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Cannabis-Legalisierung Schweiz 2026: Stand und Zeitplan

Ein Datum gibt es noch nicht. Cannabis zu Genusszwecken ist in der Schweiz weiterhin verboten. Den Entwurf des Cannabisproduktegesetzes (CanPG) überarbeitet seit Mai 2026 eine Subkommission der Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N). Ein legaler Verkauf ausserhalb der Pilotprojekte ist nach Einschätzung der Redaktion frühestens 2028 realistisch.

2028

frühestens legaler Verkauf, Einschätzung der Redaktion

4 von 9

Schritten bis zum Inkrafttreten

8

vom BAG bewilligte Pilotprojekte

Stand: 20. Oktober 2026 · Medizinisch geprüft von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla · Grundlage: parlamentarische Initiative 20.473, Ergebnisbericht der Vernehmlassung, BAG

Inhalt

Wo das Verfahren steht

Die Subkommission der SGK-N überarbeitet den Entwurf zur parlamentarischen Initiative 20.473 (Siegenthaler). Schwerpunkte sind Jugendschutz, Vollzug durch die Kantone und Online-Verkauf.

Nächster Schritt

Erneute Beratung in der Gesamtkommission, laut Branchenberichten nicht vor Herbst 2026 oder Anfang 2027.

Was heute gilt

Kauf, Anbau und Konsum zu Genusszwecken sind verboten. Besitz bis 10 Gramm für den Eigenbedarf ist straffrei, Konsum kostet CHF 100 Ordnungsbusse. CBD unter 1 Prozent THC ist legal.

Medizinisches Cannabis

Seit dem 1. August 2022 auf ärztliches Rezept ohne Ausnahmebewilligung des BAG, unabhängig von der Legalisierung.

Wo steht das Cannabisgesetz?

Das Gesetz entsteht über eine parlamentarische Initiative. Die Kommission des Nationalrats schreibt den Entwurf selbst, der Bundesrat nimmt erst danach Stellung. Stand Oktober 2026: Schritt 4 von 9, die Überarbeitung in der Subkommission läuft.

Stand Oktober 2026: Schritt 4 von 9

01 Vorentwurf

✓ Erledigt · 14. Februar 2025, SGK-N mit 14 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen

02 Vernehmlassung

✓ Erledigt · 29. August bis 1. Dezember 2025, 162 Stellungnahmen

03 Kommission hält fest

✓ Erledigt · 8. Mai 2026, SGK-N mit 16 zu 8 Stimmen

04 Überarbeitung

● Aktuell · Subkommission: Jugendschutz, Vollzug durch die Kantone, Online-Verkauf

05 Gesamtkommission

Offen · nicht vor Herbst 2026 oder Anfang 2027

06 Bundesrat

Offen · Stellungnahme zum Entwurf

07 Nationalrat und Ständerat

Offen · Beratung in beiden Räten

08 Volksabstimmung

Möglich · bei Referendum: 50’000 Unterschriften innert 100 Tagen

09 Inkrafttreten

Offen · frühestens 2028, Einschätzung der Redaktion

01

Vorentwurf

Erledigt

14. Februar 2025, SGK-N mit 14 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen

02

Vernehmlassung

Erledigt

29. August bis 1. Dezember 2025, 162 Stellungnahmen

03

Kommission hält fest

Erledigt

8. Mai 2026, SGK-N mit 16 zu 8 Stimmen

04

Überarbeitung

Aktuell

Subkommission: Jugendschutz, Vollzug durch die Kantone, Online-Verkauf

05

Gesamtkommission

Offen

nicht vor Herbst 2026 oder Anfang 2027

06

Bundesrat

Offen

Stellungnahme zum Entwurf

07

Nationalrat und Ständerat

Offen

Beratung in beiden Räten

08

Volksabstimmung

Möglich

bei Referendum: 50’000 Unterschriften innert 100 Tagen

09

Inkrafttreten

Offen

frühestens 2028, Einschätzung der Redaktion

Warum frühestens 2028? Berät die Gesamtkommission Anfang 2027, folgen Stellungnahme des Bundesrats, Beratung in beiden Räten, die Referendumsfrist von 100 Tagen, eine mögliche Abstimmung sowie Verordnungen und Lizenzen für die Verkaufsstellen. Jeder dieser Schritte dauert erfahrungsgemäss Monate.

