Die 10 besten Hausmittel bei Wechseljahresbeschwerden

1. Salbeitee gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Eines der bekanntesten und am besten untersuchten Hausmittel gegen die typischen Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüche in den Wechseljahren ist der Echte Salbei (Salvia officinalis). Die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle, insbesondere Thujon, sowie Gerbstoffe und Flavonoide, haben eine nachweislich schweißhemmende (antihidrotische) Wirkung. Studien zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von Salbeiextrakten die Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen deutlich reduzieren kann.[5] Der Wirkmechanismus beruht wahrscheinlich auf einer Beeinflussung der Temperaturregulation im Gehirn, die durch den sinkenden Östrogenspiegel oft aus dem Gleichgewicht gerät.

Die Anwendung ist unkompliziert: Für einen wirksamen Salbeitee übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen den Aufguss etwa zehn Minuten abgedeckt ziehen. Trinken Sie davon zwei bis drei Tassen täglich, am besten lauwarm oder kalt, da heiße Getränke Hitzewallungen zusätzlich provozieren können. Besonders bei nächtlichem Schwitzen empfiehlt es sich, eine Tasse kalten Salbeitee vor dem Schlafengehen zu trinken. Wenn die psychische Belastung zu Ängsten führt, finden Sie weitere sanfte Unterstützungsmöglichkeiten im Artikel über Angst Hausmittel. Auch bei hormonellen Schwankungen, die sich auf das sexuelle Verlangen auswirken, suchen viele Frauen nach natürlichen Lösungen. Informationen dazu finden Sie im Beitrag über Libido Hausmittel. Bei einem unerwarteten Haarausfall, der ebenfalls durch hormonelle Veränderungen bedingt sein kann, lohnt sich ein Blick auf die Haarausfall Hausmittel für weitere natürliche Pflegeansätze.

2. Traubensilberkerze für hormonelle Balance

Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), eine Pflanze aus Nordamerika, gilt als eines der wichtigsten und am besten erforschten pflanzlichen Mittel (Phytotherapeutika) bei Wechseljahresbeschwerden. Der Extrakt aus dem Wurzelstock der Pflanze wird besonders bei neurovegetativen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen und nervöser Reizbarkeit eingesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen enthält die Traubensilberkerze keine Phytoöstrogene. Stattdessen wirken die Inhaltsstoffe direkt auf das zentrale Nervensystem und modulieren dort Rezeptoren, die für die Temperaturregulation und Stimmung verantwortlich sind.[4]

Zahlreiche klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Cimicifuga-Extrakten, weshalb sie in der medizinischen Leitlinie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden empfohlen werden. Die Wirkung tritt in der Regel nicht sofort ein, sondern baut sich über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen auf. Daher ist eine regelmäßige und geduldige Einnahme wichtig. Die Präparate sind in der Apotheke als Tabletten oder Tropfen erhältlich, wobei standardisierte Extrakte bevorzugt werden sollten, um eine gleichbleibende Wirkstoffmenge zu gewährleisten.

3. Bewegung und regelmäßiger Sport

Körperliche Aktivität ist nicht nur für die allgemeine Gesundheit essenziell, sondern erweist sich auch als äußerst wirksames Mittel zur Linderung vieler Wechseljahressymptome. Regelmäßiger Sport hilft, das Herz-Kreislauf-System zu stärken, den Stoffwechsel anzuregen und das Körpergewicht zu kontrollieren – ein wichtiger Aspekt, da der sinkende Östrogenspiegel oft zu einer veränderten Fettverteilung und Gewichtszunahme führt. Darüber hinaus belegen Studien, dass Frauen, die körperlich aktiv sind, seltener unter schweren Hitzewallungen und depressiven Verstimmungen leiden.[12]

Besonders empfehlenswert ist eine Kombination aus Ausdauertraining (wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren) und leichtem Krafttraining. Ausdauersport verbessert die Durchblutung und die Temperaturregulation des Körpers, während Krafttraining dem alters- und hormonbedingten Abbau von Muskel- und Knochenmasse entgegenwirkt, was wichtig zur Osteoporose-Prävention ist. Schon 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche können einen spürbaren Unterschied machen. Auch Yoga oder Pilates sind hervorragend geeignet, da sie Bewegung mit tiefer Atmung und Entspannung verbinden, was zusätzlich das vegetative Nervensystem beruhigt.