Was ist in der Schweiz heute legal?

Heute gilt das Betäubungsmittelgesetz (BetmG). Die rechte Spalte zeigt, was der Entwurf des Cannabisproduktegesetzes vorsieht. Er ist noch nicht beschlossen und wird überarbeitet.

Thema

Heute (Stand Oktober 2026)

Entwurf CanPG (Vernehmlassung 2025)

Kauf

Heute: verboten, ausser als Teilnehmende eines Pilotprojekts

Entwurf: in lizenzierten, nicht gewinnorientierten Verkaufsstellen ab 18 Jahren

Besitz

Heute: bis 10 Gramm für den Eigenbedarf straffrei, aber nicht legal

Entwurf: für Erwachsene erlaubt, mit Auflagen

Konsum

Heute: verboten, Ordnungsbusse CHF 100 für Erwachsene

Entwurf: für Erwachsene erlaubt, mit Auflagen

Eigenanbau

Heute: verboten

Entwurf: bis zu drei weibliche Pflanzen pro erwachsener Person

Online-Verkauf

Heute: verboten

Entwurf: umstritten, 16 Kantone und die SODK lehnen ihn ab

Werbung

Heute: für Cannabis verboten

Entwurf: vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot

CBD (unter 1 % THC)

Heute: legal und frei verkäuflich

Entwurf: nicht betroffen

Medizinisches Cannabis

Heute: auf ärztliches Rezept legal, seit 1. August 2022

Entwurf: bleibt im Betäubungsmittelgesetz geregelt

Legal ist heute: medizinisches Cannabis auf ärztliches Rezept

Seit dem 1. August 2022 dürfen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz Cannabisarzneimittel ohne Ausnahmebewilligung des BAG verschreiben. Ob eine Therapie für Dich in Frage kommt, klärt eine Ärztin oder ein Arzt im persönlichen Gespräch.

News zur Cannabis-Legalisierung in der Schweiz

Chronologisch, neueste zuerst. Zuletzt geprüft am 20. Oktober 2026. Jede Meldung nennt ihre Quelle und sagt in einem Satz, was sie für Dich bedeutet.

20. Oktober 2026 · Bund · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

NZZ-Kommentar kritisiert Entwurf des Cannabisproduktegesetzes: THC-Gehalt bis 60 Prozent erlaubt

Was das für Dich heisst: Das ist ein Kommentar, keine neue Entscheidung. An Deiner Rechtslage ändert sich heute nichts.

Laut einem Kommentar der NZZ sieht der Vorentwurf des Cannabisproduktegesetzes (CanPG) grosszügige Grenzwerte vor: Extrakte dürfen bis zu 60 Prozent THC enthalten, getrocknete Blüten bis zu 20 Prozent. Über die Vorlage soll das Parlament voraussichtlich 2027 entscheiden.

Vorgesehen sind zudem eine Lenkungsabgabe auf besonders schädliche Konsumformen, Verkauf auch durch private Händler und Online-Shops ohne Gewinnabsicht sowie eine Schutzklausel für Minderjährige.

7. September 2026 · Pilotprojekte · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

SCRIPT-Studie in Bern, Biel und Luzern: In Apotheken verkauftes Cannabis führt nicht zu einem Anstieg des Konsums

Was das für Dich heisst: Ein Argument für die Befürworter im Parlament. An Deiner Rechtslage ändert sich heute nichts: Ausserhalb der Studie bleibt der Kauf verboten. Alle Pilotprojekte und wer teilnehmen kann

Die Universitäten Bern und Luzern haben am 7. September 2026 in Bern die Zwischenergebnisse der SCRIPT-Studie vorgestellt. Seit 2024 kaufen 1’177 Teilnehmende im Rahmen des regulierten Verkaufs in neun Apotheken in Bern, Biel und Luzern Cannabis.

  • 1’177 Teilnehmende in Bern, Biel und Luzern
  • 9 Apotheken mit reguliertem Verkauf
  • 71 % geben an, Ratschläge für einen sichereren Konsum zu erhalten

Der legale Zugang hat nicht zu einem Anstieg der Konsumhäufigkeit geführt, diese tendiert sogar leicht abwärts. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Teilnehmenden das Rauchen zugunsten risikoärmerer Konsumformen wie Verdampfen oder oraler Einnahme aufgeben. Die Preise liegen leicht über denen auf dem Schwarzmarkt. Die 18- bis 25-Jährigen reagieren besonders sensibel darauf, was die Forschenden als Beitrag zum Jugendschutz werten. Nach Angaben der teilnehmenden Städte wurden bislang keine Vorfälle wie die Weitergabe an Dritte oder Konsum in der Öffentlichkeit gemeldet.

Die Studie wurde bis Oktober 2028 verlängert. Die Ergebnisse sollen in die Beratungen zum Cannabisproduktegesetz einfliessen.

8. Mai 2026 · Bund · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Gesundheitskommission hält am Cannabisproduktegesetz fest, Subkommission überarbeitet den Entwurf

Was das für Dich heisst: Das Gesetz ist nicht gestoppt, aber es verzögert sich. Ein legaler Verkauf ausserhalb der Pilotprojekte ist damit frühestens 2028 realistisch. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

An ihrer Sitzung vom 6. bis 8. Mai 2026 beschloss die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N), die Arbeit am Gesetzesentwurf zur parlamentarischen Initiative 20.473 (Siegenthaler) fortzusetzen. Der Beschluss fiel mit 16 zu 8 Stimmen bei einer Enthaltung. Ein Antrag, die Arbeiten auszusetzen, wurde mit 17 zu 8 Stimmen abgelehnt.

Weil die Vernehmlassung gemischte Rückmeldungen ergab, überarbeitet eine Subkommission den Entwurf. Im Mittelpunkt stehen:

  • ein stärkerer Schutz junger Menschen mit spezifischen Massnahmen für Minderjährige
  • einfachere Vollzugsbestimmungen für die Kantone
  • die umstrittene Frage des Online-Verkaufs

Die IG Hanf Schweiz begrüsst den Beschluss, fordert aber einen klaren Zeitplan und eine Nachfolgelösung für die laufenden Pilotprojekte.

Zum Hintergrund: Bei einer parlamentarischen Initiative entwirft die Kommission das Gesetz selbst. Der Bundesrat nimmt erst danach Stellung, eine separate Botschaft des Bundesrats gibt es in diesem Verfahren nicht. Laut Hanf Magazin ist nicht damit zu rechnen, dass die Gesamtkommission den Entwurf vor Herbst 2026 oder Anfang 2027 erneut berät. Danach folgen die Stellungnahme des Bundesrats, die Beratungen in beiden Räten und gegebenenfalls eine Volksabstimmung.

8. Mai 2026 · Vernehmlassung, Kantone · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Vernehmlassungsbericht veröffentlicht: 162 Stellungnahmen, Mehrheit der Kantone lehnt den Entwurf ab

Was das für Dich heisst: Die Mehrheit der Kantone ist skeptisch. Änderungen am Entwurf sind deshalb wahrscheinlich, vor allem beim Online-Verkauf und beim Vollzug. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Der offizielle Bericht zur Vernehmlassung über das Cannabisproduktegesetz liegt vor. Insgesamt gingen 162 Stellungnahmen ein: 76 von 128 eingeladenen Stellen und 86 weitere, darunter 22 Privatpersonen.

  • Kantone: 10 Kantone und die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) stimmen zu oder neigen zur Zustimmung. 15 Kantone lehnen den Entwurf ab oder neigen zur Ablehnung, ein Kanton ist neutral.
  • Parteien: GLP, Grüne, SP und FDP unterstützen den Entwurf. SVP, Mitte, EDU und EVP lehnen ihn ab.
  • Organisationen: Die Mehrheit der Organisationen aus Suchtbetreuung, Prävention und Cannabis-Branche befürwortet den Vorschlag.

Der regulierte Zugang für Erwachsene und die nicht gewinnorientierte, gesundheitsorientierte Regulierung wurden positiv aufgenommen. Kritik gibt es an mehreren Punkten:

  • 18 Kantone halten die Umsetzung für zu komplex und zu teuer.
  • 16 Kantone und die SODK lehnen den Online-Verkauf ab.
  • Einige Kantone, etwa Bern, Freiburg und Zug, möchten zuerst die Auswertung der Pilotprojekte abwarten.