Wenn die hormonelle Umstellung auch zu Schlafproblemen führt, kann moderate Bewegung am Tag helfen, abends besser zur Ruhe zu kommen. Ergänzend dazu finden Sie wertvolle Tipps unter Schlaf Hausmittel, um die Schlafqualität weiter zu verbessern.

4. Rotklee als Quelle für Phytoöstrogene

Rotklee (Trifolium pratense) ist eine heimische Pflanze, die reich an sogenannten Isoflavonen ist. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zur Gruppe der Phytoöstrogene – pflanzliche Verbindungen, die dem menschlichen Östrogen in ihrer Struktur ähneln. Sie können an die Östrogenrezeptoren im Körper andocken und dort eine schwache östrogenartige Wirkung entfalten. In den Wechseljahren, wenn die körpereigene Östrogenproduktion sinkt, können Phytoöstrogene aus Rotklee helfen, diesen Mangel sanft auszugleichen und typische Beschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen zu mildern.[7]

Rotklee-Extrakte sind als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Tabletten erhältlich. Im Vergleich zu Soja, einer anderen bekannten Quelle für Phytoöstrogene, enthält Rotklee ein breiteres Spektrum an verschiedenen Isoflavonen. Die Studienlage zur Wirksamkeit von Rotklee ist zwar nicht ganz so eindeutig wie bei der Traubensilberkerze, viele Frauen berichten jedoch von einer deutlichen Besserung ihrer Symptome nach mehrwöchiger Einnahme. Auch hier gilt, dass sich die Wirkung erst nach einigen Wochen der regelmäßigen Anwendung einstellt.

5. Leinsamen für Verdauung und Hormonhaushalt

Leinsamen sind ein weiteres wertvolles heimisches Superfood, das Frauen in den Wechseljahren vielfältig unterstützen kann. Sie sind nicht nur reich an Ballaststoffen und gesunden Omega-3-Fettsäuren, sondern enthalten auch Lignane. Diese gehören wie die Isoflavone im Rotklee zu den Phytoöstrogenen. Lignane können im Darm durch Bakterien in Verbindungen umgewandelt werden, die hormonähnliche Eigenschaften besitzen und helfen können, hormonelle Schwankungen auszugleichen. Einige Studien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Leinsamen leichte Hitzewallungen reduzieren und die Lebensqualität verbessern kann.[11]

Die Anwendung ist sehr einfach in den Alltag zu integrieren. Ein bis zwei Esslöffel geschrotete Leinsamen täglich können ins Müsli, in den Joghurt oder in Smoothies gemischt werden. Wichtig ist, dass die Samen geschrotet oder frisch gemahlen verzehrt werden, da der Körper die wertvollen Inhaltsstoffe aus ganzen Samen nicht optimal aufnehmen kann. Zudem ist es essenziell, ausreichend Wasser dazu zu trinken, da Leinsamen im Magen-Darm-Trakt stark quellen und bei zu wenig Flüssigkeit zu Verstopfung führen können.

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6. Johanniskraut bei Stimmungsschwankungen

Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre wirken sich bei vielen Frauen auch auf die Psyche aus. Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Reizbarkeit und leichte depressive Verstimmungen sind keine Seltenheit. Hier hat sich das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) als pflanzliches Mittel sehr bewährt. Seine Inhaltsstoffe, insbesondere Hypericin und Hyperforin, beeinflussen den Botenstoffwechsel im Gehirn (wie Serotonin und Noradrenalin) und wirken stimmungsaufhellend, ausgleichend und leicht beruhigend.[10]

Johanniskraut wird oft in Kombination mit der Traubensilberkerze eingesetzt, da sich die Wirkungen beider Pflanzen bei Wechseljahresbeschwerden ideal ergänzen – die eine wirkt vorwiegend auf die körperlichen, die andere auf die seelischen Symptome. Für eine spürbare Wirkung ist in der Regel ein hochdosierter Trockenextrakt in Form von Tabletten oder Kapseln erforderlich, ein einfacher Tee reicht meist nicht aus. Auch hier benötigt der Körper etwa zwei bis drei Wochen, bis die stimmungsaufhellende Wirkung voll einsetzt.

7. Kühltechniken für akute Linderung

Wenn eine Hitzewallung plötzlich auftritt, sind schnelle, kühlende Maßnahmen oft die beste Hilfe, um die Körpertemperatur zu regulieren und das unangenehme Gefühl zu lindern. Das Prinzip der Hydrotherapie (Wasseranwendungen) nach Sebastian Kneipp bietet hier einfache und effektive Möglichkeiten. Kalte Armbäder oder kühle Unterarmgüsse können helfen, die Blutgefäße zu verengen und die Hitzewelle rasch abklingen zu lassen. Auch ein kühler Waschlappen im Nacken oder auf den Handgelenken verschafft schnelle Erleichterung.