Botschaft des Bundesrats zum CanPG weiterhin für Sommer 2026 erwartet, Überarbeitung des Entwurfs läuft

28. April 2026 · Bund · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Was das für Dich heisst: Diese Erwartung ist überholt: Seit Mai 2026 überarbeitet die Subkommission der SGK-N den Entwurf, der Zeitplan hat sich nach hinten verschoben. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Die Auswertung der 162 Stellungnahmen zur Vernehmlassung des Cannabisproduktegesetzes (CanPG) ist laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen breite Zustimmung zur Regulierung, aber auch substanzielle Kritik an einzelnen Bestimmungen.

Gemäss Branchenberichten wurde die Botschaft des Bundesrats für Sommer 2026 erwartet, mit ersten legalen Verkäufen frühestens Ende 2026 oder im Lauf von 2027.

Quelle: BAG, Neues Cannabisproduktegesetz; Krautinvest, 18. Februar 2026

Zürcher Gemeinderat verlängert «Züri Can» bis Oktober 2028 mit 101 zu 13 Stimmen

2. April 2026 · Pilotprojekte, Kantone · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Was das für Dich heisst: Bist Du bei Züri Can aufgenommen, kannst Du bis Oktober 2028 weiter beziehen. Für alle anderen in Zürich gilt weiter das heutige Recht. Alle Pilotprojekte und wer teilnehmen kann

Der Zürcher Gemeinderat hat mit 101 zu 13 Stimmen die Verlängerung des Pilotprojekts «Züri Can, Cannabis mit Verantwortung» bis Oktober 2028 beschlossen. Das Projekt läuft damit zwei Jahre länger als ursprünglich geplant. Für die Weiterführung wurden rund CHF 800’000 bewilligt.

  • 2’300+ Teilnehmende seit Studienstart 2023
  • rund 750 kg Cannabis legal abgegeben
  • CHF 7,5 Mio. geschätzt dem Schwarzmarkt entzogen

Die Ergebnisse deuten auf eine Verdrängung des illegalen Markts hin. Die Teilnehmenden beziehen laborgeprüftes Cannabis über drei Kanäle: Apotheken, nicht gewinnorientierte Cannabis Social Clubs und das städtische Drogeninformationszentrum (DIZ). Die wissenschaftliche Begleitung liegt bei der Universität Zürich.

Quelle: Business of Cannabis, 2. April 2026

Basel-Stadt zieht positive Bilanz nach drei Jahren «Weed Care»: deutlicher Rückgang des Tabakkonsums bei Teilnehmenden

19. März 2026 · Pilotprojekte, Kantone · Dr. med. Britta Massman

Was das für Dich heisst: Für Teilnehmende läuft der Bezug bis Januar 2027 weiter. Was danach kommt, ist offen und hängt am neuen Gesetz. Alle Pilotprojekte und wer teilnehmen kann

Drei Jahre nach dem Start des Pilotprojekts «Weed Care» in Basel-Stadt fällt die Zwischenbilanz positiv aus. Gemäss SWI swissinfo.ch ist das Inhalieren von Rauch aus tabakhaltigen Joints bei den Studienteilnehmenden deutlich zurückgegangen, ein zentrales Ziel des Projekts.

Das Projekt wurde bereits im Juli 2025 um 18 Monate bis Januar 2027 verlängert. Die Abgabe erfolgt über neun Apotheken, wissenschaftlich begleitet von der Universität Basel.

Quelle: SWI swissinfo.ch, 19. März 2026; BAG, Weed Care

Vernehmlassungsergebnisse zum CanPG: breite Zustimmung, aber Kritik an einzelnen Bestimmungen

18. Februar 2026 · Vernehmlassung · Dr. med. Laurens Gassel

Was das für Dich heisst: Grundsätzliche Zustimmung heisst noch nicht Gesetz. Der hier genannte Zeitplan für Sommer 2026 ist inzwischen überholt. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Die Auswertung der Vernehmlassung zeigt ein differenziertes Bild. Gemäss Krautinvest stösst der Entwurf auf breite grundsätzliche Zustimmung zur Regulierung, gleichzeitig werden einzelne Bestimmungen kritisiert. Als nächste Schritte waren Überarbeitung und Bericht an das Parlament für Sommer 2026 vorgesehen.

Quelle: Krautinvest, 18. Februar 2026

BAG veröffentlicht zweiten Analysebericht zu den Cannabis-Pilotversuchen: 10’400 Teilnehmende

14. Januar 2026 · Pilotprojekte · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Was das für Dich heisst: Die Pilotversuche zeigen bisher keine zusätzlichen Probleme im öffentlichen Raum. Diese Daten sind ein wichtiges Argument in der Parlamentsdebatte. Alle Pilotprojekte und wer teilnehmen kann

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat den zweiten Analysebericht zu den Cannabis-Pilotversuchen veröffentlicht. Gemäss dem Bericht (Teil 2, Mitte 2024 bis Mitte 2025) nehmen per Juni 2025 rund 10’400 Erwachsene an den sieben damals laufenden Pilotversuchen teil, nach rund 7’000 im Vorjahr.

Die zentralen Erkenntnisse: keine Probleme mit der öffentlichen Ordnung, kein nachweisbarer Abfluss in den illegalen Markt und eine leichte Verschiebung zu risikoärmeren Konsumformen wie dem Verdampfen. Die Daten fliessen direkt in die parlamentarische Beratung des CanPG ein.

Quelle: BAG, Pilotversuche mit Cannabis; BAG, Analysebericht Teil 2 (PDF)

Geteilte Reaktionen zum CanPG: SP spricht von «Vorreiterrolle», SVP lehnt das Gesetz ab

7. Dezember 2025 · Vernehmlassung · Dr. med. Britta Massman

Was das für Dich heisst: Die Parteien sind gespalten. Eine Mehrheit im Parlament ist nicht sicher, eine Volksabstimmung ist möglich. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Nach Ablauf der Vernehmlassungsfrist liegen die Stellungnahmen der Parteien und Verbände vor. Die Sozialdemokratische Partei (SP) begrüsst das Gesetz und sieht darin im europäischen Vergleich eine «Vorreiterrolle».

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) stellt sich klar gegen die Vorlage. Das Gesetz widerspreche einer verantwortungsvollen Drogenpolitik und belaste das Gesundheitswesen zusätzlich. Die Grünliberale Partei (GLP) unterstützt einen klaren rechtlichen Rahmen mit Qualitäts- und Sicherheitsstandards, auch die Grünen befürworten die Vorlage.

Quelle: SVP, Vernehmlassung; GLP, Vernehmlassung

Vernehmlassungsfrist zum Cannabisproduktegesetz abgelaufen: 162 Stellungnahmen

1. Dezember 2025 · Vernehmlassung · Dr. med. Laurens Gassel

Was das für Dich heisst: Die offizielle Anhörung ist abgeschlossen. Seitdem ist die Kommission des Nationalrats am Zug. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Die dreimonatige Vernehmlassung zum Vorentwurf des Cannabisproduktegesetzes ist zu Ende gegangen. Eingebracht haben sich Kantone, Parteien, Wirtschaftsverbände, Suchtfachstellen, medizinische Organisationen und zahlreiche Privatpersonen. Auch die Patientenorganisation MEDCAN hat eine Stellungnahme eingereicht.

Quelle: Fedlex, Vernehmlassungsverfahren CanPG; MEDCAN, Stellungnahme

Vernehmlassung zum Cannabisproduktegesetz eröffnet: dreimonatige Konsultation startet

29. August 2025 · Vernehmlassung · Dr. med. Britta Massman

Was das für Dich heisst: Der Entwurf zeigt, wie ein legaler Markt aussehen könnte: Verkauf nur in lizenzierten Stellen, keine Werbung, ab 18. Bis zum Inkrafttreten gilt das heutige Verbot. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) hat den Vorentwurf des Cannabisproduktegesetzes (CanPG) in die Vernehmlassung geschickt. Interessierte Kreise konnten bis zum 1. Dezember 2025 Stellung nehmen.