Im Alltag hat sich zudem das “Zwiebelprinzip” bei der Kleidung bewährt. Durch das Tragen mehrerer dünner Schichten übereinander können Sie flexibel reagieren und bei einer Hitzewallung schnell eine Schicht ablegen. Bevorzugen Sie dabei atmungsaktive Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen oder Seide, die Schweiß gut aufnehmen und die Haut atmen lassen, während synthetische Stoffe den Hitzestau oft noch verstärken. Gleiches gilt für die Bettwäsche, um nächtliche Schweißausbrüche erträglicher zu machen.

8. Meditation und Entspannungsverfahren

Stress ist ein bekannter Trigger für Wechseljahresbeschwerden. Er kann Hitzewallungen auslösen oder verstärken und Schlafprobleme verschlimmern. Daher sind Techniken zur Stressreduktion und Entspannung ein wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Ansatzes. Meditation, Achtsamkeitstraining (wie MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction) und gezielte Atemübungen helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und den Cortisolspiegel zu senken. Studien zeigen, dass Frauen, die regelmäßig Entspannungstechniken praktizieren, Hitzewallungen als weniger belastend empfinden und eine höhere Lebensqualität berichten.[13]

Eine einfache Atemübung für akute Situationen ist die Bauchatmung: Legen Sie eine Hand auf den Bauch, atmen Sie tief durch die Nase ein, sodass sich die Bauchdecke hebt, und atmen Sie langsam durch den leicht geöffneten Mund wieder aus. Wiederholen Sie dies einige Male, bis Sie spüren, wie sich der Körper entspannt. Auch Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training sind bewährte Methoden, die sich gut in den Alltag integrieren lassen.

9. Ashwagandha für Stressresistenz und Energie

Ashwagandha (Withania somnifera), auch als Schlafbeere oder Indischer Ginseng bekannt, ist eine der wichtigsten Heilpflanzen in der ayurvedischen Medizin. Sie zählt zu den sogenannten Adaptogenen – Substanzen, die dem Körper helfen, sich besser an physischen und psychischen Stress anzupassen. In den Wechseljahren, wenn der Körper durch die hormonelle Umstellung ohnehin unter Stress steht, kann Ashwagandha wertvolle Unterstützung bieten. Es hilft, den Cortisolspiegel zu regulieren, beruhigt die Nerven, fördert einen gesunden Schlaf und kann gleichzeitig Erschöpfungszuständen entgegenwirken.[9]

Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ashwagandha-Extrakte auch direkt positive Effekte auf typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen haben können, indem sie das hormonelle Gleichgewicht sanft unterstützen. Die Einnahme erfolgt meist in Form von Kapseln oder als Pulver, das in warme Milch oder pflanzliche Alternativen eingerührt werden kann (die traditionelle “Moon Milk”).

10. Nachtkerzenöl für Haut und Hormonbalance

Das Öl aus den Samen der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis) ist besonders reich an Gamma-Linolensäure (GLA), einer essenziellen Omega-6-Fettsäure. Diese Fettsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Prostaglandinen, das sind gewebshormonähnliche Botenstoffe, die an vielen Prozessen im Körper, einschließlich Entzündungsreaktionen und der Hormonregulation, beteiligt sind. Nachtkerzenöl wird traditionell bei verschiedenen hormonell bedingten Beschwerden eingesetzt, unter anderem beim prämenstruellen Syndrom (PMS) und auch in den Wechseljahren.[8]

Die Studienlage zur Wirksamkeit von Nachtkerzenöl bei Hitzewallungen ist zwar gemischt und nicht so überzeugend wie bei der Traubensilberkerze, dennoch berichten einige Frauen von einer Linderung ihrer Symptome. Besonders geschätzt wird Nachtkerzenöl jedoch für seine positiven Effekte auf die Haut. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren führt oft zu trockener, dünner werdender Haut und Schleimhäuten. Die essenziellen Fettsäuren im Nachtkerzenöl können helfen, die Feuchtigkeitsbindung und Elastizität der Haut von innen heraus zu verbessern.