Der über 200-seitige Vorentwurf sieht einen grundlegenden Wandel der Cannabispolitik vor. Die zentralen Elemente:

  • Verkauf ausschliesslich über lizenzierte, nicht gewinnorientierte Verkaufsstellen
  • Eigenanbau von bis zu drei weiblichen Pflanzen pro erwachsener Person
  • Mindestalter 18 Jahre, strikte Ausweiskontrolle
  • vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot
  • nationales Rückverfolgungssystem vom Anbau bis zum Verkauf («Seed to Sale»)
  • obligatorische Kurzberatung am Verkaufsort durch geschultes Personal
  • Besteuerung nach THC-Gehalt und Konsumform

Quelle: Parlamentsdienste, Medienmitteilung SGK-N; news.admin.ch

Nationalratskommission verabschiedet Vorentwurf mit 14 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen

14. Februar 2025 · Bund · Dr. med. Laurens Gassel

Was das für Dich heisst: Das war der Startpunkt des Verfahrens, noch kein Gesetz. Der Weg durch beide Räte und eine mögliche Abstimmung dauert Jahre. Wie es weitergeht: Zeitplan des Gesetzes

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) hat den Vorentwurf zur Regulierung von Cannabis mit 14 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen verabschiedet. Damit begann der parlamentarische Prozess hin zu einem regulierten Markt für Erwachsene.

Der Vorentwurf erlaubt Erwachsenen Anbau, Erwerb, Besitz und Konsum von Cannabis unter Auflagen. Cannabis bleibt im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) als gesundheitsschädigendes Suchtmittel eingestuft. HHC wurde als kürzlich verbotene Substanz ebenfalls dem BetmG unterstellt.

Quelle: Parlamentsdienste, Medienmitteilung SGK-N, 14. Februar 2025

Status quo: Medizinisches Cannabis seit August 2022 ohne Ausnahmebewilligung des BAG verschreibbar

August 2022, Hintergrund · Medizinisch · Dr. med. Natalia Eckstein-Halla

Was das für Dich heisst: Mit einem ärztlichen Rezept können Cannabisarzneimittel schon heute legal in der Apotheke bezogen werden. Das hat mit der Legalisierung nichts zu tun. Ablauf bei Canna Viva: kostenlos anfragen

Mit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes per 1. August 2022 entfiel die Ausnahmebewilligung des BAG für die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln. Ärztinnen und Ärzte können seither direkt verschreiben, die Therapie unterliegt weiterhin der Aufsicht von Swissmedic und strengen Qualitätsanforderungen.

Die Kostenübernahme durch die obligatorische Grundversicherung bleibt auf Einzelfallprüfungen beschränkt.

Quelle: BAG, Gesetzesänderung Cannabisarzneimittel; Pestalozzi Attorneys, Liberalisierung von Medizinalcannabis

Sieben Pilotprojekte als Datenbasis: «Weed Care» Basel, «Züri Can» und «Cannabis Research Zürich» im Vergleich

2023 bis 2024, Hintergrund · Pilotprojekte, Kantone · Dr. med. Britta Massman

Was das für Dich heisst: Inzwischen gibt es acht bewilligte Pilotprojekte. Teilnehmen kannst Du nur mit Wohnsitz in einer beteiligten Gemeinde, ab 18 und nach Aufnahme in eine Studie. Aktuelle Übersicht aller Pilotprojekte

In der Schweiz liefen 2023 und 2024 sieben vom BAG bewilligte wissenschaftliche Pilotprojekte zur kontrollierten Abgabe von Cannabis. Sie bilden die empirische Grundlage für die nationale Gesetzgebung:

  • Basel, «Weed Care»: Start 31. Januar 2023 mit 374 Teilnehmenden, Abgabe über neun Apotheken, begleitet von der Universität Basel.
  • Zürich, «Züri Can»: Start 2023, über 2’300 Teilnehmende, Abgabe über Apotheken, Social Clubs und das Drogeninformationszentrum.
  • Zürich, «Cannabis Research Zürich»: geplant bis Dezember 2028, bis zu 7’500 Teilnehmende, die grösste Schweizer Studie.
  • Bern, Biel, Luzern, Lausanne, Genf und Basel-Landschaft: weitere Studien mit unterschiedlichen Abgabemodellen.

Gemäss dem ersten BAG-Analysebericht hatten sich bis Juni 2024 rund 7’000 Erwachsene registriert. Die ersten Erkenntnisse: keine Probleme mit der öffentlichen Ordnung, kein Abfluss in den illegalen Markt, eine leichte Verschiebung zu risikoärmeren Konsumformen.

Quelle: BAG, Pilotversuche mit Cannabis; BAG, Analysebericht Teil 1 (PDF)

Welche Cannabis-Pilotprojekte gibt es in der Schweiz?

Legal Cannabis kaufen kann heute nur, wer in einem der acht vom BAG bewilligten Pilotprojekte aufgenommen ist. Teilnehmen kannst Du nur mit Wohnsitz in einer beteiligten Gemeinde, ab 18 und nach Aufnahme in eine Studie.

Projekt

Ort

Abgabe

Laufzeit

«Weed Care»

Basel-Stadt

Apotheken

seit Januar 2023, verlängert bis Januar 2027

«Züri Can»

Stadt Zürich

Apotheken, Social Clubs, Drogeninformationszentrum

seit 2023, verlängert bis Oktober 2028

«Cannabis Research Zürich»

Kanton Zürich

Apotheken und Fachgeschäfte

geplant bis Dezember 2028

SCRIPT

Bern, Biel, Luzern

9 Apotheken

seit 2024, verlängert bis Oktober 2028

«Cann-L»

Lausanne (VD)

eine nicht gewinnorientierte Verkaufsstelle

seit Dezember 2023

«La Cannabinothèque»

Vernier (GE)

eine Verkaufsstelle

seit 2023

«Grashaus Projects»

Basel-Landschaft

Fachgeschäfte

seit Dezember 2023

«CanLeg»

Kanton St. Gallen, 43 Gemeinden

Versand per Post nach Video-Identifikation, 5 Verkaufsstellen

Start Herbst 2026, 5 Jahre

Quellen: BAG, Analysebericht Pilotversuche 2025 (PDF), BAG, CanLeg. Stand 2. Oktober 2026.

Gilt die Legalisierung in Deutschland auch in der Schweiz?

Nein. In Deutschland ist der Besitz und Eigenanbau von Cannabis für Erwachsene seit dem 1. April 2024 durch das Cannabisgesetz (CanG) erlaubt, mit Höchstmengen und Abstandsregeln. In der Schweiz gilt weiterhin das Betäubungsmittelgesetz. Wer Cannabis aus Deutschland in die Schweiz mitnimmt, führt ein Betäubungsmittel ein, und das ist verboten.

Auch das geplante Schweizer Modell unterscheidet sich: Verkauft werden soll in staatlich lizenzierten, nicht gewinnorientierten Verkaufsstellen mit Beratungspflicht und vollständigem Werbeverbot. Online-Verkauf und Vollzug durch die Kantone sind noch umstritten.

Faktencheck: Fünf Aussagen zur Cannabis-Legalisierung

«Cannabis ist in der Schweiz seit 2022 legal.»

Mythos oder Fakt? Zum Aufdecken tippen.

Falsch.

2022 wurde nur die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln vereinfacht. Kauf, Anbau und Konsum zu Genusszwecken sind weiterhin verboten.

«Unter 10 Gramm ist Cannabis legal.»

Mythos oder Fakt? Zum Aufdecken tippen.

Halb richtig.

Der Besitz von bis zu 10 Gramm für den Eigenbedarf ist straffrei, aber nicht legal. Der Konsum kostet für Erwachsene CHF 100 Ordnungsbusse, die Polizei kann das Cannabis einziehen.

«Bei Züri Can bekomme ich Cannabis auf Rezept.»

Mythos oder Fakt? Zum Aufdecken tippen.

Falsch.

Züri Can ist eine wissenschaftliche Studie mit fester Teilnehmerzahl, keine Therapie. Rezepte stellen nur Ärztinnen und Ärzte aus, unabhängig von Pilotprojekten.

«2027 wird Cannabis legal.»

Mythos oder Fakt? Zum Aufdecken tippen.

Halb richtig.

2027 ist eine Schätzung von Medien und Branche, kein Beschluss. Der Entwurf muss noch durch Kommission, Bundesrat, beide Räte und eine mögliche Volksabstimmung. Die Redaktion hält einen legalen Verkauf frühestens 2028 für realistisch.

«Was in Deutschland legal ist, darf ich in die Schweiz mitnehmen.»

Mythos oder Fakt? Zum Aufdecken tippen.

Falsch.

Die deutsche Regelung gilt nur in Deutschland. Die Einfuhr von Cannabis in die Schweiz ist verboten, auch wenn es in Deutschland legal gekauft wurde.

«Cannabis ist in der Schweiz seit 2022 legal.»

Falsch. 2022 wurde nur die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln vereinfacht. Kauf, Anbau und Konsum zu Genusszwecken sind weiterhin verboten.