Wann zum Arzt

Obwohl die Wechseljahre ein natürlicher Lebensabschnitt und keine Krankheit sind, können die damit verbundenen Beschwerden mitunter so stark ausgeprägt sein, dass sie die Lebensqualität massiv einschränken. Hausmittel und pflanzliche Präparate stoßen bei sehr schweren Symptomen oft an ihre Grenzen. In solchen Fällen ist eine ärztliche Begleitung unerlässlich. Eine Gynäkologin oder ein Gynäkologe sollte aufgesucht werden, wenn Hitzewallungen und Schweißausbrüche extrem belastend sind, den Nachtschlaf dauerhaft stören und zu starker Erschöpfung führen. Auch bei ausgeprägten psychischen Beschwerden wie tiefen Depressionen, schweren Angstzuständen oder langanhaltender Antriebslosigkeit ist professionelle medizinische Hilfe erforderlich.

Ein weiterer wichtiger Grund für einen Arztbesuch sind ungewöhnliche Blutungen. Zwar sind unregelmäßige Zyklen in der Phase vor der Menopause (Perimenopause) normal, jedoch sollten sehr starke, langanhaltende Blutungen oder Schmierblutungen nach dem eigentlichen Ausbleiben der Regel (Postmenopause) immer ärztlich abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen der Gebärmutter auszuschließen. Ebenso bedürfen starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr aufgrund von extremer Scheidentrockenheit oder wiederkehrende Harnwegsinfekte einer fachgerechten Behandlung, die über einfache Hausmittel hinausgeht.

Nicht zuletzt ist eine ärztliche Beratung sinnvoll, bevor Sie pflanzliche Präparate wie Traubensilberkerze oder Johanniskraut einnehmen, insbesondere wenn Sie bereits andere Medikamente verwenden oder an chronischen Erkrankungen leiden, um mögliche Wechselwirkungen oder Kontraindikationen auszuschließen. Ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt hilft, die individuell beste und sicherste Strategie für diese Lebensphase zu finden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauern die Wechseljahre im Durchschnitt an?

Die Dauer der Wechseljahre ist individuell sehr verschieden. Der gesamte Prozess der hormonellen Umstellung kann zwischen fünf und zehn Jahren, manchmal auch länger, dauern. Die intensivste Phase mit den stärksten Beschwerden erleben viele Frauen in der Zeit rund um die letzte Menstruationsblutung (Menopause), oft über einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren. Danach klingen die Symptome meist allmählich ab.

Können Hausmittel eine Hormonersatztherapie ersetzen?

Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden können Hausmittel und pflanzliche Präparate oft ausreichende Linderung verschaffen und eine gute Alternative darstellen. Sie wirken sanfter und haben meist weniger Nebenwirkungen. Bei sehr starken, die Lebensqualität massiv einschränkenden Symptomen reichen sie jedoch manchmal nicht aus. In solchen Fällen kann eine individuell abgestimmte ärztliche Behandlung notwendig sein. Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen getroffen werden.

Wann beginnt die Wirkung von pflanzlichen Mitteln wie der Traubensilberkerze?

Im Gegensatz zu vielen synthetischen Medikamenten benötigen pflanzliche Präparate in der Regel etwas Vorlaufzeit, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Bei der Traubensilberkerze, aber auch bei Johanniskraut oder Rotklee, ist meist mit einer Anlaufzeit von zwei bis vier Wochen zu rechnen. Es ist daher wichtig, die Präparate regelmäßig und mit etwas Geduld einzunehmen und nicht zu früh abzusetzen, falls sich nicht sofort ein Erfolg einstellt.

Ist Soja gut gegen Hitzewallungen?

Soja enthält wie Rotklee Isoflavone (Phytoöstrogene), die eine schwache östrogenartige Wirkung im Körper haben können. In asiatischen Ländern, wo traditionell viel Soja verzehrt wird, berichten Frauen seltener über starke Hitzewallungen. Der regelmäßige Verzehr von Sojaprodukten (wie Tofu, Tempeh oder Edamame) kann als Teil einer ausgewogenen Ernährung unterstützend wirken. Die isolierte Einnahme von hochdosierten Soja-Nahrungsergänzungsmitteln sollte jedoch, besonders bei Vorerkrankungen, ärztlich besprochen werden.[6]

Welche Ernährung ist in den Wechseljahren besonders empfehlenswert?

Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung ist in dieser Lebensphase besonders wichtig. Sie sollte reich an frischem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Proteinen sein. Wichtig ist eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D zur Stärkung der Knochen. Der Konsum von Zucker, stark verarbeiteten Lebensmitteln und gesättigten Fetten sollte reduziert werden. Auch scharfe Gewürze, Alkohol und übermäßig viel Kaffee können Hitzewallungen provozieren und sollten daher nur in Maßen genossen werden.

Quellen

1Mayo Clinic. (2023). Menopause – Diagnosis and treatment. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/menopause/diagnosis-treatment/drc-20353401
2National Health Service (NHS). (2022). Menopause – Treatment. https://www.nhs.uk/conditions/menopause/treatment/
3World Health Organization (WHO). (2022). Menopause. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/menopause
4Wuttke, W., Jarry, H., Haunschild, J., Stecher, G., Schuh, M., & Seidlova-Wuttke, D. (2014). The non-estrogenic alternative for the treatment of climacteric complaints: Black cohosh (Cimicifuga or Actaea racemosa). The Journal of steroid biochemistry and molecular biology, 139, 302-310. https://doi.org/10.1016/j.jsbmb.2013.07.012
5Bommer, S., Klein, P., & Suter, A. (2011). First time proof of sage’s tolerability and efficacy in menopausal women with hot flushes. Advances in therapy, 28(6), 490-500. https://doi.org/10.1007/s12325-011-0027-z
6Franco, O. H., Chowdhury, R., Troup, J., Voortman, T., Kunutsor, S., Kavousi, M., … & Muka, T. (2016). Use of plant-based therapies and menopausal symptoms: a systematic review and meta-analysis. JAMA, 315(23), 2554-2563. https://doi.org/10.1001/jama.2016.8012
7Ghazanfarpour, M., Sadeghi, R., Roudsari, R. L., Khorsand, I., Khadivzadeh, T., & Mulet, M. (2016). Red clover for treatment of hot flashes and menopausal symptoms: A systematic review and meta-analysis. Journal of Obstetrics and Gynaecology, 36(3), 301-311. https://doi.org/10.3109/01443615.2015.1049249
8Farzaneh, F., Fatehi, S., Sohrabi, M. R., & Alizadeh, K. (2013). The effect of oral evening primrose oil on menopausal hot flashes: a randomized clinical trial. Archives of gynecology and obstetrics, 288(5), 1075-1079. https://doi.org/10.1007/s00404-013-2852-6
9Gopal, S., Ajayakumar, A. R., Kumpati, S., Arumugam, A., & Agarwal, N. (2021). Effect of an ashwagandha (Withania Somnifera) root extract on climacteric symptoms in women during perimenopause: A randomized, double-blind, placebo-controlled study. Journal of Obstetrics and Gynaecology Research, 47(12), 4414-4425. https://doi.org/10.1111/jog.15030
10Al-Akoum, M., Maunsell, E., Verreault, R., Provencher, L., Otis, H., & Dodin, S. (2009). Effects of Hypericum perforatum (St. John’s wort) on hot flashes and quality of life in perimenopausal women: a randomized pilot trial. Menopause, 16(2), 307-314. https://doi.org/10.1097/gme.0b013e31818814c2
11Cetisli, N. E., Saruhan, A., & Kivcak, B. (2015). The effects of flaxseed on menopausal symptoms and quality of life. Holistic nursing practice, 29(3), 151-157. https://doi.org/10.1097/HNP.0000000000000085
12Daley, A., Stokes-Lampard, H., Thomas, A., & MacArthur, C. (2014). Exercise for vasomotor menopausal symptoms. Cochrane Database of Systematic Reviews, (11). https://doi.org/10.1002/14651858.CD006108.pub4
13Sood, R., Kuhle, C. L., Kapoor, E., Thielen, J. M., Frohmader, K. S., Mara, K. C., & Faubion, S. S. (2019). Association of mindfulness and stress with menopausal symptoms in women presenting to a menopause clinic. Climacteric, 22(1), 10-15. https://doi.org/10.1080/13697137.2018.1543264

Dr. med. Jens Westphal

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Praktischer Arzt (FMH), Schweiz

Dr. med. Jens Westphal ist als Praktischer Arzt (FMH) Teil des medizinischen Expertenteams von Canna Viva, der führenden Schweizer Plattform für medizinisches Cannabis. In seiner Rolle erstellt er medizinisch geprüfte Inhalte für die Website und begleitet Patientinnen und Patienten digital bei der Therapie mit Medizinalcannabis.

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Geprüft: April 16, 2026

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