«Unter 10 Gramm ist Cannabis legal.»

Halb richtig. Der Besitz von bis zu 10 Gramm für den Eigenbedarf ist straffrei, aber nicht legal. Der Konsum kostet für Erwachsene CHF 100 Ordnungsbusse, die Polizei kann das Cannabis einziehen.

«Bei Züri Can bekomme ich Cannabis auf Rezept.»

Falsch. Züri Can ist eine wissenschaftliche Studie mit fester Teilnehmerzahl, keine Therapie. Rezepte stellen nur Ärztinnen und Ärzte aus, unabhängig von Pilotprojekten.

«2027 wird Cannabis legal.»

Halb richtig. 2027 ist eine Schätzung von Medien und Branche, kein Beschluss. Der Entwurf muss noch durch Kommission, Bundesrat, beide Räte und eine mögliche Volksabstimmung. Die Redaktion hält einen legalen Verkauf frühestens 2028 für realistisch.

«Was in Deutschland legal ist, darf ich in die Schweiz mitnehmen.»

Falsch. Die deutsche Regelung gilt nur in Deutschland. Die Einfuhr von Cannabis in die Schweiz ist verboten, auch wenn es in Deutschland legal gekauft wurde.

Freizeitkonsum bleibt verboten, medizinische Anwendung ist geregelt

Ausserhalb der Pilotprojekte gibt es heute keinen legalen Kauf für den Freizeitkonsum. Bei gesundheitlichen Beschwerden klärt eine ärztliche Beratung, ob medizinisches Cannabis für Dich eine Option ist. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.

10 Minuten kostenlose Beratung

Noch unsicher? Stell Deine Fragen zu Medizinalcannabis, Ablauf und Kosten, kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen zur Cannabis-Legalisierung in der Schweiz

Es gibt noch kein Datum. Der Entwurf des Cannabisproduktegesetzes wird seit Mai 2026 in einer Subkommission der SGK-N überarbeitet. Danach folgen Gesamtkommission, Bundesrat, beide Räte und eine mögliche Volksabstimmung. Ein legaler Verkauf ausserhalb der Pilotprojekte ist nach Einschätzung der Redaktion frühestens 2028 realistisch.
Verkauf über lizenzierte, nicht gewinnorientierte Verkaufsstellen, Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen, Mindestalter 18, vollständiges Werbeverbot, Rückverfolgung vom Anbau bis zum Verkauf und Beratung am Verkaufsort. Umstritten sind der Online-Verkauf und der Vollzug durch die Kantone.
Möglich. Nach der Verabschiedung durch beide Räte kann das Referendum ergriffen werden. Kommen innert 100 Tagen 50’000 Unterschriften zusammen, stimmt die Bevölkerung ab.
Nein, ausser als Teilnehmende eines bewilligten Pilotprojekts. Legal sind CBD-Produkte mit weniger als 1 Prozent THC und Cannabisarzneimittel auf ärztliches Rezept.
Der Besitz von bis zu 10 Gramm für den Eigenbedarf ist für Erwachsene straffrei, aber nicht legal. Der Konsum wird mit einer Ordnungsbusse von CHF 100 geahndet.
Nur mit Wohnsitz in einer teilnehmenden Gemeinde, ab 18 Jahren, nach Anmeldung und Aufnahme in die Studie. Viele Projekte sind voll, das neueste ist «CanLeg» im Kanton St. Gallen.
Nein. Cannabisarzneimittel sind seit dem 1. August 2022 auf ärztliches Rezept legal und bleiben im Betäubungsmittelgesetz geregelt. Das Cannabisproduktegesetz betrifft nur den Konsum zu Genusszwecken.
Nein. Das deutsche Cannabisgesetz gilt nur in Deutschland. In der Schweiz gilt weiterhin das Betäubungsmittelgesetz, die Einfuhr von Cannabis aus Deutschland ist verboten.

So entsteht diese Seite: Eine automatisierte Suche prüft täglich Meldungen von Bund, Kantonen, Studien und Medien. Die Redaktion wählt aus, verlinkt wo möglich die Primärquelle und lässt jede Meldung ärztlich prüfen. Letzte Prüfung: 2. Oktober 2026. Medizinisch geprüft von Dr. med. Natalia Eckstein-Halla.